Die Sperenberger Gipsbrüche
19.07.2023 / 03.06.2026
Die Sperenberger Gipsbrüche stehen unter "Naturschutz", das Arial umfasst etwa 24 Hektar und kann mit Hilfe eines sehr gut angelegten "Boden-Geo-Pfades" bestens erkundet werden. Die heute sichtbaren Landschaftsformen sind durch einen vergangenen intensiven Gipsabbau entstanden. Vier kleine Seen sind als Relikte der ehemaligen Gipsbrüche noch erhalten und in vier "Geopfade" eingebunden (siehe Abb. 03).
Der Salzstock Sperenberg stellt eine geologische Besonderheit dar. Vergleiche hierzu auch den Artikel "Die Lüneburger Kreide", worin das Durchstoßen einer Salzschicht bereits beschrieben wurde: https://fossilien-steine.hpage.com/dielueneburgerkreide.html
"So bin ich entstanden" (Infotafel Sperenberger Gipsbrüche, Station 2, Sperenberger Gips):
"Der Salzstock Sperenberg ist der am weitesten im Osten gelegene Salzstock Deutschlands und einer der wenigen, der die Erdoberfläche durchstoßen hat. ... Da Salze unter Druck plastisch reagieren und eine geringere Dichte als das sie umgebende Gestein besitzen, kommt es zur aufwärts gerichteten Bewegung (Holokinese). In einer Schwächezone der Deckgebirgsschichten konnte sich das Salz hineindrücken und bis zur Oberfläche vordringen. Der Gipshut, der den "Sperenberger Gipsbrüchen" ihren Namen gab, stellt die schwer löslichen Reste des Salzstocks dar, die nicht vom Grundwasser ausgewaschen wurden. ... Der Sperenberger Gips ist von unterschiedlicher Beschaffenheit. Er entstand durch Wasseraufnahme aus Anhydrit. ..."
Schnitt durch den Gipshut, Grafik: J. Lange, Quelle: Infotafel Sperenberger Gipsbrüche, Station 2, Sperenberger Gips
"Sperenberg I, das ehemals tiefste Bohrloch der Welt" (Infotafel Sperenberger Gipsbrüche 2, Sperenberger Gips): "Von 1867 bis 1871 wurde im "Gipsbruch 2" mit 1271,60 Metern die bis 1886 tiefste Bohrung der Welt abgeteuft. Sie war die erste Bohrung über 1000 Meter Tiefe. Die zunächst per Hand ausgeführten Arbeiten wurden ab 1868 durch zwei große Dampfmaschinen und einen 30 Meter hohen Bohrturm fortgeführt. 1871 führte Bergrat Eduard Dunker aus Halle exakte Temperaturmessungen durch. Dabei entdeckte er die geothermische Tiefenstufe. Sie besagt, dass die Temperatur alle 33,7 m um 1°K zunimmt. ... Noch heute gilt diese Konstante als mittlerer Wert für den oberflächennahen Bereich der gesamten Erde."
In der emporgehobenen Schichtenabfolge hatte der Gips eine Mächtigkeit von bis zu 100 Metern und war somit für einen Abbau wirtschaftlich bedeutsam. Nachweislich wurde das Gipsgestein schon im 13. Jahrhundert abgebaut. Im Raum Sperenberg wurden diesbezüglich leider auch Geländeabsenkungen registriert, was 1924 und dann nochmals 1958 zur bergbaulichen Einstellung des Gipsabbaus führte.
Nachfolgende Aufnahmen entstanden im Sommer 2023.

Abb. 01: Blick vom oberen Rand des geologischen Lehrpfades auf das Areal des Gipsbruches 1. Mittig ist noch immer ein "Relikt" zu sehen, welches ehemals Basis eines "Gitterturmes" war (siehe vergleichend Abb. 05).
Abb. 02: Blick auf den See des ehemaligen Gipsbruches 1.
Abb. 03: "Übersichtskarte Sperenberger Gipsbrüche ...", Quelle: Infotafel "Boden-Geo-Pfad im Landkreis Teltow-Fläming, Sperenberger Gipsbrüche (1)".
Abb. 04: Kartenausschnitt aus "Die ehemaligen Sperenberger Gipsbrüche" mit der Markierung im Gipsbruch 2 (roter Punkt) der Bohrung Nr. 1 von 1867-1871 (siehe hierzu auch Abb. 07). Quelle: Informationsheft "Aus der Geschichte der Sperenberger Gipsbrüche", Förderverein Heimatstube Sperenberg e.V..
Abb. 05 u. 06: Historische Aufnahmen: "Panorama des Tiefbaus Nr. 1 (1913)" sowie "Panorama des Tiefbaus Nr. 2 (1912)", Quelle: Infotafel "Boden-Geo-Pfad im Landkreis Teltow-Fläming, Sperenberger Gipsbrüche (2)".

Abb. 07: Bohrloch Nr. 1, Hinweistafel am Gipsbruch 2: "Das tiefste Bohrloch der Welt - In Sperenberg wurde von 1867 bis 1871 die Bohrung - Sperenberg 1 - niedergebracht. Sie war die erste Bohrung über 1000 Meter Tiefe und mit 1271,6 Metern für 15 Jahre die tiefste der Welt. Bergrat Eduard Dunker aus Halle führte in dieser Bohrung exakte Temperaturmessungen durch, die eine Temperaturzunahme von 1 Grad Celsius auf je 33,7 Meter Tiefe ergaben. Als Geothermische Tiefenstufe wurde der ermittelte Wert ab 1900 weltweit in die geologischen Lehrbücher übernommen".
Abb. 08 - 11: Anstehender Gips in typischer grauer Farbgebung, wie er noch an vielen Stellen des Geo-Pfades sichtbar ist.
Abb. 12: Unweit nordöstlich vom Gipsbruch 2 ist dieser Gipsfelsen anstehend zu sehen.
Abb. 13: Markierungen und Hinweisschilder sind entlang des "Boden-Geo-Pfades" sichtbar angebracht, so dass man vier Rundwege für Erkundungen nutzen kann (siehe hierzu Abb. 03 u. Abb. 04).
Abb. 14: Das Gebiet der "Sperenberger Gipsbrüche" steht unter Naturschutz, nur markierte Wege sollten genutzt werden.
Abb. 15 u. 16: Gipsbruch Nr. 2
Abb. 17 u. 18: Gipsbruch Nr. 3
Abb. 19: Gipsbruch Nr. 4
Abb. 20: Gipsbruch Nr. 3

Abb. 21: Inmitten von Sperenberg befinden sich an einer alten Mauer Plakatierungen mit historischen Abbildungen. Hier nochmals ein Foto mit der Bezeichnung "Panorama des Tiefbaus Nr. 1" von 1913.
Literaturhinweise:
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