Fossiliensuche in Franken - Petrefaktensammlung Kloster Banz

23.08.2025 / 24.08.2025


Die historische und sehr bedeutungsvolle Fossiliensammlung/Petrefaktensammlung befindet sich im Consuletenbau des Kloster Banz, nördlich von Staffelstein (Oberfranken) gelegen. Sie wird von der "Hans-Seidel-Stiftung" getragen. Die Ausstellung wurde einst von Carl Theodori (1788-1857) und Augustin Geyer (1774-1837) für das Kloster Banz erstellt und auch damals schon wissenschaftlich bearbeitet (Theodori 1843, 1848).  Die dort ausgestellten Fossilien entstammen meist der unmittelbaren Umgebung nordwestlich des Mainverlaufs (von Nedensdorf über Unnersdorf und Banz bis nach Tiefenroth). Sie repräsentieren einzigartige Lebensformen des Lias/U. Jura, wie man sie im 19. Jahrhundert noch finden konnte: Fischsaurier, Meereskrokodile, Fische, Kopffüßer (Ammoniten, Belemniten), Seelilien u.a. Meerestiere sowie pflanzliche Fossilien, aber auch geologische Belege aus dem Lias. Zudem sind in der Ausstellung auch zahlreiche Skizzen, Lithografien, stratigrafische Darstellungen und sehr anschaulich auch nachgestellte "Lebensbilder" aus der Jurazeit zu sehen. Einzigartig, dass sich in dieser Sammlung auch noch originale Bestände an Lithografien, Zeichnungen, handschriftliche Blätter nebst Briefwechsel sowie die damalige Bibliothek befinden.

Anschrift: Kloster Banz, 96231 Staffelstein, Tel.: 09573/33744 


Literaturempfehlung:

Kästle, B. (1992) - Petrefaktensammlung Kloster Banz, Versteinerungen und Orientalische Sammlung, Hrg. Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen in Bayern beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Bd. 17, Schnell und Steiner 1992

Kuhn, O. (1981) - Carl von Theodori, Paläontologe, 1788-1857, in: 56. Bericht Naturf. Gesellschaft Bamberg


Die nachfolgenden Fotos zeigen lediglich eine kleine Auswahl der in der Sammlung präsentierten Fossilstücke und sind zudem sehr subjektiv ausgewählt worden. Archiv-Objekte konnten leider nicht gesehen werden, sollten aber gewiss genau so interessant sein, wie die Stücke der Ausstellung.


Abb. 01: Eingangsbereich für die zwei Ausstellungen (Petrefaktensammlung und Orientalische Sammlung) im Consuletenbau des Kloster Banz.

Abb. 02: Blick in den Ausstellungsraum der Fossilienausstellung/Petrefaktensammlung, die sich im Kellerraum des Consuletenbaus befindet. Fast alle Ausstellungsstücke sind thematisch in moderne Vitrinen untergebracht, was fotografisch/fototechnisch gelegentlich zu starken Spiegelungen führt und somit leider die Qualität der Aufnahmen schmälert.

Abb. 03: Das wohl größte und schönste "Highlight" der Ausstellung: Leptopterygius trigonodon (Fischsaurier) aus dem Lias epsilon, 1841 bei Unnersdorf (zw. Staffelstein und Banz gelegen) geborgen. Der oben abgebildete Schädel soll mit einer Gesamtlänge von 2,10 Meter, der größte Fischsaurierschädel Europas sein.

Abb. 04 u. 05: Detailaufnahmen aus Abb. 03.

Abb. 06: Stenopterygius quadricissus (Fischsaurier), hier in einer historischen Vitrine präsentiert. Auch dieses Fossil wurde bei Unnersdorf geborgen und ist leider im hinteren Körperteil unvollständig. Lediglich verstreut liegende Wirbelkörper liegen auf der "Fehlstelle", der ansonsten beeindruckenden Fossilplatte. 

 

Abb. 07: Lebensbild aus dem Lias mit der Darstellung von verschiedenen Pflanzen (Ginkgo, Farne, Schachtelhalme u.a.) sowie Tieren (Flugsaurier, Fischsaurier, Fische, Belemnitentiere, Ammoniten, Seelilien, Meereskrokodile u.a.). Diese Lebensgemeinschaft weist zudem auf ein mäßig warmes Klima hin.

Abb. 08: Steneosaurus wollensis (Meereskrokodil), mit einer Länge von drei Metern fast vollständig erhalten. Bauchseitige Ansicht/Darstellung wobei die "Hautknochen" somit unter dem Skelett gelagert vorliegen (Fundort bei Banz).

 

Abb. 09 - 11: Dreigeteilte Ansicht des Meereskrokodils aus Abb. 08 (Steneosaurus wollensis).

Abb. 12: Verschiedene Belemnitenrostren und Mollusken aus einer "Altsammlung", vermutlich aus dem Toarcium, sowie dazugehörige originale Fossiletiketten.

Abb. 13: In einer eigenen Vitrine sind zahlreiche Belemniten-Rostren ausgestellt. Dies zeigt sehr eindrucksvoll, wie variabel bzw. vielgestaltig die Morphologie dieser Kopffüßer/Tintenfische gewesen ist.

 

Abb. 14 u. 15: Detailansicht aus Abb. 13 mit zumeist Dactyloteuthis sp. sowie Youngibelus sp. (juvenile und adulte Exemplare, geschnittene Ansichten sowie Phragmokonstücke).


Abb. 16: Vier Belemnitenrostren von Yongibelus sp. in vollständiger Erhaltung (Toarcium). An den Objekten Nr. 7, die hier in eine Holzeinfassung vorliegen, kann man sehr schön die zwei Rostrenbereiche Orthorostrum und Epirostrum erkennen.

 

Abb. 17 u. 18: Im Eingangsbereich der Fossilienausstellung/Petrefaktensammlung befindet sich diese Büste von Carl Theodori mit der Aufschrift "CARL THEODORI - HERZ. BAYER. KANZLEY-RATH, MITSTIFTER UND ORDNER DIESER LOKAL-PETREFACTEN-SAMMLUNG". Gemeinsam mit August Geyer haben beide Fossiliensammler im 19. Jahrhundert dieses noch heute bestehende "Kleinod der Paläontologie" geschaffen. 

 

Abb. 19: Zu diesem sehr schönen Ammonit war bislang leider noch nichts zu erfahren. Ggf. handelt es sich hierbei um Arietites sp., in einer perfekten Erhaltung.


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