01.01.2012 / 10.08.2026
Kleinfossilien aus Schlämmproben (Tongrube Buttenheim):
Nachfolgend werden weitere Kleinfossilien gezeigt, die aus Schlämmproben (Tongrube Buttenheim) geborgen wurden. Sie entstammen der markanten Schicht des Quellhorizonts (QUH, ca. 10 Meter ü. Grubensohle) sowie aus dem Bereich der Spinatum-Hauptzone (SPH, ca. 30/31 Meter ü. Grubensohle). Siehe hierzu Tabelle 1: Profilhöhenangaben mit markanten Schichten aus der Tongrube Buttenheim (https://fossilien-steine.hpage.com/artikel/fossiliensuche-in-franken-buttenheim.html). Das Probenmaterial wurde 04/2025 geborgen und jeweils in vier Fraktionsgrößen aufbereitet.
Abb. 01: Schüttungsbild aus der Schlämmprobe QUH 04/2025, Bildbreite ca. 60 mm.
Abb. 02: Schüttungsbild aus der Schlämmprobe QUH 04/2025, Bildbreite 24 mm.

Abb. 03 - 05: Kleine Ammoniten, meist wohl in juveniler Form sind auf der Horizontebene des Quellhorizontes (QUH) sehr häufig anzutreffen, Bildbreite 23 mm.
Abb. 06 u. 07: Harpax spinosus, eine Austernform, die bei guter Erhaltung mit radialen Rippen aber auch mit Stacheln (adulte Form) ausgestattet ist. Hier auch mit einer Anhaftungsfläche (Aufwuchsfläche im juvenilen Stadium) versehen. Bildbreite zwischen 19 mm und 24 mm.
Abb. 08 - 10: Gehäusebruchstücke von Scaphopoden (sog. Grabfüßer), hier die dreikantige Form Progadilina sp.. Das anhaftende mikroskopisch feine "Netzwerk" weist auf sog. Pilzhyphen hin. Bildbreiten zwischen 15 u. 18 mm.
Abb. 11: Narbige Oberfläche einer kleinen Geode aus dem Quellhorizont, mit dem Verweis auf vergangener Bioerosion. Bildbreite 23 mm.
Abb. 12: Schüttungsbild aus der Schlämmprobe SPH 04/2025, Bildbreite 24 mm
Abb. 13: Ein weiteres Schüttungsbild aus der Schlämmprobe SPH 04/2025, Bildbreite 24 mm.
Abb. 14: Schnecken sind mitunter massenhaft in Schlämmproben enthalten, in juveniler Erhaltung aber nicht immer einwandfrei einer Gattung / Art zuzuordnen (SPH, 04/2025), Bildbreite 20 mm.
Abb. 15: Unbekannte, vermutlich juvenile Muschelklappe, noch auf dem Sediment aufsitzend (SPH, 04/2025), Bildbreite 12 mm.
Abb. 16: Ggf. Prodentalium sp. (Scaphopoda / Grabfüßer) mit deutlich erkennbar runden Querschnitt. Eine längliche "Riefung" ist leider auf dem Foto nicht sichtbar (SPH, 04/2025), Bildbreite 22 mm.
Abb. 17: Dieser Stachel stammt vermutlich von einem Seestern (längliche "Riefung" entlang des Stachelschaftes) und ist vollständig erhalten, jedoch am "Warzenkopf" überkrustet (SPH, 04/2025), Bildbreite 4 mm.
Abb. 18: Drei typische Crinoidenstielglieder (Columnalia), die wie alle anderen auch, leider stets "überkrustet" vorlagen (SPH, 04/2025). Bildbreite 10 mm.
Abb. 19 u. 20: Fundsituation auf Höhe des Quellhorizontes (QUH, 04/2025), geeignetes Probenmaterial für eine Schlämmprobe.
Weitere Abhandlungen zu Fossilien aus Schlämmproben siehe diese HP-Seite weiter unten sowie auf der Artikel-Seite "Fossiliensuche in Franken - Buttenheim" (Anhang 7: Kleinfossilien/Mikrofossilien aus Schlämmproben): https://fossilien-steine.hpage.com/artikel/fossiliensuche-in-franken-buttenheim.html
Die Artikel-Seite "Fossiliensuche in Franken - Mistelgau" enthält ebenfalls Abschnitte zum Thema "Kleinfossilien/Mikrofossilien/Schlämmproben": https://fossilien-steine.hpage.com/fossiliensuche-in-franken-mistelgau.html
"Stonehenge" in Oberfranken, ein "Kleinod" in Tiefenpölz!
Welch ein geologischer "Charme", welch anmutige geologische "Ausstrahlung", ... einfach ein geologischer "Hingucker"! Ein Ausflug durch die Fränkische Schweiz und nunmehr auch nach Tiefenpölz lohnt sich immer. Hier wurde von Alexander Lämmlein ein "Kleinod" geschaffen, was zum Verweilen geradezu "magisch" auffordert. Die hier in Anlehnung nach dem Original "Stonehenge" in England aufgestellten Dolomitfelsen, sollen aber dennoch nicht das Original wiedergeben. Die aufgestellten Felsblöcke sind bewusst nach der Sommer- und Wintersonnenwende aufgestellt bzw. ausgerichtet worden. Weitere Großgesteine aus dem Ober-Jura sollen ggf. noch aufgestellt werden, um das Gesamtkonzept "Stonehenge" in Oberfranken noch abzurunden.
Die nachfolgenden Fotos entstanden im herbstlichen Oktober 2025 und sollen nicht weiter kommentiert werden, denn sie sprechen beim Anblick derselben für sich.
Abb. 1:
Abb. 02:
Abb. 03:
Abb. 04:

Abb. 05 u. 06:
Abb. 07:
Abb. 08: Spiel, Spaß und gefühlvoller Umgang mit Gesteinen sind hier am "Stonehenge" in Tiefenpölz sichtbar.
Weitere Seeigelfunde aus einer Schlämmprobe (Tongrube Buttenheim):
In der kurzen Abhandlung "Ein "verwunschener" Seeigelfund aus der Tongrube Buttenheim" (Abb. 12, siehe weiter unten) wurde bereits ein kleiner regulärer Seeigel aus der hier nochmals vorgestellten Schlämmprobe gezeigt. Inzwischen konnten zwei weitere juvenile Seeigel aus dieser Probe gesichtet werden (Tongrube Buttenheim, Echiniden-Pectiniden-Horizont / EPH).
Da alle drei Seeigel (Durchmesser zwischen 0,9 mm und 1,2 mm) fast vollständig mit einer feinen "Pyritkruste" überdeckt vorliegen, wurde der Versuch mit einem Seeigel unternommen, diesen "Harnisch" mit Wasserstoffperoxid (H2O2) zu lösen bzw. zu entfernen. Dies ist leider misslungen und die Corona des Seeigels ist durch den "Lösungsprozess" zerfallen (siehe Abb. 04). Ggf. wurde aber auch die Konzentration des Lösungsmittels zu stark angesetzt, so dass sich der Coronaverbund des Seeigels gelöst hat.

Abb. 01: Schüttungsbild aus o.g. Schlämmprobe, juveniler Seeigel mittig in der unteren Hälfte liegend, Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH), Tongrube Buttenheim, Linienabstand ca. 10 mmm.
Abb. 02 u. 03: Juveniler Echinide (Corona-Durchmesser = 0,9 mm) aus Abb. 01, mit einer feinen "Pyritummantelung". Der Seeigel wurde versuchsweise mit Wasserstoffperoxid (H2O2) behandelt.
Abb. 04: Zerfallener Seeigel (Abb. 01 - 03) nach der Behandlung mit Wasserstoffperoxid. Oben links ist noch ein Coronafragment mit vier deutlich sichtbaren Stachelwarzen aus dem Interambulakralbereich des juvenilen Gehäuses erkennbar.
Abb. 5: Ein weiterer Seeigelfund (Durchmesser = 1,1 mm), der ebenfalls deutlich einen feinen Pyritüberzug zeigt, aus der gleichen Schlämmprobe (TG Buttenheim, Echiniden-Pectiniden-Horizont / EPH).
Zitiert aus der Homepage des Findlingsgarten Seddiner See (https://findlinge-seddin.de/index.php/news):
Ehrenmitgliedschaft Findlingsgarten Seddiner See e.V.
Auf der Mitgliederversammlung unseres Vereins am 15. Mai 2025 wurde von den anwesenden Mitgliedern vorgeschlagen, unserem Mitglied und ehemaligen Vorsitzenden
Herrn Prof. Dr. Heiner Vollstädt
für sein unermüdliches Engagement, sein ständiges Bemühen unseren Findlingsgarten für die Bewohner des Ortes und darüber hinaus attraktiv zu machen und für seine langjährige Mitgliedschaft im Verein die Ehrenmitgliedschaft im Findlingsgarten Seddiner See e.V. zu verleihen.
Foto: K.-D. Jänicke
Herr Prof. Dr. Vollstädt hat mit seinem fachlichen Wissen als Mineraloge wesentlich dazu beigetragen, dass die heimischen Gegebenheiten naturwissenschaftlich analysiert wurden und dies in der Gestaltung des Findlingsgartens der Bevölkerung nähergebracht wird. Der Findlingsgarten, so wie er heute besteht, ist hauptsächlich auf seinen Einsatz und sein stetiges Wirken als ehemaliger Vorsitzender unseres Vereins zurückzuführen.
Der Vorstand
650 Jahrfeier in Seddin, der Findlingsgarten Seddiner See war dabei!
Drei anstrengende Tage liegen hinter uns. Vom 27.06. bis 29.06.2025 wurde das Jubiläum zu 650 Jahre Seddin und Kähnsdorf groß gefeiert. Wenn auch das Interesse für eiszeitliche Geschiebe allgemein eher verhalten war, so war die Präsenz des Findlingsgartens für uns als ortsansässiger Verein dennoch sehr wichtig. Maßgeblich beteiligt waren Henry Lappan, Dietmar Lüttich, Anja Brumme sowie Klaus-Dieter Jänicke.
Siehe auch unter: https://fossilien-steine.hpage.com/nordische-geschiebe-im-findlingsgarten-seddiner-see.html

Abb. 01: Blick auf den Seddiner See.

Abb. 02: Die Akteure: Henry Lappan, Dietmar Lüttich und Anja Brumme am Präsentationsstand des Findlingsgartens Seddiner See sowie Klaus-Dieter Jänicke (nicht im Bild).

Abb. 03: Eine kleine Geschiebeausstellung mit zumeist kristallinen Geschieben aus der Sammlung von D. Lüttich und K.-D. Jänicke.

Abb. 04: Blick auf den "Aufsteller" der Präsentation.
Ein "verwunschener" Seeigelfund aus der Tongrube Buttenheim
Der hier vorgestellte reguläre Seeigel wurde im April 2025 bei einer Probenentnahme aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH) der Tongrube Buttenheim entdeckt. Der adulte Echinide hat einen Durchmesser von 11 mm und ist zu 98% mit Pyrit "zugekleistert". Somit ist von der Corona fast nichts zu sehen. Dies ist aber für Seeigelfunde aus dem Buttenheimer EPH eher typisch. So sind Funde von juvenilen Seeigeln aus Schlämmproben meist auch vollständig von einer Pyritkruste umgeben, jedoch von der Morphologie noch immer als reguläre Seeigel deutbar. Die Bezeichnung "verwunschener" Seeigel erfolgte nach einer Anregung durch Eberhard Lenz (2009), der dergleichen Fundzustände den Buttenheimer Ammoniten zuschrieb. Nachzulesen in der ersten Ausgabe des Steinkern-Heftes zum Thema "Buttenheim" (Heft 2).
Die kleine Matrixplatte (65 mm x 35 mm x 5 mm), auf der sich der Seeigel befand, wurde mit Wasserstoffperoxid aufgeschlämmt und die darin enthaltenden Seeigelstacheln ausgelesen. Diese zeigen deutlich Charakteristika, wie z.B. die Formen des Stachelkopfes und des Stachelschaftes. Dergleichen kann man auch an dem aufsitzenden Stachelfragment auf der pyritisierten Corana sitzend erkennen.
Der unmittelbare Abrieb vom Seeigel (Behandlung mit Wasserstoffperoxid) erbrachte leider nur kleine Gipsplättchen jedoch keine weiteren Seeigelteile.
Eine Bestimmung des Seeigels ist auf Grund der hier vorliegenden Gegebenheiten wohl kaum möglich, jedoch ist anzunehmen, dass dieser vom Typus her einem Glyptodiadema bzw. Cunidentechinus zugeschrieben werden kann.
Literaturempfehlung:
Hildner, R. (2020) - Bayreuth und seine Erdgeschichte (4): Pleuroceraten-Gräber mit Seeigelbesatz, Fossilien 2020, H. 3
Kutscher, M., Reich, M. (2021) - Die Echinodermen-Fauna des Amaltheentons von Buttenheim, in: Buttenheim - ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien, Sonderheft 2021
Lentz, E. (2009) - Die "Verwunschenen" - eine Besonderheit Buttenheims, Der Steinkern, H. 2
Siehe auch unter Artikel "Fossiliensuche in Franken - Buttenheim" (Abb. 109, 111, 112, 216 - 224, 245, 246, 250, 251) https://fossilien-steine.hpage.com/artikel/fossiliensuche-in-franken-buttenheim.html sowie unter Galerie (diese Seite) "Kleinfossilien/Mikrofossilien aus einer Buttenheimer Schlämmprobe (Abb. 4, 11, 12).

Abb. 01: Fundzustand, regulärer Seeigel auf einer Matrixplatte (65 mm x 35 mm x 5 mm) noch fest aufsitzend.

Abb. 02: Vergrößerung aus Abb. 01, noch mit Ton und anderen Mineralien (Pyrit u. Gips) bedeckt, max. Durchmesser des Seeigels = 11 mm

Abb. 03: Pyritisierter "verwunschener" Seeigel nach der Behandlung mit Wasserstoffperoxid, Ansicht A

Abb. 04: wie Abb. 03, Ansicht B, mit aufsitzendem Stachelfragment

Abb. 05: Vergrößerung aus Abb. 04 mit Stachelfragment sowie mikroskopisch kleinen Pyritkristallen, Bildbreite = 5 mm

Abb.06: Warzenkopf (durchbohrt) inmitten des fast vollständig ausgeprägten "Pyritmantels", Bildbreite = 4 mm

Abb. 07: Ausgelesene Stachelfragmente (Schlämmprobe) aus der Matrixplatte, Bildbreite = 5 mm

Abb. 08: Kleine Gipsplättchen, die als "Abrieb" nach einer Behandlung des Seeigels mit Wasserstoffperoxid anfielen.
Ergänzung:

Abb. 09: Zwei stark mit Pyrit überkrustete Interambulakralplatten eines adulten regulären Echiniden (1,5 mm), aus einer Schlämmprobe des EPH.

Abb. 10 u. 11: Coronafragment eines adulten Echiniden (1,6 mm), Ambulakralplatten, links Innenansicht mit deutlich sichtbaren Ambulakralporen, rechts Außenansicht mit einer leichten "Überkrustung" und z.T. Überdeckung der Poren, aus einer Schlämmprobe des EPH.

Abb. 12: Ein fast vollständiger juveniler Echinide (1,2 mm) mit einer leichten "Überkrustung" der Corona, aus einer Schlämmprobe, EPH Tongrube Buttenheim.
Kleinfossilien/Mikrofossilien aus einer Buttenheimer Schlämmprobe
Eine weitere Schlämmprobe, Material aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (Tongrube Buttenheim, 04/2023), erbrachte eine Vielzahl von Kleinfossilien/Mikrofossilien. Nachfolgend eine kleine Fotoauswahl aus dieser Probe. Siehe hierzu auch unter: https://fossilien-steine.hpage.com/artikel/fossiliensuche-in-franken-buttenheim.html (Anhang 7, Abb. 203 - 236).

Abb. 1: Serpuliden, Ichnofossilien sowie verschiedene kleine Fossilfragmente
Abb. 2: Belemnitenbruchstücke (Passaloteuthis sp.)
Abb. 3: verschiedene Muscheklappen
Bildbreite jeweils 25 mm!

Abb. 4: Gehäuseplatten und Stachelfragmente von Echiniden, Stielglieder und Armglieder von Crinoiden sowie ein Wirbel eines Schlangensterns (links unten)
Bildbreite 25 mm!
Abb. 5: Schüttungsbild mit zahlreichen Gastropoden sowie einige Muschelgehäuse
Abb. 6: verschiedene Foraminiferen, zahlreiche Statolithen und Scaphopoden sowie einige Ontolithen
Abb. 7: Schüttungsbild mit Stielgliedern und Armgliedern von Crinoiden, Echinidenplatten sowie Ossikel von Schlangensternen und Seesternen
Bildbreite jeweils 25 mm!

Abb. 08: Schüttungsbild mit Foraminiferen, Ostracoden sowie Pyritkristallen

Abb. 09: Schüttungsbild mit einem Kahnfüßer (mittig), dessen Gehäuse stark beschädigt vorliegt

Abb. 10: Schüttungsbild mit mittig liegenden Statolithen sowie doppelklappige Ostracoden und Foraminiferen

Abb. 11: Schüttungsbild mit Gehäuseteilen von Echiniden, Crinoidenstielglieder sowie Zirrenelemente u.a. Echinodermenreste

Abb. 12: Ein weiteres Schüttungsbild mit verschiedenen Echinodermenresten

Abb.13: Schüttungsbild mit verschiedenen Gastropoden


Abb. 14 u. 15: cf. Astacolus primus (0,9 mm); Lenticulina sp. (1,2 mm)


Abb. 16 u. 17: Pseudonodosaria sp. (1,0 mm); Nodosaria sp. (1,4 mm)


Abb. 18 u. 19: Dentalina sp. (1,8 mm); Dentalina sp. (1,8 mm)


Abb. 20 u. 21: Marginulina sp. (1,5 mm); Marginulina sp. mit einer "abgeknickten" Wuchsform (1,4 mm)


Abb. 22 u. 23: Ichthyolaria sp. (1,5 mm); Dentalina sp. (1,8 mm)

Abb. 24: Vaginulina sp., 1,7 mm

Abb. 25: Abschließend ein weiteres Schüttungsbild mit zahlreichen Foraminiferen, Ostracoden, Statolithen und Ontolithen sowie eine einzelne Seeigelplatte/Interambulacralplatte (mittig links); Schlämmprobe aus dem EPH, Tongrube Buttenheim
Riesen-Endoceraten aus einem Geschiebeblock
Der nachfolgende Beitrag wurde bereits 2007 im online-Magazin "Leitfossil.de" publiziert. Hier postum eine etwas veränderte Fassung.
Wer die Möglichkeit hat, in pleistozän, also eiszeitlich überformten Gelände, nach Fossilien zu suchen, der wird stets sein Augenmerk auf feldrandnahe Lesesteinhaufen (LSH), neben Geschiebeanhäufungen in Kies- und Sandgruben, richten. Hier haben die Landwirte die oberflächlich liegenden Steine der Felder zusammengetragen und zu Haufen aufgeworfen.

Abb. 01: Lesesteinhaufen (LSH) mit eiszeitlichen Geschiebe, am Rande der Beelitzer Spargelfelder (Elsholz bei Beelitz)
Im Beelitzer Spargelanbaugebiet (Brandenburg) sind diese Lesesteinhaufen ein oft anzutreffendes Bild, wenn auch etwas abseits der Land- bzw. Bundesstraßen gelegen. Gut so, denn sonst wäre die ruhige Idylle in der Natur beim Steineklopfen, was an sich auch nicht immer leise ist, durch Verkehrslärm und dauernde Schaulustige gestört. Man muss also über unwegsame Feld- und Wiesenwege fahren, um solche Steinansammlungen zu finden.
Im vergangenen Jahr wurden großflächig neue Spargelfelder südlich von Beelitz angelegt. Dabei musste die Ackerfläche zuvor tiefgründig gepflügt und gedüngt werden. Zirka 80 Zentimeter Tiefe bedeuten etwa 8 Jahre Nutzung und Ernte auf der Spargelfläche. Eine Unmenge kleiner und großer Feldsteine stellte sich dabei den Bauern in den Weg, die sich aber inzwischen auf diese Situation auch maschinell eingestellt haben. So bereiten anfallende Großgeschiebe kaum noch Schwierigkeiten bei der Bergung, kleine Feldsteine werden einfach ausgesiebt. Das Ergebnis liegt dann wie gesagt am Feldrand.
Auch wenn die Fülle an Steinanhäufungen manchmal kaum zu überblicken ist, sollte der Blick stets nur auf Sedimentärgeschiebe gerichtet sein, wenn das persönliche Interesse vorrangig den Geschiebefossilien gilt. Für den Beelitzer Raum ist vor allem eine Anhäufung folgender fossilführender Geschiebe gegeben: Sandsteine aus dem Unterkambrium, Kalkgeschiebe aus dem Ordovizium (hier besonders Orthocerenkalke und Backsteinkalk) und Silur sowie Flinte aus der Oberkreide und Dan. Die Gesteinsgröße der Geschiebe ist im Durchschnitt faustgroß, kann aber auch im Meterbereich liegen. So entdeckte ich ein solches Großgeschiebe am Feldrand der oben erwähnten "Neuerschließung" der Spargelfelder bei Elsholz, südlich von Beelitz. Dabei bin ich einem Hinweis eines befreundeten Sammlers (Dietmar Lüttich, Neuseddin) nachgegangen, der diese "Neuerschließung" der Ackerflächen beobachtet hat. Er selbst hat dabei die Lesesteinhaufen nur kurzzeitig begutachten können, mir aber eine auffällige Anhäufung von Backsteinkalken mitgeteilt. Dies veranlasste mich, die neuen Lesesteinhaufen selbst in Augenschein zu nehmen.

Abb. 02: Massive Kalksteinplatte als Großgeschiebe, in Fundlage (LSH Spargelfelder Beelitz), ca. 1,60 x 1,20 x 0,25 Meter
Eine ganz andere Besonderheit entdeckte ich nur so nebenbei, auch wenn es zu den "Großgeschieben" gezählt werden muss. So etwas kann man eigentlich nicht übersehen. Es handelte sich hierbei um ein ordovizisches Kalksteingeschiebe mit den Ausmaßen 1,60 x 1,20 x 0,25 Metern, welches ein Gewicht von etwa 600 kg auf die Wage gebracht hätte. Dies nachzuprüfen geht nun schwerlich nicht mehr, denn dieser plattige Kalkblock wurde von mir in etwa 6 Stunden Schwerstarbeit in hunderte Gesteinsteile zerlegt. Dabei konnten bedauerlicherweise relativ wenig Makrofossilien geborgen werden (u.a. Cephalopoden, Trilobiten, Brachiopoden, Gastropoden, Crinoiden u.a.m.). Jedoch sollen an dieser Stelle zwei Fundstücke besonders hervorgehoben werden. Dabei handelt es sich um Endoceraten, den Cephalopoden zugehörig. Das Gehäuse dieser orthoconen Nautiliden ist stets langgestreckt ("orthocon", leicht kegelförmig) mit einer randnahen und ventralen Lage des Siphos. Diese Tiergruppe lebte im mittleren bis oberen Ordovizium und brachte meterlange Exemplare hervor.

Abb. 03: Endoceras sp., aus Kalkblock Abb. 02, durchgehend angedeutete Kammerung und randständiger Sipho, Gesamtlänge = 52 cm

Abb. 04: Endoceras sp., aus Kalkblock Abb. 02, linker Bereich mit deutlicher Kammerung und randständigen Sipho, rechter Bereich ehemalige Wohnkammer, Gesamtlänge = 61 cm

Abb. 05 u. 06: Endoceras sp., Details aus Abb. 04, links deutlich erkennbare Kammerung und Septen sowie randlich gelagerten Sipho, rechts Bereich der Wohnkammer
Die Bergung der Endoceraten aus dem Kalkblock gestaltete sich relativ schwierig, denn die Lage der Fossilien befand sich zunächst unterseitig, was bei etwa 600 kg Gesteinsgewicht eine sehr schwierig auszuführende Drehung des Geschiebes nach sich zog. Auch waren jegliche Erschütterungen, hervorgerufen durch Hammer und Meißel plus Arbeitskraft, dem Erhalt der Fossilien nicht dienlich. Die Stücke zerfielen zusehend, so dass neue Methoden bezüglich der Fossil-Bergung eingesetzt werden mussten. Mit Hilfe eines aufgetragenen "Gipsmantels" und durchgeführte Klebearbeiten konnte nunmehr ein totaler Zerfall der Endoceraten verhindert werden. Randbereiche, wie die hintere "Spitze" des Fossilgehäuses waren bedauerlicherweise nicht erhalten. Jedoch erscheint mir die "Gesamtausbeute", eben dieser zwei Cephalopoden, als beachtlich, denn mit den Längenmaßen von 61 bzw. 52 Zentimeter sind diese Fossilstücke für Geschiebefossilien aus dieser Region (Beelitzer Spargelfelder) ausnahmslos selten. Auch erscheint die morphologische Erhaltung des Siphos, der Kammern sowie der Septen für eine weitere Bestimmung geeignet. Hier müssten aber ggf. noch Schnitte bzw. Anschliffe an den beiden Fossilobjekten im Kammer- und Septenbereich durchgeführt werden. Dies würde jedoch den optischen Gesamteindruck negativ beeinträchtigen. Zwar rundet die sedimentäre Ausfüllung und der Erhalt der Wohnkammer das Bild dieser Endoceraten nur oberflächlich ab, zeigt aber dennoch, welche "Giganten" es bereits im Ordovizium gegeben haben muss. Zahllose Beispiele aus dem Anstehenden, dem Herkunftsgebiet dieses Geschiebes mit Cephalopoden, zeigen dies sehr eindrucksvoll.
Systematik:
Klasse - Cephalopoda Cuvier, 1795
Unterklasse - Endoceratoidea Teichert, 1933 (sensu Pohle et al., 2022)
Ordnung - Endocerida Teichert, 1933 (sensu Pohle et al., 2022)
Familie - Endoceratidae Hyatt, 1884
Gattung - Endoceras Hall, 1847
Literaturempfehlung:
Gravesen, P. (1993) - Fossiliensammeln in Südskandinavien, Goldschneck-Verlag
Gravesen, P. (2018) - Fossiler i Nordvesteuropa, Gyldendal
Hucke, K., Voigt, E. (1967) - Einführung in die Geschiebeforschung, Nederlandse Geol. Vereniging-Oldenzaal
Moore, R.C. Ed. (1964) - Cephalopoda, Endoceratoidea u.a., in: Treatise On Invertebrate Paleontology, Mollusca 3, Part K, Univ. Kansas
Müller, A.H. (1994) - Lehrbuch der Paläozoologie, Band II, Invertebraten, Teil 2 - Mollusca 2 - Arthropoda 1, Gustav Fischer Verlag
Neben, W., Krueger, H.H. (1971) - Fossilien ordovicischer Geschiebe, Staringia no. 1, Nederlandse Geol. Vereniging
Neben, W., Krueger, H.H. (1973) - Fossilien ordovicischer und silurischer Geschiebe, Staringia no. 2, Nederlandse Geol. Vereniging
Neben, W., Krueger, H.H. (1979) - Fossilien kambrischer, ordovizischer und silurischer Geschiebe, Staringia no. 5, Grondboor en Hamer no. 1
Rudolph, F., Bilz, W., Pittermann, D. (2019) - Fossilien an deutschen Küsten, Quelle & Meyer Verlag
Schulz, W. (2003) - Geologischer Führer für den norddeutschen Geschiebesammler, cw Verlagsgruppe
Weitere sehr spezielle Literatur zu dieser Cephalopoden-Gruppe wurde von Björn Kröger (Finnish Museum of Natural History, Finnland) publiziert. Siehe hierzu im Internet!
Der Lanzenseeigel Phyllacanthus als Modellvorlage
Der nachfolgende Beitrag wurde bereits 2004 im online-Magazin "leitfossil.de" publiziert. Hier postum eine etwas veränderte Fassung.
Als die Kunststudentin Anne-Katrin Miemietz, Fachhochschule Potsdam, FB 4, den Auftrag ihres Dozenten/Professors entgegennahm, ein Naturobjekt in anderen Dimensionen zu modellieren, entschied sie sich für ein Reisesouvenir, dessen Herkunft und Bezeichnung ihr unbekannt waren. Die Corona des Seeigels Phyllacanthus diente als Vorlage für ein Gipsmodell, das in Vollendung einen Durchmesser von 40 cm hat.

Abb. 01 u. 02: Links der Autor mit dem Gipsmodell eines Phyllacanthus, rechts bestacheltes Gehäuse eines Phyllacanthus imperialis (Lamarck)
Das Verfahren der Modellierung erscheint einfach, bedarf aber einer außerordentlichen künstlerischen und vor allem auch handwerklichen Begabung. Eine Annäherung zum Original wurde durch Frau Miemietz angestrebt, wobei extreme Feinheiten nicht übertragbar waren. Über einen sogenannten Rohling wurde eine Ausgussform hergestellt, welche leider nach der Gipsfüllung zerstört werden musste. Somit entstand mit dem Endprodukt ein Unikat (siehe Abb. 01).
Die Studenten der FH Potsdam stellten nach Vollendung ihrer Arbeiten diese in Potsdam/Einkaufsstraße aus. Durch einen glücklichen Umstand entdeckte ich das ausgestellte Modell des Phyllacanthus in einem Schaufenster und konnte dieses auch für meine Sammlung erwerben.

Abb. 03: Phyllacanthus imperialis (Lamarck), drei Exemplare aboralseitig fotografiert

Abb. 04 u. 05: Links die drei Gehäuse aus Abb. 03 oralseitig aufgenommen, rechts Detail von der linken Corona (Abb. 03) mit einer leichten Pathologie (Duplizierung einer Hauptstachelwarze im interambulakralen Bereich)

Abb. 06: Details einer bestachelten Corona von Phyllacanthus imperialis (Lamarck)
Der Lanzenseeigel Phyllacanthus wird oft mit dem indopazifischen cidariden Seeigel Phyllacanthus imperialis (Lamarck, 1816) gleichgesetzt. An Spezies gibt es jedoch mehrere, die sowohl im Roten Meer, im südpazifischen Raum, als auch im japanischen Meeresbereich anzutreffen sind. Bereits in geringer Wassertiefe (0 - 15 m Tiefe) kann man auf diese Seeigel treffen, wobei die Nachtstunden (Nachtaktivität) günstig sind. Dann verlassen diese Meerestiere ihr Tagesversteck und gehen auf ihrem nächtlichen Weidegang auf schwammbedeckten Felsen auf Nahrungssuche.
Der oft schlechte Ruf der Seeigel, sie seien die "Müllmänner" des Meeres, erscheint an dieser Stelle unangebracht, wie so oft, denn die sogenannte Volksmeinung irrt hier sehr. Gerade in diesem Fall zeigen die Seeigel in ihrem Lebens- und Fressverhalten, ob ein ökologisches Gleichgewicht im marinen Bereich in Takt oder aber durch menschliche Umwelteinflüsse aus den Fugen geraten ist.
Ein anderes Problem zeigt sich in der Vermarktung mariner Schalentiere (Mollusken, Stachelhäuter ...). Ob Muscheln, Meeresschnecken oder Seeigel, sie werden in sogenannten Touristencentren zu Hauf angeboten oder nach Europa verschifft. Bedenken wir alle: Jeder Kauf bedeutet notwendigen Nachschub und damit die uneigennützige Ausbeutung des Meeres bzw. der Weltmeere. Auch ich muss mich stets zurechtweisen, wenn ich an solchen Verkaufsständen stehe und all den Verlockungen preisgegeben bin.
Wer im Besitz eines Meerwasseraquariums ist und den obengenannten Lanzenseeigel bei sich halten möchte, der sollte vor allem die nötigen Besonderheiten wie Versteckplätze, Kiesgrund und Algenrasen berücksichtigen, neben einer ausreichenden Beckengröße.
Die Versuche, Originale in Form von Modellen nachzugestalten, schlugen bei mir bislang fehl. Deshalb abschließend ein besonderer Dank an die Künstlerin Anne-Katrin Miemietz für diesen überdimensionalen Seeigel vom Typ Phyllacanthus.
Literaturempfehlung:
Barraclough, H. (1966) - Cidaroids, in: Treatise On Invertebrate Paleontology, Part U, Echinodermata, Vol. 1, Univ. Kansas
Erhardt, H., Moosleitner, H. (1995) - Meerwasser Atlas, Bd. 3, Mergus Verlag
Miskelly, A. (2002) - Sea Urchins of Australia and the Indo-Pacific, Caprocornica Publications, Sydney
Schultz, H. (2005) - Sea Urchins, a guide to worldwide shallow water species, Scientific Publicarions
Schultz, H. (2015) - Echinoidea, in: Handbook of Zoology, Echinodermata, Vol. 1, De Gruyter
Buttenheimer Weihnacht
In der besinnlichen Zeit zur Weihnacht denke ich auch an Orte, die Geschichte entblättern. So an Buttenheim, ein Schatz aus früherer Zeit. Hier erzählen Fossilien vom Leben, das einst war und verbinden uns mit der Urzeit, Erinnerungen an ein Sein vor unserer Zeit. Zur Weihnacht, wenn die Welt in Frieden ruht, sollten wir auch die Natur feiern, denn sie gibt uns Kraft und Zuversicht. Möge uns der Zauber der Fossilien stets begleiten. Buttenheim ein Geschenk der Zeit, Fossilien und Weihnacht in Dankbarkeit.
siehe auch: https://fossilien-steine.hpage.com/artikel/fossiliensuche-in-franken-buttenheim.html

"Tiere im Polarlicht", eine Sonderausstellung im Naturkundemuseum Potsdam
In der neuen Sonderausstellung des Naturkundemuseums Potsdam, die vom 12.09.2024 - 15.06.2025 zu sehen ist, sind neben zahlreichen Tieren der nordischen Region (Schnee-Eule, Eisfuchs, Moschusochse u.a.m.) auch Themen zum Wetter und Klima sowie zu den Eiszeiten dargestellt. Darunter auch einige eiszeitliche Geschiebe der Weichsel- und Saale-Eiszeit: Rapakivi-Granit, Loftahammar-Gneisgranit, Paskallavik-Porphyr, Västervik-Fleckengestein, Skolithos-Sandstein, Diplocraterion-Sandstein, Feuerstein als "Hühnergott", sowie zwei Windkanter und ein Sandsteingeschiebe mit Gletscherschrammen. Diese wurden freundlicherweise vom Findlingsgarten Seddiner See e.V. zur Verfügung gestellt.

Abb. 1: Blick auf einen Teilbereich der Ausstellung

Abb. 2: Loftahammar-Gneisgranit (Augengneis)

Abb. 3: Sandstein mit Ichnofossilien (Spurenfossilien), links Diplocraterion sp., rechts Skolithos sp.
Alle Jahre wieder, Kreideabbrüche auf Rügen:
Anfang Januar 2024 kam es an der Rügener Kreideküste zu einem größeren Kreideabbruch zwischen dem Kieler und dem Kollicker Bach (ggf. Kreidekomplex XVI). Auf der Internetseite vom Nationalpark Jasmund ("Achtung Küstenabbrüche") wird dieser Abbruch vom Volumen her mit ca. 5000 m3 angegeben. Einen weiteren aber kleineren Abbruch soll es weiter nördlich auf Höhe des Kollicker Ortes gegeben haben. Dazu wurden aber keine weiteren Angaben veröffentlicht.
Auf einer weiteren Seite vom Nationalpark Jasmund wird zum Verständnis auf gegebene Ursachen, die zu solchen Abbrüchen an der Kreideküste führen, hingewiesen ("Küstendynamik"). Zudem wird auch eine ausdrückliche Warnung für Wanderer ausgesprochen, die sich in Küstenbereiche zwischen Sassnitz und Lohme aufhalten wollen. Dies gilt im Besonderen für den Strand-und Küstenbereich aber auch für Wanderwege oberhalb des Kliffs (Hochuferweg).
Nachfolgende Foto´s habe ich dankend von Gerd Lindmayer (Sassnitz) erhalten. Sie zeigen aktuell den genannte Kreideabbruch zwischen dem Kieler und dem Kollicker Bach, südlich vom Kollicker Ort.

Abb. 01: Kreideabbruch zwischen Kieler und Kollicker Bach; Foto: G. Lindmayer (Sassnitz)
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Abb. 02: dgl.; Foto: G. Lindmayer (Sassmitz)
Tongrube Unterstürmig (Oberfranken):
Die Tongrube Unterstürmig befindet sich zwischen den Orten Buttenheim und Eggolsheim in Oberfranken. Sie ist seit Jahrzehnten aufgelassen, eine Fossiliensuche ist nicht mehr möglich. Einst bekannt durch die Fundmöglichkeiten im Lias delta (weißschalige Ammoniten / Pleuroceraten) und Lias epsilon. Heute steht die Tongrube unter Naturschutz. Mit viel gelungenem Aufwand entstand am nordwestlichen Rand des ehemaligen Grubenbereichs die "Umweltstation Lias-Grube in Unterstürmig". Hier können Tagungen abgehalten aber auch Feste gefeiert werden (mit Übernachtungsmöglichkeiten). Darüber hinaus werden Führungen zu verschiedenen Themen angeboten. All dies für Naturinteressierte, für Schulklassen und Familien. Eine kleine Themenauswahl aus dem umfangreichen Programm der "Umweltstation ...": Outdoor Survival, Klimawerkstatt, Lehmwerkstatt, Vögel und Insekten, Walderlebnis, Kunst in der Natur, Streuobstwiese, Tierschutz, Steinzeit u.a.m..
Wer mehr über die "Umweltstation ..." erfahren möchte siehe unter www.umweltstation-liasgrube.de.
Nachfolgende Fotos entstanden am 12.04.2023:

Abb. 01

Abb. 02: Schautafel mit Hinweisen zu Fossilien, wie sie einst in der Tongrube zu finden waren; Quelle: Umweltstation Lias-Grube Unterstürmig

Abb. 03

Abb. 04

Abb. 01, 03 - 05: Ansichten der aufgelassenen und unter Naturschutz stehenden Tongrube Unterstürmig
Literaturempfehlung:
Autorenkollektiv (2009) - Managementplan für das FFH-Gebiet 6232-301 "Liasgrube bei Unterstürmig", Fachgrundlagen, Riegierung von Oberfranken, Sachgebiet 51
Hoffmann, R., Keupp, H., Gradl, H. (2007) - Zur Korrelation der Lias-Tongruben von Unterstürmig und Buttenheim (Frankenalb), Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 89
Richter, A. (1991) - Geologie und Paläontologie: Das Mesozoikum der Frankenalb, Vom Ries bis ins Coburger Land, Gondrom Verlag
Richter, A. (2000) - Geoführer Frankenjura, Geologische Sehenswürdigkeiten und Fossilfundstellen, Ammon Rey Verlag
Sowie zahlreiche Artikel in den Zeitschriften "Fossilien" und "Der Steinkern".
Geotop und Fossiliengrube Mistelgau (Oberfranken):
In der Tongrube Mistelgau, südwestlich von Bayreuth gelegen, wurde bis 2005 Gestein für die Herstellung von Ziegeln abgebaut. Stratigraphisch standen Schichte aus dem Lias (Unter-Toarcium/Posidonienschiefer u. Obertoarcium/Jurensismergel) und Dogger (Unter-Aalenium/Opalinuston) an. Kurzzeitig wurde eine "Probegrabung" im Amaltheenton durchgeführt. Auf Grund einer hohen Fossildichte in den dortigen Schichten sowie einer sehr guten Fossilerhaltung war dieser Aufschluss überregional sehr bekannt und bei Fossiliensammlern sehr beliebt. Es konnten Ammoniten, Belemniten, Muscheln, Schnecken, Stachelhäuter ... und Wirbeltiere in musealer Qualität geborgen werden. Im Urwelt-Museum Oberfranken in Bayreuth sind solche Fossilien ausgestellt. Ein Betreten der Grube und das Bergen von Fossilien ist derzeit nur eingeschränkt möglich, es werden aber Führungen angeboten.
Siehe hierzu auch unter Artikel: "Fossiliensuche in Franken - Mistelgau".
Nachfolgende Fotos entstanden am 01.03.2023.

Abb. 01: Geotop und Fossiliengrube Mistelgau, Grubenansicht aus südlicher Richtung (1)

Abb. 02: Geotop und Fossiliengrube Mistelgau (2)

Abb. 03: Schautafel "Fossiliengrube Mistelgau, Geologie erleben" (Quelle: Bayerisches Staatsministeriun für Umwelt und Gesundheit)
Literaturempfehlung:
Autorenkollektiv (2013) - Die Tongrube Mistelgau, Der Steinkern, H. 15
Richter, A. (1991) - Geologie und Paläontologie: Das Mesozoikum der Frankenalb, Vom Ries bis uns Coburger Land, Gondrom Verlag
Richter, A. (2000) - Geoführer Frankenjura, Geologische Sehenswürdigkeiten und Fossilfundstellen, Ammon Rey Verlag
Riegraf, W., Werner, G., Lorcher, F. (1984) - Der Posidonienschiefer, Biostratigraphie, Fauna und Fazies des südwestdeutschen Untertoarciums (Lias epsilon), Ferdinand Enke Verlag
Schulbert, C. (2001) - Die Ammonitenfauna und Stratigraphie der Tongrube Mistelgau bei Bayreuth (Oberfranken), Beihefte zu den Berichten der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth e. V., H. 4
Schlegelmilch, R. (1998) - Die Belemniten des süddeutschen Jura, Gustav Fischer Verlag
Internetempfehlung:
https://www.mistelgau.de/freizeit-und-tourismus/freizeit-und-sport/geotop-zum-donnerkeil
https://landschaften-in-deutschland.de/exkursionen/81_e_501-schoenste-geotope/
Arbeitseinsatz im Findlingsgarten Seddiner See:
Am 12.05.2021 wurden zahlreiche Gesteinstafeln im Findlingsgarten Seddiner See (Kähnsdorf) ausgetauscht. Diese waren im Laufe der Jahre etwas "unansehnlich" geworden, wurden aber auch "inhaltlich" verändert und erneuert.












Die Gestaltung der Findlingsskulptur im Findlingsgarten Seddiner See wird nach Auskunft des Künstlers Norbert Müller demnächst beendet werden. Es ist bereits eine zweite Skulptur in Anlehnung an die derzeitig noch in Bearbeitung befindliche in Planung. Sie wird dann ebenfalls im Findlingsgarten zu sehen sein. Inwieweit man dann auch dem Künstler "über die Schulter schauen" kann ist terminlich noch nicht klar.
Siehe auch unter: www.granitnomaden.com
Aufnahmen vom 25.03.2021.


Neues aus dem Findlingsgarten Seddiner See: (Auszug aus www.findlinge-seddin.de)
"In Vorbereitung auf das Jahr 2021 haben wir im vergangenen September bereits ein umfangreiches Projekt begonnen, das sich mit der fachlichen Modernisierung zur Darstellung unserer Findlinge beschäftigt. Mit Marc Torbohm, einem ausgewiesenen Findlingsspezialisten aus Berlin und unseren Mitgliedern Klaus-Dieter Jänicke, Dietmar Lüttich und Markus Loof haben wir angefangen, das neue System umzusetzen. Das bedeutet, die auf den verschiedenen Rondells befindlichen Findlinge werden nach den gegenwärtigen geologischen Kenntnissen teilweise neu zugeordnet. Es werden dann auch mehr als bisher Findlinge hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Herkunft beschrieben" (H. Vollstädt)
Fotos: K.-D. Jänicke



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Fotoimpressionen aus dem Findlingsgarten Seddiner See
(M. Torbohm, K.-D. Jänicke)





Skulpturengestaltung im Findlingsgarten
Seit geraumer Zeit ist der Findlingsgarten in der Gemeinde Seddiner See (OT Kähnsdorf) wieder für Besucher geöffnet. Derzeit arbeitet der Künstler Norbert Müller vor Ort an einem Findling. Dabei handelt sich um ein granitisches Gestein, welches eine torsale Form erhalten soll. Nach Aussage von N. Müller darf man seine Arbeit direkt beobachten und bestaunen. Er ist immer donnerstags in der Zeit von 10:00 bis 14.00 Uhr im Findlingsgarten anzutreffen (unverbindliche Angabe, gilt vorerst bis zum 16.07.2020).
Fotos vom: 18. Juni 2020 bis 19. Juli 2020.










Der "Granitnomade" Norbert Müller gestaltet derzeit einen Findling
Eine neue Skulptur von Norbert Müller kann in der Entstehungsphase im Findlingsgarten Seddiner See (Kähnsdorf) bestaunt werden. Der dazu benutzte Findling stammt ursprünglich aus dem Tagebaugebiet von Senftenberg und lag schon seit Jahren im Findlingsgarten. Müller nutzt im Besonderen die metamophen Texturen eiszeitlicher Geschiebe, um abstrakte sowie figürliche Formen dem Gestein zu entlocken. Seine Skulpturen waren bereits mehrfach im Findlingsgarten zu sehen und könne auch käuflich erworben werden. Hierzu auch der Hinweis auf seine Homepage www.granitnomaden.com. Erst kürzlich zeigte der Künstler sein Können und seine Arbeitsweise Schülern einer Potsdamer Grundschule, die sich auf einer Exkursion (Wandertag) im Findlingsgarten befanden. Die hier gezeigten Fotos entstanden am 06. Mai 2019.

Abb. 1: Norbert Müller zeigt interessierten Kindern einer Potsdamer Grundschule sein Können. Er arbeitet hier mit Hilfe von verschieden Schleifmitteln und Schleifgeräten an seiner Skulptur.

Abb. 2 u. 3: Skulptur von Norbert Müller in der letzten Arbeitsphase.

Abb. 4: Detailansicht der Skulptur (z.T. angefeuchtet).

Abb. 5: Die Skulptur ist hier im angefeuchteten Zustand zu sehen, um die metamorphe Textur des Findlings besser hervorzuheben. Später und abschließend wird noch die Oberfläche der Figur durch einen Politurschliff aufgewertet.
A. Morley Davies (1935) - Tertiary Faunas
Auszug aus Vol.1: The Composition Of Tertiary Faunas
Tertiary Echinoidea (Cidaroida, Centrechinoida, Helectypoida, Nicleolitoida, Clypeasteroida, Cassiduloida, Spatangoida)























Desweiteren werden im Band Vol.1 vorgestellt: "Foraminifera, Lamellibranchia, Gastropoda, Other Tertiary Invertebrata, Tertiary Vertebrata".
Der zweite Band (Vol.2) ist betitelt: "The Sequence Of Tertiary Faunas" und beinhaltet allgemeine sowie globale faunistische und geologische Aspekte des Tertiärs.
Der "Lügensteinweg" bei Eibelstadt
Gewissermaßen als Zusatz zum Artikel "Fossiliensuche in Franken - Das Triasmuseum an der Ochsenfurt" (siehe unter Artikel!) soll an dieser Stelle noch auf den "Lügensteinweg" bei Eibelstadt hingewiesen werden. An zahlreichen Standorten entlang des 5 km langen Wanderweges wird eine örtliche Begebenheit aus den Jahren 1725/ 1726 dokumentiert, die in die Geschichtsbücher der Paläontologie einging.

Abb. 01 u. 02: Links Aufsteller zum "Lügensteinweg" in Eibelstadt mit der Abbildung eines "Lügensteins", Traubenfrucht als Flachrelief (Original im Naturkunde-Museum Bamberg), rechts Lageskizze des "Lügensteinwegs", Lage nordöstlich von Eibelstadt, Quelle: Weinbauverein Eibelstadt/ Stadt Eibelstadt.

Abb. 03 u. 04: Großflächig angelegte Felder mit Weinreben entlang des "Lügensteinwegs".

Abb. 05 u. 06: Großmaßstäbige Abbbildungen von zwei "Lügensteinen" auf Schautafeln am "Lügensteinweg", links Abbildung eines Insektentieres (Original im Mainfränkischen Museum Würzburg), rechts Darstellung eines Spinnennetzes und Spinne am Spinnenfaden (Original im Naturkunde-Museum Bamberg). Quelle: siehe Abb. 1 u. 2

Abb. 07: Lageskizze mit Blick aus östlicher Richtung auf Eibelstadt und Kennzeichnung der Fundortlage der 1725 gefundenen "Lügensteine". Quelle: siehe Abb. 1 u. 2

Abb. 08: Abendstimmung am "Lügensteinweg": Wassertropfen an einer Weinrebe im Abendlicht.
Anhang:

Abb. 09: Blick in eine Ausstellungsvitrine des Mainfränkischen Museums Würzburg mit einem Exemplar der "Lithographiae Wirceburgensis ..." und 32 "Lügensteinen".
Wiedergabe des Vitrinentextes: ""Würzburger Lügensteine", Würzburg, 1726, Die sogenannten Würzburger Lügensteine sind gefälschte Versteinerungen, die 1726 dem Würzburger fürstbischöflichen Leibarzt und Universitätsprofessor Johann Bartholomäus Adam Beringer von gekränkten Kollegen aus Rache zugespielt wurden. Beringer veröffentlichte die von ihm als echt angesehenen Steine in dem Buch "Lithographiae Wirceburgensis" als Doktorarbeit eines seiner Schüler." Quelle: Mainfränkisches Museum Würzburg
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Sonderausstellung im Kreidemuseum
Im Kreidemuseum Rügen (Gummanz) ist seit fast einem Jahr eine kleine Sonderausstellung zum Fossil des Jahres 2017 zu sehen.
Die Kreideauster Pycnodonte (Phygraea) vesiculare (LAMARCK, 1806) aus der Rügener Schreibkreide wird in einer thematisch gestalteten Vitrine in ihren manigfaltigen Erscheinungsformen präsentiert. Darunter folgende vier Themen: 1. Pycnodonte im Kontakt mit dem kalzitischen Substrat, 2. Pycnodonte mit Nachweis von Schwämmen oder aragonitischen Substraten, 3. Pycnodonte als Sustrat für auf und in Hartböden lebende Organismen, 4. Pycnodonte-Reste als Strand- oder Geschiebefunde. Ein informativ gestaltetes Faltblatt, herausgegeben von der Paläontologischen Gesellschaft e.V., ist im Museums-Shop erhältlich.

Abb. 1.: Blick auf die Sonderausstellung im Kreidemuseum Rügen zum Fossil des Jahres 2017, Pycnodonte (Phygraea) vesiculare


Abb. 2 bis 5: Eine kleine Foto-Auswahl der Ausstellungsstücke, die eine breit angelegte Vielfalt zum Thema Kreide-Auster (Pycnodonte) deutlich macht.

Abb. 6: In einer zweiten Vitrine sind zahlreiche Austern in unterschiedlicher Größe und unterschiedlicher Formgestaltung zu sehen.
"Granitnomaden" im Findlingsgarten in Kähnsdorf der Gemeinde Seddiner See
Mit dem Titel "Granitnomaden" ist derzeit eine Skulpturenausstellung im Findlingsgarten Seddiner See zu bestaunen. Ausgestellt werden Werke des Potsdamer Bildhauers Norbert Müller. Im Flyer zur Ausstellung heißt es: "Weiche Formen seiner figürlichen und abstrakten Arbeiten kontrastieren die Härte des Gesteins. Dabei wird die Transformation des Objekts nur soweit voran getrieben, dass auch das Material selbst noch zur Sprache kommt. Als Zeugen der Eiszeit bleibt so jeder Stein, den Müller dem Boden abtrotzt, mit seiner Einzigartigkeit und natürlichen Ausdrucksstärke bestehen".

Abb. 01: Eröffnung der Skulpturenausstellung im Findlingsgarten am 26.05.2017

Abb. 02: "U" Granit

Abb. 03: "Sitzende" Granit

Abb. 04: "Lena" Granit

Abb. 05: "Lesende" Marmor
Alle ausgestellten Skulpturen können auch käuflich erworben werden. Hierzu siehe: www.granitnomaden.com
Handwerkliches Treiben im Findlingsgarten Seddiner See
17. Frühlingsfest mit vielen Aktivitäten: Es wurden wie stets viele Steine gesägt, geschliffen und poliert. Außerdem wurden erste Arbeiten an einer neuen Sonnenuhr begonnen, die aus einem Findling entstehen wird. Unsere Gäste brachten auch wieder Eigenfunde mit, die vor Ort bearbeitet wurden. Diesmal waren auch einige Raritäten dabei: Eine Markasitknolle von Rügen mit einem Seeigeleinschluss, eine farbenfrohe Brekzie aus der Chiemseeregion sowie zwei besondere Feuersteine von der Düne Helgolands.
Ein Dank an dieser Stelle auch an unsere Partner, die Steinmetze von Beelitz und an alle Helfer des Findlingsgarten Vereins Seddiner See.








Fossil des Jahres 2017 - Pycnodonte (Phygraea) vesiculare
Den Titel "Fossil des Jahres" erhielt in diesem Jahr (2017) die Kreideauster Pycnodonte (Phygraea) vesiculare. Er wurde wie in jedem Jahr von der Paläontologischen Gesellschaft vergeben. Die auch als "Dickmuschel" bezeichnete Auster ist lokal bedingt ein häufig zu findendes und allseits bekanntes Fossil der Oberkreide. Aber auch eine wissenschaftliche und wissenschaftshistorische Bedeutung wurde bei der Titelvergabe der Pycnodonte (Phygraea) vesiculare zugesprochen.
Diesbezüglich sind bereits einige sehr informative Veröffentlichungen im Internet erschienen:
- Paläontologische Gesellschaft: http://www.palges.de/preiseauszeichnungen/fossil-des-jahres/aktuelles-fossil-des-jahres/
- Kreidemuseum Rügen: http://www.kreidemuseum.de/aktuelles_700.html
http://www.kreidemuseum.de/pdf/1366198732/Fossil%20des%20Jahres%202017.pdf
- Universität Göttingen: http://www.geobiologie.uni-goettingen.de/images/pdf/FL_PalGes_Fossil_2017.pdf
- Online-Magazin (Rügen): http://wirsindinsel.de/2017/03/15/eine-rueganerin-ist-fossil-des-jahres-2017/
- TV-Beitrag/ NDR/ Nordmagazin: http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Schreibkreide-Auster-ist- Fossil-des-Jahres,fossil124.html
- ARD Mediathek: http://www.ardmediathek.de/tv/Nordmagazin/Kreideauster-ist-Fossil-des-Jahres/NDR-Fernsehen/Video? bcastId=25231222&documentId=40607570
- Fossilien-Steine (diese HP): http://fossilien-steine.npage.de/artikel/pycnodonte-vesicularis.html
... sowie folgende Artikel:
- Kutscher, Manfred (2017) - Pycnodonte (Phygraea) vesiculare (LAMARCK, 1806) - eine wenig Beachtete ist Fossil des Jahres 2017, Geschiebekunde aktuell 33 (2), S. 34-43, 21 Abb. (4 Taf.), Hamburg
- Reich, Mike (2017) - Fossil des Jahres 2017: Schreibkreide-"Dickmuschel" Pycnodonte (Phygraea) vesiculare (Lamarck, 1806), Fossilien, Journal für Erdgeschichte, 4/2017, S. 58-60, Wiebelsheim

Abb. 1-3: Pycnodonte (Phygraea) vesiculare: (1) Außenfläche einer linken Muschelklappe, (2) Epifauna der eigenen Art auf der Außenfläche einer linken Muschelklappe, (3) Innenfläche einer linken Muschelklappe mit epifaunalem Bewuchs

Abb. 4: Morphologisch typische Formen der Kreideauster Pycnodonte (Phagraea) vesiculare (linke Muschelklappen), die alle an der Kreideküste Rügens gefunden wurden (Wissower Ufer, Fahrnitzer Ufer, Kieler Ufer, Kollicker Ufer und Kap Arkona)
Fossile Seeigel aus Süd-Australien
1869 veröffentlichte Dr. Gustav C. LAUBE in den Sitzungsberichten der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Wien (Jahrgang 1869 - Heft I - IV) folgenden Artikel: "Über einige fossile Echiniden von den Murray cliffs in Süd-Australien" (S. 183 - 198, 1 Taf.). Darin beschreibt LAUBE erstmalig einige tertiäre Seeigel aus der Provinz South Australia und bildet sie zudem in einer Tafel ab.
Nachfolgend o.g. Artikel als fotomechanischer Nachdruck:

















"Neue Kunst und alte Steine" im Findlingsgarten Seddiner See (07/2016)
Der Titel "Neue Kunst und alte Steine" wurde von der Galerie Ruhnke (Potsdam) gewählt um Skulpturen und Installationen im Findlingsgarten Seddiner See zu zeigen. Dabei wird versucht eine besondere Symbiose zwischen Kunst und Natur herzustellen. Derzeit sind Arbeiten von 12 Künstlern auf dem Freigelände des Findlingsgartens in Kähnsdorf (Gemeinde Seddiner See) zu sehen. Nachfolgend einige wenige Beispiele, bei denen Gesteine verwendet wurden.

Abb.1: Im Eingangsbereich steht die Skulptur von Karl Menzen "Gegen-Satz", eine Arbeit aus Stahl und Stein von 2002

Abb.2: Am Toteissee des Findlingsgartens steht die Arbeit von Victor Bisquolm "Augenblick", 2006

Abb.3 u.4: Victor Bisquolm, Augenblick 2006

Abb.5: Eine weitere Arbeit von Victor Bisquolm, der hier im Besonderen die Textur des Geschiebes (Metamorphit) für seine Arbeit genutzt hat, um diesen "Butt" eine Form zu geben. Standort am Rand des Toteissees im Findlingsgarten.

Abb.7: Thomas Reifferscheidt hat hier einen Olivin-Diabas zur Skulptur gestaltet. "Erde", 1989

Abb.8, 9 u.10: Drei Beispiele der Installationen ("Kunst und Natur: Schätze") von Susanne Ruoff, die erst kürzlich im Findlingsgarten aufgestellt wurden. Die hier verwendeten glazial stark gerundete Geschiebe wurden formgemäß in massive Holzblöcke eingefasst, die man zur Anschauung öffnen und wieder schließen kann.

Abb.11 u.12: Zwei weitere Beispiele von Susanne Ruoffs Installationen.

Abb.13: Ein letztes Beispiel von insgesamt 12 Installationen, die Susanne Ruoff (Berlin) im Findlingsgarten Seddiner See aufgestellt hat.
Aktuelle Fotos vom Findlingsgarten (09/2015):

Abb.1: Geschiebe-Windkanter im Eingangsbereich des Findlingsgartens

Abb.2: Blick auf eine Ausstellungsfläche mit eiszeitlichen Geschieben

Abb.3: Austellungsfläche mit Findlingen

Abb.4: Skulptur in einer "Harmonie" zwischen Stahl und Stein, Eingangsbereich des Findlingsgartens
Der Findlingsgarten Seddiner See in Kähnsdorf, bei Beelitz (Land Brandenburg):
Überall Steine, zum Leidwesen der Beelitzer Spargelbauern, die diese immer wieder durch ihr Tiefpfügen an die Oberfläche holen.
Der Verein Findlingsgarten Seddiner See, der sich vor 10 Jahren gebildet hat, ist ein wohlwollender Abnehmer dieser "Steinelast".
In der nachfolgenden Bildergalerie sind einige Ansichten vom Findlingsgarten zu sehen, die durch weitere ergänzt werden.
Fotos: 2011


Fossilien und Steine aus der Kiesgrube "Freesdorfer Heide", bei Saarmund (Land Brandenburg):
Sammlung und Fotos: Georg Engelhardt, siehe auch www.geoengel.npage.de
Bildbearbeitung: K.-D. Jänicke
Vorbemerkungen:
Die Kiesgrube "Freesdorfer Heide" (KFH) befindet sich SSE von Potsdam. Sie ist seit jahrzehnten in Betrieb, hat aber einen Teil des Tagebaues bereits verkippt. Leider geriet sie in der letzten Zeit etwas in Verruf, da man bei Kontrollen "Ungereimtheiten" im Verkippungsmaterial entdeckte.
Der Hobbypaläonthologe Georg Engelhardt (Potsdam) widmet sich bereits seit jahrzehnten dem Geschehen in diesem Tagebau, sammelt dort in regelmäßigen Abständen Geschiebe, führt aber auch Führungen für kleine und große Gruppen durch.
Ein Großteil seiner Sammlung befindet sich in einem Außengelände und in einem Ausstellungsraum auf dem Potsdamer Ravensberg (Waldschule). Auch hier sind Besichtigungen und Führungen nach Anmeldung möglich.
Die hier gezeigten Fotos dokumentieren seltene bis sehr seltene Funde bezüglich des Gesteintyps aber auch des vorliegenden Fossilmaterials. Eine weitergehende Präparation und sachliche Bearbeitung fand noch nicht statt, wird aber sicherlich noch folgen, so dass das Fotomaterial zunächst nur in dieser Galerie erscheint, und ggf. später als Artikel eingestellt wird.

Abb. 1: Anthrakonitgeschiebe mit noch nicht eindeutig bestimmter Schichtung; vermutlich Grenzschicht zwischen der obersten Schicht des Mittelkambriums und der untersten Schicht des Oberkambriums (lt. Vermutung G. Engelhardt)

Abb. 2: Stinkkalggeschiebe mit einer Vielzahl von Fossilresten (Häutungsreste) eines agnostiden Trilobiten (Agnostus sp.)

Abb.: 3: Bildausschnitt aus Abb. 2

Abb. 4: Muschelkalkgeschiebe mit deutlicher Rippenstruktur eines Ammoniten/ Ceratiten; Anmerkung: Ammonitenfunde in der Kiesgrube Freesdorfer Heide (KFH) sind extrem selten, vermutlich ein erster Beleg!

Abb. 5: Gegenstück (Negativform) des Ammoniten/ Ceratiten aus Abb. 4

Abb. 6: Problematikum aus o.g. Muschelkalkgeschiebe