Fossiliensuche in Franken - Buttenheim

01.04.2012 / 13.03.2026


Historischer Rückblick:

Der Tonabbau in der Grube Buttenheim, eigentlich Tongrube Holzbachacker/Altendorf (bei Buttenheim), begann bereits 1994 und löste die Materialgewinnung aus der benachbarten Tongrube "Unterstürmig" ab. In der TG Buttenheim sind Schichten des Unterjura aufgeschlossen: Ober-Pliensbachium mit der Margaritatus-Zone (Gibbosus-Subzone, Lias delta 1), der Spinatum-Zone (Apyrenum-Subzone, Lias delta 2a und Hawskerense-Subzone, Lias delta 2b) sowie Schichten aus dem Unter-Toarcium (Posidonienschiefer). Der Abbau begann einst aus westlicher Richtung und wurde im Laufe der Jahre weiter in Richtung Osten vollzogen. Betreiber der Tongrube ist die Firma "Liapor", mit Sitz im benachbarten Pautzfeld. In einem Brennverfahren wird dort das Tonmaterial zu "Blähton" (gärtnerische Nutzung) aber auch für Bau- und Drainageprodukte verarbeitet. Zudem nutzt man aber auch "Fremdgestein" aus anderen Abbauregionen als "Beimengung" je nach Notwendigkeiten und Produktanforderungen. Dieses Gesteinsmaterial wird meist auf der Grubensohle der Tongrube zwischengelagert und ist deshalb auch nur zeitweise vorliegend.

Nach Auskunft eines befreundeten einheimischen Sammlers wurden bereits Probebohrungen im benachbarten Umfeld durchgeführt, so dass eine zukünftige Grubenerweiterung zu erwarten ist. Alte aufgelassene Grubenareale wurden schon vor Jahren rekultiviert und zeigen sich heute als zumeist "Feuchtbiotope" von besonderer Güte (siehe Abb. 293 u. 294).

Historische Fotos aus den sog. "Anfangsjahren" der Abbautätigkeit sind etwas rar, wurden mir aber dankenswerterweise von Johann Schobert (Hirschaid) zur Verfügung gestellt.

Abb. "H.R." 01: Fotoaufnahme aus den "Anfangstagen" der Tongrube Buttenheim. Aufnahme von 1994, Fotosammlung J. Schobert. Anfänglich wurde die Grube oft als "Unterstürmig 2" benannt, erhielt aber bald einen eigenen Namen und ist seitdem als Tongrube Buttenheim oder Tongrube Holzbachacker/Altendorf weltweit bekannt. Aus jener Zeit stammen auch zahlreiche und bemerkenswerte Funde aus Bereichen der Grubensohle und der unmittelbar darüberliegenden Schicht. Siehe hierzu Abb. 259 - 265 mit Funden von besonders großen Pyritkristallen aus der Pyriterzbank. 

Abb. "H.R." 02: dgl. (Fotosammlung J. Schobert)

 

Abb. "H.R." 03 - 05: Pyritkristalle als kleine Kristallstufen, die noch immer einen makellosen Messingglanz trotz ihres Alters zeigen. Sammlung Johann Schobert (Hirschaid), gefunden 1998 in der Pyriterzbank, Aufnahme 04/2025, K.-D. Jänicke.

Abb. "H.R." 06: Grubenansicht aus südwestlicher Richtung betrachtet. Aufnahme von 2003, J. Schobert. Damals war man was den Abbau der Gesteinsschichten anbelangt noch darauf bedacht, Gesteine sowohl aus dem O. Pliensbachium als auch aus dem aufliegenden U. Toarcium bereits vor Ort zu vermengen. Später wurde anfallendes Material bereits ab der "Bollernbank" und darüber (Posidonienschiefer) auf Abraumhalden verkippt.

Abb. "H.R." 07: "Geteilter Panoramablick" auf die Tongrube Buttenheim, östliche Blickrichtung, Aufnahmen 04/2005, K.-D. Jänicke.

Abb. "H.R." 08: Winterstimmung 2005 in der Tongrube Buttenheim: J. Schobert (Bildautor) merkt zu diesem Foto an, dass im unteren Grubenbereich die "Schnürung des Quellhorizontes" (Übergang als Band zwischen dem Lias delta 2a / Apyrenum-Subzone und dem Lias delta 2b / Hawkerense-Subzone) sowie im oberen Bereich die "grabungsaktive Schicht" im Lias delta 2 b (SPH) als schmaler schwarzer Streifen trotz der Schneebedeckung deutlich sichtbar sind. Der Schichtbereich des Lias epsilon (Posidonienschiefer) war im oberen Bereich der Grube noch nicht erschlossen und das kleine Wäldchen noch nicht gerodet. Siehe hierzu auch die Profilhöhenangaben mit den markanten Schichte aus der Tongrube Buttenheim (Tabelle 01 zw. Abb. 69 u. 70).


Abb. "H.R." 09: Blick auf die bergbaulich genutzte Hangfläche im östlichen Teil der Tongrube, Aufnahme 2008, J. Schobert.

Abb. "H.R." 10: Im Jahr 2013 wurde begonnen, das kleine bewaldete Wäldchen (nordöstliche der Grube gelegen) flächenhaft zu roden. Auch die gesamte östlich gelegene Ackerfläche wurde für die bergbauliche Nutzung erschlossen. Foto J. Schobert

Abb. "H.R." 11: Im Jahr 2017 wurden umfangreiche Bohrerkundungen im Umfeld und in unmittelbarer Nähe der Tongrube Buttenheim von einer Bohrfirma aus Neustadt/Aisch durchgeführt. Das Foto zeigt in Richtung Nordwest links die Ortschaft Seussling/Gemeinde Altendorf, rechts im Nebeldunst Juliushof/Sassanfahrt, Gemeinde Hirschaid. Foto Johann Schobert, Hirschaid.

Abb. "H.R." 12: Diese Luftbildaufnahme erhielt Johann Schobert von einem befreundeten Heissluftballonfahrer und Fossiliensammler. Das Foto stammt von 2017/18 und wurde zudem im oberen Bildbereich mit der im Jahre 2023 durchgeführten östlichen Grubenerweiterung durch J. Schobert markiert.

Abb. "H.R." 13: Eine weitere Aufnahme von Johann Schobert aus dem Jahre 2020 zeigt den östlichen Grubenbereich vor der Grubenerweiterung, die 2023 vollzogen wurde (Aufnahme von S nach N). Damals wurde anfallendes und nicht verwertbares Gesteinsmaterial aus der "Bollernbank" sowie Material aus den darüber befindlichen Schichten des Posidonienschiefers auf eine Halde im nördlichen Grubenbereich, etwa mittig der Grubenausdehnung, deponiert (siehe hierzu auch Abb. 43 u. 268).


Seit Dezember 2003 ist für mich die Tongrube Buttenheim ein zielgerichteter Anlaufpunkt in Sachen Fossiliensuche in Franken geworden. Seitdem haben sich sowohl geologische wie auch rein optische Veränderungen in und um die Tongrube Buttenheim vollzogen. Zahlreiche Fachartikel sowie bereits gesondert gedruckte Fachzeitschriften sind bislang erschienen (siehe hierzu Literaturempfehlungen weiter unten). Dieser Artikel widmet sich vorrangig der Fossiliensuche in der Tongrube Buttenheim, möchte aber auch darüber hinaus Themen ansprechen, die allgemein von geologischem Interesse sein sollten.


Beginn  der Homepage-Abhandlungen (01.04.2012):

Im März 2012 hatte ich mehrfach Gelegenheit, in der Fränkischen Schweiz, im "Magischen Dreieck" zwischen Bayreuth, Bamberg und Nürnberg, nach Fossilien zu suchen. Nachfolgend stelle ich die Fossilfundstelle Buttenheim vor.

Abb.1: Südlich von Buttenheim befindet sich die hier abgebildete Tongrube, in der Schichten des Unteren Jura (Lias delta/ Lias epsilon) aufgeschlossen sind. 

Obwohl an mehreren Stellen Verbotsschilder aufgestellt wurden, wird das Sammeln von Fossilien an den arbeitsfreien Tagen wohlwollend tolleriert. 

Fossilfunde kann man in der gesamten Grube machen, jedoch weisen einige Schichten eine Häufung von Fossilien auf. So kann man im unteren Viertel des Grubenprofils, in der s.g. Schilllage, ein "Überangebot" an Fossilien bergen, die jedoch fast immer platt gedrückt und unvollständig vorliegen. Hingegen liegen oft gut erhaltene Fossilien in einer Schicht im oberen Viertel der Grube, in der Spinatum-Zone vor. 

Um an die genannten Schichten tiefgreifend zu gelangen, bedarf es jedoch körperlicher Arbeit mit Hammer, Meißel, Spitzhacke und Schaufel. 

Weniger aufwendig ist es jedoch, wenn man lediglich die Hänge abläuft, um so Fossilien zu finden. Besonders günstig ist das Absammeln von Kleinfossilien nach langen Regenfällen am Nordhang, an dem aktuell keine bergbaulichen Arbeiten durchgeführt werden. 

Für Freunde der Belemniten sei schließlich der obere Bereich der Grube interessant. Hier steht bereits der Lias epsilon an, der im unteren Bereich eine Fülle von kleinen und großen Belemniten beherbergt.

 

Abb.2: Blick in die Grube Buttenheim mit brach liegendem Nordhang und bergbaulich aktiven Bereich.

Abb.3: Hier wurde ein Bereich der Grube von oben nach unten aufgegrubbert, um später das locker liegende Material zu Haufen  zusammen zu schieben (Grubensohle).

Abb.4: Der brach liegende Nordhang ist besonders nach Regenfällen für das Aufsammeln von Kleinfossilien geeignet.

Abb.5: Hier wurden Belemniten-Bruchstücke, die man am Nordhang häufig finden kann, zusammen gelegt. Das untere Gebilde ist kein Belemnit, sondern eine zapfenförmige Tonkonkretion. 

Abb.6: Aufgebrochener Tonblock mit deutlicher Schilllage. Die Vielzahl der Fossilien liegt komplett zerbrochen vor (unterer Grubenbereich/ Schilltonlage).

Abb.7: Pleuroceras sp. (Positiv- und Negativform), Silttonlage.

Abb.8: Im unteren Bereich der Grube kann man häufig Fossilknollen finden, die nicht selten schöne Ammoniten beinhalten (Silttonlage).

Abb.9: Pleuroceras sp. mit ausgeprägter Spiralstreifung/ Ligamentgruben, Silttonlage.

Abb.10: Detailansicht, Pleuroceras sp. mit ausgeprägter Spirastreifung/ Pigmentgruben; Ergänzung ... "Die ursprüngliche Perlmuttschale wird durch beginnenden Einfluss der Atmosphärilien an der Erdoberfläche aufgelöst und zunehmend in eine mehlig-weiße, leicht abwaschbare Masse umgewandelt. Bei weiter fortschreitender Verwitterung würde auch das durch Pyrit nachgezeichnete ursprüngliche Farbmuster oxidiert und ausgelöst werden. (Zitat aus: H. Keupp (2024) - Ammolit - fossiles Perlmutt, Fossilien, 2024, H. 1)

Abb.11: Amaltheus sp., unvollständiges und aufgebrochenes Exemplar, Silttonlage.

Abb.12: Mittlerer Bereich der Grube mit aufgerissener Oberfläche. Hier wäre ein Aufspalten der Blöcke mit Hammer und Meißel/ Gipserbeil relativ leicht möglich. Auch wäre ein Auftreten verschleppter Blöcke aus der Spinatum-Zone möglich.

Abb.13: Grubenbereich der Spinatum-Zone mit deutlichen Grabspuren durch die Sammler hervorgerufen.

Abb.14: Fleißiges Graben in der Spinatum-Zone: Peter Schirmer erarbeitet sich hier einen flächigen Zugang zur fossilreichen Spinatum-Zone.

Abb.15: Manchmal ist es nötig, längere Zeit für das Freilegen der Spinatum-Schicht aufzubringen. Ab dann könnten schöne und große Pleuroceraten der Lohn für die Mühe sein.

Abb.16: Den Ammoniten erlegen: Thomas Koukal schwer arbeitend in der Spinatum-Zone.

Abb.17: Der obere Grubenbereich gehört dem Lias epsilon an. Hier wurde der Oberboden aufgegrubbert, um später nach unter verschoben zu werden.

Abb.18: Oberer Grubenbereich, Lias epsilon, in dem sich eine "üppige" Belemnitenschicht befindet.

Abb.19: Hier habe ich eine Fläche von ca. 3 Quadratmetern freigelegt, um an die o.g. Belemnitenschicht zu gelangen.

Abb.20: Herausgebrochener erdiger Klumpen mit Belemniten (Passaloteuthis sp.) im Fundzustand.

Abb.21: Oberflächlich freigelegter Passaloteuthis sp. 

Abb.22: Fast alle Belemniten liegen gebrochen im Sediment vor und müssen anschließend geklebt werden.

Abb.23: Eher selten, ein Passaloteuthis sp., nicht gebrochen, in Fundlage.

Abb.24: Eher Beifang als gewollt: Pecten, Pleuroceraten (meist in handgroßen Knollen) u.a.m.

Abb.25: Nochmals ein Blick zurück: Die Lias - Tongrube "Buttenheim" im März 2012.

P.S.: Für all jene, die mehr über die Tongrube bei Buttenheim erfahren möchten, sei das zweite Heft der Fossilien-Zeitschrift "Der Steinkern" empfohlen: Die Tongrube Buttenheim (Heft 2, Neuauflage). Informationen zur Zeitschrift findet man im Internet auf der Homepage www.steinkern.de

Im Sonderheft (2021) der Fachzeitschrift Fossilien ("Buttenheim - Ein Fenster in die frühe Jurazeit") werden sehr ausführlich 10 Themen zur Tongrube Buttenheim und deren Fossilien abgehandelt. Darin auch ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Siehe: https://www.fossilien-journal.de 

Fundsituation im Lias epsilon (März 2016):

Abb.26: Nach vier Jahren intensiven Abbaus der Buttenheimer Lias-Tone hat sich das Bild der Grube stark verändert. Besonders im oberen Bereich sind diese Veränderungen deutlich sichtbar. So wurde das kleine Wäldchen abgeholzt und gerodet. Das dadurch flächenhaft größere Areal ist seitdem frei zugänglich und die Schichten des Lias epsilon für die Fossiliensuche nutzbar.

 

Abb.27 u. 28: Oberes Flächenareal (Lias epsilon) der Grube Buttenheim

Abb.29: Vertikaler Anschnitt des Lias epsilon

Abb.30 u. 31: Ausschnitte aus der Anschnittansicht (Abb.29) mit massiven und schiefrigen Lagen

Abb.32 u. 33: Der dort anstehende Schiefer ist auf Grund seines Verwitterungsgrades außerordentlich instabil und zerfällt zusehens in sehr dünne "papierartige" Lagen. 

Abb.34 u. 35: An mehreren Stellen wurde bereits oberflächennah intensiv gegraben. 

Abb.36: Natürlich angewitterte Fläche eines Querbruchs einer massiven Gesteinsplatte. Neben Ammoniten sind vor allem Belemniten aber auch Wirbeltierreste und Fische zu finden. Es wurde bereits auch von Funden über Insekten und Stachelhäutern (Schlangensterne) berichtet.

Abb.37 u. 38: Auffällig sind die Belemniten-Anordnungen auf den Oberflächen vieler gebankten Kalksteine. Eine sehr differente Morphologie der Belemniten macht bereits bei grober Betrachtung eine nicht unerhebliche Artenvielfalt deutlich.

Abb.39: Ansicht der fossilen Erhaltung einiger Belemniten

Abb.40: Ansicht (2) eines noch nicht weiter bestimmten Belemniten. 

Alle geborgenen Fossilien wurden noch nicht weiter aufbereitet bzw. präpariert und werden deshalb später in Bildform nachgereicht.


Fundsituation im Lias epsilon, Lias delta und auf der "Abraumhalde"/ nördl. Grubenbereich (April 2022):

Abb.41: Bereich der Grubensohle (Aufnahme kurz nach Sonnenaufgang), die Schichtflächen des Lias delta (Pliensbachium) und Lias epsilon (Toarcium) noch im Morgennebel "verhangen" 

Abb. 42; Blick aus westlicher Richtung auf die dunkelgraue Schichtfläche des Lias delta (Pliensbachium); der schmale obere Streifen zeigt den Bereich des Lias epsilon (Toarcium)

Abb.43: Blick von der Abraumhalde auf die dunkelgrauen Tonmergelschichten des Lias delta (Pliensbachium)

Abb.44: Die Tongrube Buttenheim/ Holzbachacker

Abb.45: Panoramaaufnahme aus östlicher Richtung 

Abb.46: Oberer Grubenbereich: links (ebene Fläche) = Lias delta (Pliensbachium); rechts (Hangfläche) = Lias epsilon (Posidoniemschiefer/ Toarcium)

Abb.47: Oberer Grubenbereich mit Schieferplatten des Posidonienschiefers (Lias epsilon/ Toarcium)

Abb.48: Markierung der "Bollernbank"/ oberer Grubenbereich, Grenzschicht zwischen dem Lias delta (Pliensbachium) und dem Lias epsilon (Toarcium) ... Aufarbeitungshorizont

Abb. 49 u. 50: Links Detailaufnahmen aus der "Bollernbank", rechts herausgebrochener Gesteinsblock aus der "Bollernbank" mit verschiedenen Fossilien (hier meist Belemniten)

Abb. 51: Belemnitenansammlung, Gesteinsblock aus der "Bollernbank"/ Abraumhalde

Abb. 52: Belemnitenrostrum (Passaloteuthis sp.), Gesteinsblock aus der "Bollernbank"/ Abraumhalde

Abb.53: Belemnit (Passaloteuthis sp.), herausgearbeitet aus einem Gesteinsblock der "Bollernbank"/ Abraumhalde

Abb. 54 u. 55: Vermutliche Ausfüllung eines Krebsgangs (Gesteinsblock aus der "Bollernbank"/ Abraumhalde)

Abb.56: Kalkplatten aus dem oberen Grubenbereich, Posidonienschiefer (Toarcium) mit schichtflächig angereicherten Belemniten-Rostren

Abb.57 u. 58: Weitere Kalkplatten aus dem oberen Grubenbereich

Abb.59: Schichtfläche mit ausgeprägten Trockenrissen, oberer Grubenbereich, Grenzflächenbereich zwischen dem Lias delta (Pliensbachium) und dem Lias epsilon (Toarcium)

Abb.60: Aufarbeitungshorizont/ Kondensationshorizont mit Echiniden und Pectiniden (EPH), ca. zwei Meter unter der Grenzschicht zwischen dem Lias delta (Pliensbachium) und dem Lias epsilon (Toarcium)

Abb.61 u. 62: Links Ausschnitt aus dem schmalen Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH) mit deutlicher Anhäufung von Geoden (Hiatus-Konkretionen), rechts Kleinfossilien aus dem EPH (Schlämmprobe)

Abb.63: Aufgeschlagene Geode mit kalzitischen "Strukturen" (Septarien)

Abb.64: Reges Sammler-Treiben im Amaltheenton (Pliensbachium)

Abb.65: Reges Sammler-Treiben (2) im "Spinatum-Hauptfundlager" (Spinatum-Zone, Hawskerense-Subzone)

Abb.66: Reges Sammler-Treiben (3) im "Massenvorkommen" von Pleuroceras spinatum

Abb.67 u. 68: Pleuroceras sp.: links flach gedrückter Ammonit, rechts mit leichter Anomalie

Abb.69: Hinweisschild am Rande der Tongrube Buttenheim/ Holzbachacker. Das Sammeln wird toleriert, man sollte sich aber an die hier angezeigten Regeln halten, zudem ist eine schriftliche Genehmigung (Jahresgenehmigung) von LIAPOR einzuholen.

P.S.: Zwei weitere wichtige Publikationen: 

Munnecke, A., Merkel,, A. (2021) - Mikrofazies der Hiatuskonkretionen im Amaltheenton von Buttenheim, Fossilien 2021, H. 6

Keupp, H., Doppelstein, B. (2022) - Statolithe aus dem Amaltheenton von Buttenheim, Fossilien 2022, H. 6


Fundsituation in der Tongrube Buttenheim (April 2023): 

Es macht sich immer mehr "bezahlt", wenn man um die Feinstratigraphie und Schichtenfolge der Tongrube Buttenheim (Holzbachacker) weiß. Sodann ist es möglich, markante Schichten im Anstehenden ausfindig zu machen, um dort gezielt nach Fossilien oder besonderem Gesteinsmaterial zu suchen. Dazu gehören im Besonderen die Schichten der Pyriterzbank (PEB), des Quellhorizonts (QUH), die Spinatumhauptzone (SPH), die noch nicht sehr bekannte Crinoidenschicht (CRS), der Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH), die Bollernbank (BOB), die aufliegenden Schichten des Posidonienschiefers (POS) und die Dactylioceras-Kalkbank (DAK).

Die hier gezeigte tabellarische Form wurde aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Die aufgezeigten Kürzel der markanten Schichten wurden vom Autor eigenständig gewählt, die Profilhöhenangaben können je nach Abbausituation variieren.

Ackerkrume

rezent

 AK

Anstehende Oberfläche

Dactylioceras – Kalkbank

Unter-Toarcium

DAK

Oberer Bereich

Posidonienschiefer

Unter-Toarcium

POS

aufliegend

Bollernbank

Unter-Toarcium/ Ober-Pliensbachium

BOB

       36 m

Echiniden-Pectiniden-Horizont

Ober-Pliensbachium/ Spinatum-Zone/ Hawskerense-Subzone/ Lias delta 2b

EPH

       34 m

Crinoidenschicht

Ober-Pliensbachium/ Spinatum-Zone/ Hawskerense-Subzone/ Lias delta 2b

CRS

          ?

Spinatumhauptzone

Ober-Pliensbachium/ Spinatum-Zone/ Hawskerense-Subzone/ Lias delta 2b

SPH

   30/31 m

Quellhorizont

Ober-Pliensbachium/ Spinatum-Zone/ Grenzschicht zw. Apyrenum-Subzone Lias delta 2a u. Hawskerense-Subzone Lias delta 2b

QUH

       10 m

Pyriterzbank

Ober-Pliensbachium/ Grenzschicht zw. Margaritatus-Zone u. Spinatum-Zone + Grenzschicht zw. Gibbosus-Subzone Lias delta 1 u. Apyrenum-Subzone Lias delta 2a

PEB

         2 m

Grubensohle

Ober-Pliensbachium/ Margaritatus-Zone/ Gibbosus-Subzone Lias delta 1

GRS

         0 m

Tabelle 01. Profilhöhenangaben mit markanten Schichten aus der Tongrube Buttenheim

Abb. 70: Markierte Grubenareale von den Tongruben Buttenheim (Holzbachacker) und Unterstürmig (jetzt "Umweltstation Lias-Grube in Unterstürmig"), Quelle: Veränderter Auszug aus der Digitalen Geologischen Karte von Bayern, 1 : 25000, Herausgegeben vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, Blatt 6232 Forchheim

Abb. 71: Die Tongrube Buttenheim (Holzbachacker) aus westlicher Richtung; mittig grauer Tonmergel aus dem Lias delta (aktiver Abbau)

Abb. 72 - 74: Bereich der Grubensohle (Entwässerungsfläche); hier gilt ein Grabungsverbot! 

Auch wenn es sich inzwischen "herumgesprochen" haben sollte, dass im unteren Grubenbereich/ Grubensohle keine Grabungen durchgeführt werden dürfen, kommt es dennoch immer wieder zu massivem Fehlverhalten. Besonders in der Schichtenlage der Pyriterzbank ist dies zu beobachten. 

Abb. 75: Blick auf das Grubenareal aus östlicher Richtung

Abb 76: Aufgerissene Schichtfläche auf Höhe der Spinatumhauptzone (Hawskerense - Subzone, Lias delta 2b)

Abb. 77, 78: Pleuroceras sp., Funde aus der Schichtfläche der Spinatumhauptzone

Besonders im oberen Grubenbereich der Spinatum-Zone war es im April 2023 schwer möglich gezielt stratigraphisch nach Fossilien zu suchen. Grund dafür war ein technisches Vorgehen bei der Aufarbeitung der grauen Mergelschichten. So wurden die Schichten des Lias delta (Hawskerense-Subzone) massiv und tiefgründig "aufgegrubbert", so dass eine "grobe Brockenlandschaft" jegliche Stratigraphie nur erahnen lies (siehe Abb. 75 u. 76). 

Abb. 79: Aufgeschlagener Tonblock mit zahlreichen Stielgliedern von Seelilien (Balanocrinus sp.); Fundschicht (Crinoidenschicht) zwischen der Spinatumhauptzone und der Schicht des Echiniden-Pectiniden-Horizonts (EPH)

Abb. 80 - 83: Aufgeschlagene Tonblöcke mit deutlicher Fossilanreicherung aus der "Crinoidenschicht"

Abb. 84: Grabungsaktivitäten auf Höhe des Echiniden-Pectiniden-Horizonts (EPH)

Abb 85: Geodenanreicherung auf Höhe des EPH

Abb. 86: Mittiger Streifen einer Fossilanreicherung, EPH

Abb. 87: Aufgebrochene Tonmergelplatten aus der Schicht des EPH, sichtbare Anhäufung von fossilem Schill, geeignetes Material für Schlämmproben

Abb. 88, 89: Kleinfossilien aus Schlämmproben des EPH, links mit Schnecken und Ostracoden, rechts mit würfeligem Pyrit

Abb. 90 - 92: Freigelegte Schichtfläche der "Bollernbank", Übergangsbereich (Aufarbeitungshorizont) zwischen dem Pliensbachium und dem Toarcium

Abb. 93: Oberer Grubenbereich, graue Fäche = Pliensbachium, braune Fläche (Hangbereich) = Toarcium

Abb. 94: Grabungsaktivitäten im Toarcium

Abb. 95: Auslese von kleinen Haifischzähnen (meist Sphenodus sp.) aus einer Schlämmprobe des Toarciums

Abb. 96: Schichtenlage im oberen Grubenprofil (Toarcium), Wechselage von "Papierschiefer" und gebankten Kalken

Abb. 97, 98: links "Papierschiefer" mit aufliegenden harten Kalkblöcken, rechts bereits zerfallener "Papierschiefer"

Abb. 99: massive harte Kalkplatte aus dem Toarcium, mit zahlreichen eingelagerten Belemniten-Rostren

Abb. 100: Bereits natürlich freigelegte Belemniten-Rostren (Salpingoteuthis sp. und Passaloteuthis sp.)

Abb. 101: Blick auf das Grubenareal der Tongrube Buttenheim (Holzbachacker) aus östlicher Richtung

P.S.: Zwei weitere wichtige Publikationen:

Keupp, H., Schobert, J. (2023) - Neues aus dem Amaltheenton von Buttenheim, Fossilien 2023, H. 2

Merkel, A., Keupp, H., Doppelstein, B. (2023) - Gab es im Unterjura eine Eiszeit?, Fossilien 2023, H. 6


Es folgen Abhandlungen zu verschiedenen Themen:

1. Fossilien aus der "Crinoidenschicht"

2. Fossiles Holz

3. Medianschnitte an Pleuroceraten

4. Gastropodenanreicherung als "Schneckenstraße"

5. Belemnitenanreicherung auf Kalkplatten (Toarcium)

6. Geoden aus dem Pliensbachium

7. Kleinfossilien/Mikrofossilien aus Schlämmproben

8. Pyrit aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont

9. Belemniten mit markanten Besonderheiten

10. Fossilfunde aus der "Bollernbank"

11. "Mikro-Onychiten" aus dem Posidonienschiefer

12. Kotpillen in Ammoniten-Gehäusen

13. Fossilienfunde aus dem Toarcium


Anhang 1: Fossilien aus der "Crinoidenschicht"

Die Abbildungen 79 - 83 zeigen einen Fund aus der "Crinoidenschicht", welche zwischen der Spinatumhauptzone (SPH) und dem sich darüber befindenden Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH) angesiedelt ist. Siehe hierzu auch die weiter oben zusammengefasste stratigrafische Übersicht. Alle Ton-Mergel-Platten befanden sich einst in einem Gesteinsblock, welcher bereits in der Grube aufgespalten wurde. Die Fotos wurden damals direkt vor Ort angefertigt. Es folgen hier nun Aufnahmen von den gleichen Fundstücken aus anderer Sicht und mit weiteren Details. Auffallend ist dabei, dass es sich bei dieser Anhäufung von Crinoidenstielgliedern um eine monospezifische Ansammlung der Seelilie Balanocrinus subteroides (Quenstedt, 1856) handelt.

Literaturempfehlung:

Hess, H. (2014) - Balanocrinus (Crinoidea) from the Jurassic: species Concept, reconstruction, ontogeny, taphonomy and ecology, Swiss J. Palaeontol., 133

Hess, H. (2014) - Balanocrinus and other crinoids from Late Jurassic mustones of France and Switzerland, Swiss J. Palaeontol., 133

Kutscher, M., Reich, M. (2021) - Die Echinodermen-Fauna des Amaltheentons von Buttenheim, in: Buttenheim - Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien Sonderheft

Abb. 102: Bruchfläche mit zusammenhängenden Stielglieder der Crinoide (Seelilie) Balanocrinus subteroides (Quenstedt, 1856)

Abb. 103: dgl.

Abb. 104 u. 105: Stielglieder  der Seelilie mit einer Schilllage von Gastropoden und Bivalven

Abb. 106: Eine weitere Bruchfläche mit zusammenhängenden Stielgliedern von Balanocrinus

Abb. 107: dgl.

Abb. 108: Negativabdruck eines Spurenfossils; der vermutliche "Grabgang" war ursprünglich mit zahlreichen "Pyritknöllchen" ausgekleidet, welche bei der Bergung bereits abfielen

Abb. 109: Fast vollständiger Stachel eines regulären Seeigels; eine genaue Bestimmung bzw. eine Zuordnung zu einem Echiniden ist derzeit nicht möglich

Abb. 110: Es wurde eine Ton-Mergel-Platte aufbereitet (zerkleinert und aufgeschlämmt) und die Mikrofossilien ausgelesen; hier deutlich mit einer monospezifischen Gastropodenanhäufung

Abb. 111: In der Schlämmprobe befanden sich auch Platten und Stacheln von regulären Seeigeln

Abb. 112: Seeigelplatten von Cunidentechinus sp. sowie zwei Stachelfragmente (ohne Zuordnung); deutlich erkennbar die durchbohrten und gekerbten Warzen; diese Gattungs- bzw. Artzuordnung steht derzeit in der fachlichen Diskussion (siehe hierzu: Kutscher, M., Reich, M. (2021) - Die Echinodermen-Fauna des Amaltheentons von Buttenheim, in: Buttenheim - Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien Sonderheft


Anhang 2: Fossiles Holz

Fossiles Holz ist in der Grube Buttenheim je nach Schichtenlage gelegentlich auffindbar. Die Erhaltungsgrößen sowie der Erhaltungszustand der Holzer sind jedoch sehr breit gefächert. Das hier gezeigte Fossilstück wurde im Frühjahr 2023 auf Höhe der Pyriterzbank durch Johann Schobert (Hirschaid) geborgen, welches er mir später als Geschenk überlassen hat. Es lag in sieben Bruchstücken vor, welche oberflächlich kurzzeitig mittels Essigsäure behandelt wurden, um noch anhaftenden Mergel zu entfernen. Bis auf eine Bruchstelle wurde das Fundstück verklebt, die Klebestellen aber nicht kaschiert. Eine Bruchstelle ist als Bruchfläche original erhalten geblieben, um ggf. später noch detaillierte Fotoaufnahmen machen zu können. Eine ursprüngliche Holzstruktur ist leider nur an einer Stelle markant und deutlich sichtbar, wobei die Bezeichnung Gagat (schwarzes fossiles Holz) eher zutreffend sein dürfte. Ansonsten ist dieses 57 cm lange Fossil fast vollständig von einem dicken "Pyrit-Mantel" (streifig bis traubenförmig) umgeben. Zerfallsprozesse, wie z.B. das sog. "Ausblühen" sind derzeit nicht erkennbar. Das Stück wird deshalb in saugfähigem Papier und in einer Schutzhülle möglichst luftdicht gelagert. Zahlreiche Hinweise und Ratschläge zu dieser Thematik (Gagat-Pyrit-Holz-Buttenheim: ... Luftfeuchte, Oxydationsverhalten, Konservierung, Schwefelsäurebildung u.a.) findet man im Forum bei Steinkern.de. 

Abb. 113 u. 114: Das oben beschriebene fossile Holzstück mit der markierten Fläche der noch offenen Bruchfläche sowie einer kleinen Fläche die deutlich eine Gagat-Ausbildung zeigt

Abb.115: Vergrößerter Ausschnitt der noch offenen Bruchfläche sowie des sichtbaren schwarzen fossilen Holzes

Abb. 116: Bereich der offenen Bruchstelle mit deutlich ausgeprägter Gagatstruktur/Holzstruktur

Abb. 117: Markannte Bruchfläche mit sichtbarer Pyritausbildung um Fossilreste des schwarzen Holzes (Gagat)

Abb. 118 u. 119: Äußere Pyrit-Ummantelung in längsgestreifter Ausprägung

Abb. 120: Sog. rundes "Endstück" mit traubig ausgeprägter Pyrit-Ummantelung

Abb. 121: Abraum und anstehendes Gestein, Papierschiefer und gebankte harte Kalke, Toarcium (oberer Grubenbereich)

Abb. 122: Aufgebrochener Kalkblock mit fossilem Holz (stark zerbrochen), Toarcium

Abb. 123: Ausschnitt aus Abb. 122

Abb. 124: Abraumhalde (südwestlicher Grubenbereich) mit Material aus dem oberen Grubenbereich (Blöcke aus der Bollernbank, Papierschiefer u. gebankte Kalkblöcke aus dem Toarcium)

Abb. 125: Aufgebrochener Kalkblock mit eingelagertem fossilem Holz, Toarcium (Abraumhalde)

Abb. 126: Markierte Flächen für untere Fotos aus Abb. 125

Abb. 127 - 130: Ausschnitte aus Abb. 125


Anhang 3: Medianschnitte an Pleuroceraten

Ammonitenfunde sind entsprechend der Fundlage (Stratigrafie) in der Tongrube Buttenheim sehr different zu betrachten. Oftmals ist je nach der aktuellen Fundsituation in entsprechender Schichtenlage ein "Ergraben" nötig oder ein aufwendiges Aufspalten der Tonblöcke nötig. Hier wird an erster Stelle immer wieder die sogenannte Spinatumhauptzone (SPH) auf  Höhe von ca. 30 bis 31 Meter über der Grubensohle favorisiert. Aber auch andere Schichtbereiche können sehr gut erhaltene und interessante Ammoniten enthalte (siehe hierzu: Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien, Sonderheft, 2021; Die Tongrube Buttenheim, "Der Steinkern", Heft 2, Neuauflage). Hingegen sind "eingebettete" Ammoniten in harten Geoden, welche durchgängig im gesamten Schichtprofil der Tongrube Buttenheim gefunden werden können, eher weniger beliebt. Jedoch lassen sich mittels medianer Schnitte oftmals ein interessantes "Innenleben" dieser Ammoniten sichtbar machen. Nachfolgend werden erste Versuche in dieser Sache abgebildet, wobei weitere folgen werden. Einige Objekte stammen aus der Sammlung Bernd Doppelstein (Berlin), welche mir dankenswerter Weise überlassen wurden. Das abschließende Foto, welches eine "Durchleuchtung" eines Pleuroceraten zeigt, wurde mir von Johann Schobert (Hirschaid) zur Verfügung gestellt. Beiden Sammlerfreunden sei hiermit nochmals herzlichst gedankt.

Abb. 131: Ein eher seltener Fund: weißschaliger Ammonit (Pleuroceras sp.) aus einer Geode herausgeschlagen

Abb. 132: Der hier eingebettete Ammonit, in einer flachen pyritisierten Geode gelegen, zeigt sich äußerlich nur spärlich mit seinen Außenrippen (ggf. Pleuroceras spinatum). Eine Freilegung des Ammonitengehäuses erschien aus verschiedenen Gründen nicht angebracht, so dass diese Geode median geschnitten wurde.

Abb. 133: Schnitt und Schlifffläche des Ammoniten aus Abb. 132. Auch im Innenbereich dieses Ammoniten setzt sich die überwiegende mineralische Pyritausfüllung deutlich durch.

Abb. 134 - 137: Zwei weitere Geoden mit Ammoniteninhalt, ebenfalls median geschnitten

Abb. 138: Vergrößerung der Schnittfläche von Abb. 137 (links); ggf. sichtbare Gipskristalle in der Wohnkammer gelegen

Abb. 139: Äußerlich ein eher "unschöner" Ammonit, geschnitten aber mit interessanten Gegebenheiten

Abb. 140: Vergrößerung von Abb. 139 (links), vermutlich mit deutlich erkennbarem Schalenschill vom "eigenen" Ammoniten

Abb. 141: Vergrößerung von Abb. 139 (rechts) mit ggf. eingelagerten Kotpillen oder Larven-Gebilden unbekannter Fauna


Abb. 142 u. 143: Außenseite und Schnittfläche einer karbonatischen Geode

Abb. 144: Vergrößerung aus Abb. 143 (links) mit einer deutlich mineralisch ausgeprägten "Septarienstruktur"

Abb. 145: Vergrößerung von Abb. 143 (rechts) mit angeschnittenem Kielfortsatz eines Pleuroceraten. Auf Grund der stets filigran erhaltenen diagenetischen Ausbildung des Kielfortsatzes ist dieses "Ammonitenanhängsel" sehr selten in dieser Form bei einer Bergung  erhalten. Der mediane Schnitt durch diese karbonatische Doppel-Geode erfolgte zufällig genau an der "richtigen" Stelle.

Abb.146: Als " Naturschönheit" hat Johann Schobert (Hirschaid) diese Aufnahme betitelt. Sie zeigt den Ammoniten Pleuroceras spinatum mit einem kalzitischen "Innenleben". Nochmals Danke für die Überlassung des Fotos.


Anhang 4: Gastropodenanreicherung als "Schneckenstraße"

Gelegentlich werden in der Tongrube Buttenheim Fossilien gefunden, die in gewisser Hinsicht etwas fragwürdig erscheinen. So fand Max Wanke (TU Freiberg) eine Fossilienanreicherung, die mit zahlreichen Gastropoden versehen ist. Zunächst wurde angenommen, dass es sich hierbei um eine besondere Form eines Spurenfossils (Eklexibella isp.) handeln könnte. Nach Auskunft durch Prof. Helmut Keupp (Berlin) ist dies jedoch zu bezweifeln, denn die Schneckengehäuse liegen isoliert und nicht miteinander verkittet vor. Am wahrscheinlichsten ist hier aber eine Anreicherung in einer Sedimentfalle (z.B. eines Wühlgangs) anzunehmen, ggf. aber auch eine zerfallene und leicht verschleppte Eklexibella-Röhre. Vgl. hierzu Keupp, H. (2021) - Von Ringelwürmern und Grabfüßern, in Buttenheim - Ein Fenster in die Frühe Jurazeit, Fossilien, Sonderheft 2021.

An dieser Stelle sei Prof. Helmut Keupp für die fachliche Begutachtung des Fundes sowie Max Wanke für die Einwilligung für die Fotoverwendung gedankt.

Abb. 147: Grubenarial der Tongrube Buttenheim/Holzbachacker (03/2024)

Abb. 148: Nachträglich mitgeteilter Fundstellenbereich durch M. Wanke (zw. Quellhorizont und Spinatumhauptzone)

Abb. 149: Die oben beschriebene Gastropodenanreicherung als s.g. "Schneckenstraße" wurde bereits vor Ort fotografiert, Detailfotos werden ggf. nachgereicht, Fund und Sammlung Max Wanke, TU Freiberg

Abb. 150: Blick von der Grubensohle auf weitere Grubenbereiche der Tongrube Buttenheim/ Holzbachacker aus westlicher Richtung


Anhang 5: Belemnitenanreicherung auf Kalkplatten (Toarcium)

Es wurden bereits Fotos aus dem anstehenden Toarcium der Tongrube Buttenheim auf dieser Seite eingestellt, die im Besonderen auch massive Kalkplatten mit einer Anreicherung von Belemnitenrostren zeigen (siehe Abb. 27 - 40, 46 - 48 sowie 93 - 100). 

Im oberen Grubenbereich der Tongrube Buttenheim wurde schon vor einigen Jahren der Posidonienschiefer (Lias epsilon/U. Toarcium) angeschnitten und als Abraum abgetragen. Zur Ablagerung kam dieser schließlich in westliche Bereiche der Tongrube, wo man auch derzeit noch auf gute Fossilfunde hoffen kann (s. Abb. 43 u. 124). Direkt über der "Bollernbank", ein markanter Aufarbeitungshorizont, welcher stratigrafisch bereits dem Toarcium zugerechnet wird, wechseln sich schiefrige Gesteine (sog. "Papierschiefer") und massive Kalkplatten ab. Oftmals befinden sich auf und in diesen Platten Belemnitenrostren in sehr guter Erhaltung, die scheinbar keine Einregelung durch Strömungsverhältnisse des damaligen Jurameeres erkennen lassen. Hier liegt eine sog. "Totengemeinschaft in situ" vor. Eine genaue Bestimmung der Belemniten nach Gattung und Art kann auf Grund der vorliegenden "eingelagerten Verhältnisse" auf den Kalkplatten nicht immer nachvollzogen werden. Markante Gegebenheiten wie der Alveolarwinkel, Querschnitte und Furchen auf den Rostren etc. sind oftmals nicht sichtbar.

Bislang wurden folgende Formentypen (Gattungen) festgestellt:

Passaloteuthis, Parapassaloteuthis, Acrocoelites, Youngibelus, Salpingoteuthis, Dactyloteuthis Belemnites, Odontobelus u.a.

Literaturempfehlung:

Doyle, P. (1990-1992) - The British Toarcian (Lower Jurassic) Belemnites, Part 1 & 2, Pal. Soc. London

Riegraf, W., Werner, G., Löecher, F. (1984) - Der Posidonienschiefer - Biostratigraphie, Fauna und Fazies des südwestdeutschen Untertoarciums (Lias epsilon), F. Enke Verlag

Rita, P., De Baets, K., Schlott, M. (2018) - Rostrum size differences between Toarcian belemnite battlefields, Geozentrum Nordbayern, F.-A. Univ. Erlangen

Rohde, C. (2013) - Belemniten aus dem Toarcium einer Bauschuttdeponie bei Berg/Altdorf, steinkern.de

Schlegelmilch, R. (1998) - Die Belemniten des süddeutschen Jura, G. Fischer Verlag

Schwegler, E. (1961-1971) - Revision der Belemniten des Schwäbischen Jura, Palaeontographica, Abt. A

Weißmüller, M. (2017) - Eine Reise in das untere Jura der Region Altdorf, Selbstverlag


Abb. 151: Abraum aus dem Lias epsilon/U. Toarcium mit schiefrigen Platten (sog. Papierschiefer) und harten, massiven Kalkplatten (Fundzustand 2022)

Abb. 152 u. 153: Anstehendes Gestein aus dem Posidonienschiefer/U. Toarcium mit wechselnder Schichtenlage von Papierschiefer und massiven harten Kalkbänken

Abb. 154: Grabungsaktiver Bereich der Fossiliensammler mit verworfenem Abraummaterial. Meist werden in dieser Schicht des "Bonebed" nach Wirbeltier-Fossilien (vertebrate Fossilien) gesucht. Neben Saurierwirbeln, Haifischzähnen und anderen Knochenfragmenten wurden auch schon artikulierte Skelettelemente von Ichthyosauriern gefunden. Die dabei auch anfallenden massiven Kalkblöcke sind scheinbar nicht von großem Interesse.

Abb. 155: Massiver Kalkblock im bergfeuchtem Zustand. Auf der Schichtfläche sind deutlich zahlreiche Belemnitenrostren in guter fossiler Erhaltung erkennbar. Eine Bergung solch großer Platten ist auf Grund des hohen Gewichtes der Blöcke, im "Alleingang" stets eine besondere Herausforderung.

Abb. 156: Ausschnitt aus Abb. 155 mit Acrocoelites (A.) oxyconus (links) und Acrocoelites sp. (rechts)

Abb. 157: Eine weitere massive Kalkplatte, die hingegen oberflächlich weniger deutlich Belemnitenrostren zeigt. Dies kann aber auf Grund des trockenen Oberflächenzustandes täuschen. Auch hier zeigt sich ein "ungeordnetes Belemnitenbild", was auf eine "Totengemeinschaft in situ" hinweist. Dies könnte bedeuten, dass zu jener Zeit keine wesentlichen Bodenströmungen des Jurameeres im Raum Buttenheim existierten. Andernfalls wären sonst die abgelagerten Belemnitenrostren und andere Fossilien auf dem Meeresboden eingeregelt bzw. der Strömung entsprechend ausgerichtet worden.

Abb. 158: Ausschnitt aus Abb. 157 mit Gehäuseabdrücken von zwei Ammoniten (ggf. Hildoceras sp.)

Abb. 159: Ein besonderer Fund! Inmitten auf der Abraumhalde (s. Abb. 154) lag dieser von einem Sammler  mittels einer mobilen Steinsäge zugeschnittener massiver Kalkblock. Ggf. hat jener "Akteur" sein bearbeitetes Fundstück später vergessen mitzunehmen oder aber andere Funde waren qualitativ besser und erfolgversprechender für weitere Präparationen oder aber das Gewicht war schlicht ausschlaggebend für einen weiteren Transport ...

Abb. 160 u. 161: Der an drei Seiten zugeschnittene Block zeigte nur andeutungsweise sechs fragmentarische Belemnitenrostren. Auf einer der Schnittflächen sind zudem noch zwei Rostren in einem angeschnittenen Zustand zu sehen. Ein später von mir zusätzlich vollzogener Schnitt entlang der roten Linie (Abb. 161) verkleinerte schließlich das inzwischen präparierte Fossilobjekt und machte es somit wesentlich handlicher. Ein Dank an dieser Stelle an den mir unbekannten Sammler für die geleistete "Vorarbeit".

Abb. 162: Das fertig präparierte Stück der "Begierde". Meist Acrocoelites sp. sowie ein fast vollständiger Belemnit vom Typ Youngibelus sp. bzw. Salpingoteuthis sp. hier in diagonaler Lage.

Abb. 163: Ein präparatorischer Versuch mittels verwendetem Ätzkali. Ein Prozess, der sich zeitlich recht lange hinzieht und bei nicht ausreichender "Neutralisierung" zu unschönen weißen Belägen führt. Andererseits erfolgt hierbei aber das Freilegen der Belemnitenrostren ohne wesentliche Beschädigungen am Fossil selbst.

Abb. 164: Der gleiche Belemnitenblock nach intensiver Reinigung und "Neutralisierung" der Fossilfläche. Maße: 46 x 26 x 10 cm, Gewicht: 16,9 kg. 

Abb. 165: Im gewissen Sinne zeigt dieser Gesteinsblock ein sog. "Belemnitenschlachtfeld", wobei sich auch hier alle Belemnitenrostren "uneingeregelt" auf der Schichtfläche zeigen.

Abb. 166: Ausschnitt aus Abb. 165 (mittig) mit einem aufgebrochenen Rostrum (Acrocoelites sp.). Neben dem Alveolarbereich sind auch die Anwachslinien/Wachstumslinien entlang der Apikallinie des Rostrums gut erkennbar.

Abb. 167 u. 168: Gelegentlich findet man auf solchen Gesteinsplatten aus dem U. Toarcium auch epirostrale Bereiche verschiedener Belemniten. Sie sind in ihrer Erhaltung meist sehr filigran, oft plattgedrückt bzw. schon abgebrochen, da sie "innen" meist hohl vorliegen. Zu sehen ist hier eine kleine Platte mit einer solchen rostralen Erscheinung. Siehe hierzu auch: Cuspiteuthis semistriata, unter Artikel "Belemniten - Bergung, Präparation, Aufbewahrung und vieles mehr!", Abb. 13 (lt. Schlegelmilch, 1998 eine umstrittene Gattung).

Abb. 169: Ausschnitt aus Abb. 168 mit gekennzeichneten Rostral-Bereichen (1 - Fragment des Orthorostrums, 2 - Fragment des gefurchten Epirostrums). Bei diesem Belemniten könnte es sich ggf. um Acrocoelites sp. handeln.

Abb. 170: Der fragmentarisch erhaltene Belemnit wurde behutsam von der Fundplatte (Abb. 167) entfernt, nachträglich präpariert und die nunmehr dünne und filigrane Platte zur Stabilisierung "aufgegipst".

Abb. 171: Ein erneuter Blick auf eine der Abraumhalden mit besonders vielen massiven Kalkplatten des Lias epsilon/Posidonienschiefer/U. Toarcium. Oberer Grubenbereich mit Blick aus nordöstlicher Richtung.


Anhang 6: Geoden aus dem Pliensbachium

Es wurde bereits an anderen Stellen auf die Bedeutsamkeit von Geoden hingewiesen (siehe hierzu: Abb. 61, 63, 85, 92 sowie "Anhang 3 - Medianschnitte an Pleuroceraten", Abb. 132 - 145). Darüber hinaus werden nun weitere Aspekte zur Thematik Geoden (Konkretionen) aus Schichtbereichen des Pliensbachiums (Lias delta 2b, Hawskerense Subzone) dargelegt. Es folgen später noch weitere Darstellungen von Geodenfunden aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH) sowie aus der Bollernbank (BOB).

In der Tongrube Buttenheim sind Geoden (Konkretionen) häufig zu finden und liegen in bestimmten Schichtbereichen sogar massenhaft vor. Sie sind vom Aussehen her sehr unterschiedlich geformt, was auf differente Entstehungsprozesse zurückzuführen ist. Meist sind sie eiförmig, kugelförmig, flach wie ein "Diskus" aber auch nur knollenförmig von ihrem äußeren Habitus her geformt. Allen ist aber gemein, dass die chemischen Zusammensetzungen der Geoden stets andersartiger ist, als das sie umgebende Sedimentgestein (meist dunkelgrauer Mergelton). Im Kern finden sich gelegentlich noch sichtbare und nicht verdrückte Reste von Fossilien, um die sich schalenförmig (konzentrisch) das Wachstum der Geoden vollzog. Am äußeren Geodenrand sind oft Spurenfossilien sowie epifaunale Fossilien zu entdecken (Bohrlöcher von acrothoracaler Cirripedier u. Bohrmuscheln und Brachiopoden sowie Bohrgänge und Serpelbewuchs). Dergleichen werden später unter der Anhang-Thematik "Spurenfossilien" dargestellt werden. Eine frühdiagenetische Bildung der Geoden sowie die zeitlich mehrphasige Genese der Hiatus-Konkretionen (Geoden) wird in den Artikeln von E. Voigt (1968) und Keupp, Weber, Doppelstein (2016) sehr ausführlich und anschaulich dargestellt.

Oftmals finden sich in den Geoden sog. Septarien in "bizarrer" Formgestaltung (mineralisch ausgefüllte "Schrumpfungsrisse"). Darüber hinaus sind häufig anzutreffende Minerale: Pyrit, Kalzit, Quarz, Gips und Baryt. Rein äußerlich ist den Geoden oftmals nicht anzusehen, ob sich im Inneren interessante Fossilien bzw. Mineralstrukturen befinden. Man muss diese deshalb entweder erst aufschlagen oder aber m.H. einer Steinsäge aufschneiden, schleifen und polieren. Mit etwas Glück befinden sich dann auch schöne Septarien aber auch Besonderheiten, wie Glendonite darunter.

Die hier abgebildeten Geoden (Konkretionen) entstammen zumeist aus oberen Schichten der Tongrube Buttenheim (Lias delta 2b, Hawskerense Subzone), die zwischen der Spinatum-Hauptzone (SPH), dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH) und der Bollernbank (BOB) aufgelesen wurden. 

Literaturempfehlung:

Gundlach, H., Jordan, R. (1972) - Geochemie der Geoden des Unteren Toarcium (Lias epsilon) im südlichen Niedersachsen und ihre Aussage für Stratigraphie und Genese, Ber. Naturhist. Ges., 116

Keupp. H. Weber, B. Doppelstein, B. (2016) - Buttenheim: Geoden als Weide- und Laichgrund, Fossilien 2016, H. 5

Keupp, H. (2021) - Die Tongrube am Holzbachacker südlich Buttenheim, in: Buttenheim - Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien 2021, Sonderheft

Keupp, H. (2021) - Von Ringelwürmern und Grabfüßern, in: Buttenheim - Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien 2021, Sonderheft

Keupp, H., Schweigert, G. (2021) - Die Krebse (Crustacea) aus dem Amaltheenton von Buttenheim, in: Buttenheim - Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien 2021, Sonderheft

Keupp, H. (2021) - Die Hartgrund-Vergesellschaftung des "Echiniden-Pectiniden-Horizonts", in: Buttenheim - Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien 2021, Sonderheft

Keupp, H., Doppelstein, B. (2024) - Ein zweiter Glendonit-Horizont im Amaltheenton von Buttenheim, Fossilien 2024, H. 1

Merkel, A., Munneke, A. (2023) - Glendonite-bearing concretions from the upper Pliensbachian (Lower Jurassic) of South Germany in European epicontnental sea, Facies, 69:10

Merkel, A., Keupp, H., Doppelstein, B. (2023) - Gab es im Unterjura eine Eiszeit?, Fossilien 2023, H. 6

Munneke, A., Merkel, A. (2021) - Mikrofazies der Hiatuskonkretionen im Amaltheenton von Buttenheim, Fossilien 2021, H. 6

Pratt, B.R. (2001) - Septarian concretions: internal cracking caused by synsedimentary earthquakes, Sedimentology 48 

Simonsen, S. (2012) - Die Tongrube Buttenheim, Der Steinkern, H. 2 (überarb. Neuaufl.)

Voigt, E. (1968) - Über Hiatus-Konkretionen (dargestellt an Beispielen aus dem Lias), Geol. Rundschau, 58

Weiß, C. (2004) - Zur Diagenese von Septarien aus dem Amaltheenton der Mittleren Frankenalb, Oberes Pliensbachium, Süddeutschland, Natur und Mensch, Jahresmitteilungen 2004, Nürnberg 2005

Abb. 172: Eine vor Ort aufgeschlagene Geode zeigt bereits eine mehrphasige Entstehung an, siehe auch Abb. 179.

Abb. 173: Diese flache und auch sehr große Geode (ca. 50 cm) zeigt mittig eine gut ausgebildeten Septarienform.

Abb. 174 u. 175: Septarien in großen Geoden (links Ausschnitt aus Abb. 173, rechts zwei weitere aufgebrochene größere Geoden mit interessanten Septarien).

Abb. 176: Ausschnitt/Vergrößerung aus Abb. 175.

Abb. 177 u. 178: Flache diskusförmige (links) und eiförmige Geoden (rechts).

Abb. 179: Zwei weitere aufgeschlagene Geoden, die das genetische Wachstum von mindestens zwei Phasen anzeigt (mittig "Mutterknolle"). Zeitlich mehrphasiges Wachstum nach Freilegung oder Umlagerung sowie anschließender Geodenbildung im Sediment.

Abb. 180: Aufgeschnittene und polierte kugelförmige Geode mit Septarienausbildung und einem äußeren Pyritring.

 

Abb. 181 u. 182: Postum wurden in dieser aufgeschnittenen Geode (Abb. 180 rechts) Gebilde gesichtet (markierte Fläche), die zunächst als Eigelege aber ggf. auch als Kotpillen gedeutet wurden (Foto Abb. 182 Bernd Doppelstein, Berlin).

 

Abb. 183: Vergrößerte Darstellung aus Abb. 182, die nunmehr als Kotpillen angesprochen werden (mdl. Mitteilung durch Prof. H. Keupp, Berlin, Foto Bernd Doppelstein, Berlin).


Abb. 184: Aufgeschnittene und anpolierte diskusförmige Geode mit einem mineralischen Kern.

Abb. 185 u. 186: Ausschnitt aus Abb. 184 mit einer rautenförmigen Mineralstruktur, ggf. Glendonit.

Abb. 187: Bruchfläche einer Geode mit Gipsmineralen.

Abb. 188: Geode mit mehreren Pleuroceraten (kleines "Ammonitengrab").

Abb. 189 u. 190: Zwei Geoden mit fragmentarisch sichtbaren Pleuroceraten. 

Abb. 191: Geschnittene und anpolierte Geode mit einem Ammoniten im Kern sowie drei schalenförmig ausgeprägte Geodenbereiche (nach E. Voigt: "Koplex-Konkretionen").

Abb. 192: Geode mit median aufgeschnittenen Ammoniten, der im Kern noch eine Schnecke zeigt.

Abb. 193: Ausschnitt aus Abb. 192, mit unbestimmter Gastrope im Längsschnitt sowie kalzitischer Hohlraumausfüllung (Foto Bernd Doppelstein, Berlin) 
 

Abb. 194 u. 195: Zwei Geoden aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH).

Abb. 196: Ausschnitt aus Abb. 194, mit einer feinen Pyritummantelung sowie länglichen Spurenfossilien, die als Grabgänge kleiner Organismen gedeutet werden können.

Abb. 197: Ausschnitt aus Abb. 195 mit einer stark biokorrosiven Oberfläche sowie zahlreichen Resten von Wurmgehäusen.

 

Abb. 198 u. 199: Bruchfläche einer Geode aus dem EPH mit zwei endolithischen Spurenfossilien.

 

Abb. 200: Zahlreiche karbonatische Geoden (Fundsituation) mit deutlicher "Einfärbung" (rostbraune Färbung durch Umwandlung von Eisensulfid in Eisenhydroxid).

 

Abb. 201: Blick aus östlicher Richtung auf die Grubensohle der Tongrube Buttenheim (April 2024).


Anhang 7: Kleinfossilien/Mikrofossilien aus Schlämmproben

Es wurden bereits zahlreiche Mikrofossilien aus der Tongrube Buttenheim in diesem Artikel abgebildet, die z.T. aus Schlämmproben stammen (siehe Abb. 62, 79-83, 86-89, 95, 102-107, 110-112 sowie Abb. 149). Im Grunde genommen kann man aus allen Schichten der Tongrube mit Hilfe von Schlämmverfahren Mikrofossilien bergen. Dennoch ist die Fundhäufigkeit in bestimmten Horizontbereichen unterschiedlich hoch. Bevorzugt wurden z.B. die "Pyriterzbank", der "Quellhorizont", die "Spinatum-Hauptpzone", der "Crinoiden-Horizont", der "Echiniden-Pectiniden-Horizont"(!!!) sowie Material aus der "Bollern-Bank" beprobt (siehe hierzu auch weiter oben: Übersichtstabelle der Schichten mit Profilhöhenangaben). Geeignetes Probenmaterial ist formal schon rein äußerlich sichtbar. Im Anschnitt bzw. auf den Schichtflächen von aufgebrochenen Tonbrocken zeigen sich meist in einer hellen "Schilllage" Fossilfragmente. Solche Stücke werden nunmehr geborgen und anschließend aufgeschlämmt. Hierzu gibt es mehrere Verfahren bzw. Möglichkeiten: Aufschlämmen mit heißem Wasser (+ Spülmittelzusatz), Aufschlämmen mittels Wasserstoffperoxid, Gesteinszerkleinerung mittels Frostverfahren u.a. Verfahren. Anschließend wird das zerkleinerte Material, welches inzwischen zu einer breiartigen Masse geworden ist, mittels verschiedener Siebe fraktioniert und anschließend getrocknet. In meinem Verfahren ergeben sich daraus sechs bzw. sieben Fraktionsgrößen: FG 1 = größer als 5 mm, FG 2 = 1,5-5 mm, FG 3 = 1,0-1,5 mm, FG 4 = 0,5-1,0 mm, FG 5 = 0,1-0,5 mm sowie FG 6 = unter 0,1 mm. Anfallendes Material, welches größer als ca. 20 mm ist (z.B. Geoden, Pyritklumpen, Ammonitenbruchstücke etc.) wird als Fraktion 0 benannt und ggf. als Beleg mit aufgehoben. Die Fraktion 06 wird stets "verworfen", da technisch nicht nutzbar. Das Auslesen der gewonnenen Mikrofossilien erfolgt mit Hilfe eines Binokulars. Hierbei zeigt sich deutlich, dass unterschiedliche Schichten sowie unterschiedliche Fraktionsgrößen auch ein unterschiedliches Faunenspektrum beinhalten (Gastropoden, Muscheln, Foraminiferen, Ostracoden, Echinodermen, Selachier u.a.m.). Eine fotografische Dokumentation ist derzeit aus technischen Gründen nicht befriedigend machbar (fehlende Tiefenschärfe bei stark gewölbten Fossilien).

Literaturempfehlung (Foraminiferen):

Franke, A. (1936) - Die Foraminiferen des deutschen Lias, Preuß. Geol. Landesanstalt

Hesemann, M. (o.J.) - Die Foraminiferen aus der Tongrube Buttenheim (Fotodokumentation), in: https://foraminifera.eu/loc.php?locality=Buttenheim

Keupp, H. (2021) - Lebewelt im Verborgenen, in: Fossilien, Sonderheft 2021

Kircher, G. (o.J.) - Foraminiferen von Buttenheim (Fotodokumentation), in: https://www.steinkern.de/steinkern-de-galerie/foraminiferen.html

Riegraf, W. (1985) - Mikrofauna, Biostratigraphie und Fazies im Unteren Toarcium Südwestdeutschlands und Vergleiche mit benachbarten Gebieten, Tübinger mikropaläontologische Mitteilungen

Ristau, B. (2013) - Liassische Foraminiferen der Tongrube am Holzbachacker/Altendorf bei Buttenheim, Diplomarbeit, FU Berlin

Welzel, E. (1968) - Foraminiferen und Fazies des fränkischen Domeriums, Erlanger Geol. Abh., H. 69

Abb. 202: Aufgerissene Hangfläche, östlicher Teil der Tongrube Buttenheim (Abbaufläche/Lias delta/Pliensbachium), etwa von/auf Höhe des Quellhorizontes fotografiert; links oben ein kleiner Streifen aus dem Lias Toarcium (hellbraun) sichtbar.

Abb. 203: Aufgebrochene Tonbrocken mit deutlicher fossiler Schilllage, Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH), geeignetes Material für eine Schlämmprobe.

Abb. 204: Aufbereitetes Probenmaterial: 04/2023, EPH, Probe 01, Fraktionen 0 und 1 bis 4, Durchsicht je 1 x.

Abb. 205 u. 206: Detailansicht aus Abb. 204 mit oberflächlich sichtbaren Fossilien.

Abb. 207: Schüttungsbild mit verschiedenen Foraminiferen und Ostracoden sowie ein Crinoidenteilstück (rechts), Schlämmprobenmaterial aus dem EPH.

Abb. 208 - 211: Vier weitere Schüttungsbilder mit verschiedenen Foraminiferen und Ostracoden (EPH).

Abb. 212: Frondicularia sp. (Spinatum-Hauptzone).

Abb. 213: Dentalina sp. (Crinoidenschicht).

Abb.214: Ammodiscus sp. o. Cornuspira sp. (EPH).

Abb. 215: Wenn auch kein Fossil, so doch ein seltenes "Objekt" inmitten der Mikrofossilien ... ggf. ein Tektit.

Besonders ergiebig zeigen sich Echinodermenfunde aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH). Schlämmproben aus dieser Schicht erbringen vorrangig Teile von Seeigeln/Echinoidea (Stacheln u. Coronaplatten/Gehäuseplatten sowie Zähne des Kauapparates) aber auch Seelilienelemente/Crinoidea (Stielglieder/Columnalia u. Rankelemente/Zirren). Darüber hinaus sind Ossikel von Schlangensternen/Ophiuroidea, Seesternen/Asteroidea und Seegurken/Holothuroidea vereinzelt aber auch gehäuft zu finden. Echinodermenelemnte im "Fossil-Verbund" sind eher selten und zudem auch häufig von einem feinen "Pyritüberzug" umgeben.

Literaturempfehlung (Echinodermata):

Hess, H. (2014) - Balanocrinus (Crinoidea) from the Jurassic: species concept, Reconstruction, Ontogeny, Taphonomy and ecology, Swiss J. Palaeontology, 133

Hess, H. (2014) - Balanocrinus and other crinoids from Late Jurassic mudstones of France and Switzerland, Swiss J. Palaeontology, 133

Jäger, M. (1985) - Die Crinoiden aus dem Pliensbachium (mittlerer Lias) von Rottorf am Klei und Empelde (Süd-Niedersachsen), Ber. naturh, Ges. Hannover, 128

Jäger, M. (1991) - Die Crinoiden aus dem Pliensbachium vom Rhein-Main-Donau-Kanal bei Sulzkirchen, Teil 1: Cyrtocriniden mit reduziertem Stiel: Eudesicrinus und Cotylederma, Archaeopteryx, 9

Jäger, M. (1993) - Die Crinoiden aus dem Pliensbachium vom Rhein-Main-Donau-Kanal bei Sulzkirchen, Teil 2: Gestielte Cyrtocrinina und Millericrinina: Amaltheocrinus, Shroshaecrinus?, Plicatocrinus und Nachtrag zu Teil 1 (Eudesicrinus), Archaeopteryx, 11

Kutscher, M. (1988) - Zur Invertebratenfauna und Stratigraphie des oberen Pliensbachien von Grimmen (DDR), Echinodermata, Freiberger Forschungshefte, C, 419

Kutscher, M. (1996) - Echinodermata aus dem Ober-Toarcium und Aalenium Deutschlands, II. Ophiuroidea, Stuttg. Beitr. Naturk., Ser. B, Nr. 242

Kutscher, M., Reich, M. (2021) - Die Echinodermen-Fauna des Amaltheentons von Buttenheim, in: Fossilien, Sonderheft 2021

Sieverts-Doreck, H. (1958) - Kleinreste von Echinodermen aus dem fränkischen Jura, (Sammlung Schattenberg, Bamberg), Ber. Naturforsch. Ges. Bamberg, 36

Sieverts-Doreck, H. (1981) - Ein Schlangenstern (Palaeocoma sp. ex. gr. milleri (Phillips) im Unter-Pliensbachium der Herforder Liasmulde, 25. Ber. Naturw. V. Bielefeld

Sieverts-Doreck, H. (1981) - Nachweis Balanocrinus subteroides, Familie Isocrinidae, im Ober-Pliensbachium der Herforder Liasmulde, 25. Ber. Naturw. V. Bielefeld

Abb. 216: Schüttungsbild mit größeren Seeigelplatten (Procidaris edwardsii), Stachelfragmenten, Seelilienelementen sowie Ossikel von Schlangensternen, Schlämmprobe aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH).


Abb. 217: Cunidentichnus sp., Interambulakralplatten, relativ häufig im Echiniden-Pectiniden-Horizont zu finden, Schlämmprobe EPH.

Abb. 218: Artikuliertes Teilstück (Interambulakralbereich) von Cunidentichnus sp., Schlämmprobe EPH.

Abb. 219: Artikuliertes Teilstück (Ambulakralia A und Interambulakralia I) von Cunidentichnus sp., Schlämmprobe EPH.

Abb. 220 u. 221: Artikuliertes juveniles Seeigelgehäuse, cf. Cunidentichnus sp. (1,5 mm), mit feinem "Pyritüberzug", links Oralseite, rechts Apikalseite, Schlämmprobe EPH

Abb. 222: Drei Zahnelemente eines Kauapparates, vermutlich von einem cidariden Seeigel, Schlämmprobe EPH.

Abb. 223: Seeigelstacheln, die leider meist zerbrochen vorliegen und oft mit feinem Pyrit überzogen sind, Schlämmprobe EPH.

Abb. 224: Vollständig erhaltener Seeigelstachel mit einem abgerundeten Stachelende, 7 mm, Schlämmprobe EPH.

Abb. 225: Schüttungsbild mit Seelilienteilen (Crinoidea), zumeist Zirren (Seitenranken), Schlämmprobe EPH.

Abb. 226: Seelilien-Stielglieder (Columnalia), meist solitär in Schlämmproben auffindbar, zusammenhängende Elemente sind eher selten, Schlämmprobe EPH. Siehe auch Anhang 1: "Fossilien aus der Crinoidenschicht".

Abb. 227: Elemente von Seegurken (Holothuroidea), Teile des Kalkrings, unbestimmte Ossikel, Schlämmprobe EPH.

Abb. 228: Artikuliertes Teilstück eines Schlangensterns (Armsegment), Schlämmprobe aus der "Diskusschicht" oberhalb EPH.

Abb. 229: Schlangenstern-Ossikel (Lateralia), Schlämmprobe aus dem EPH.

Abb. 230: Sog. Seestern-Scheibenplatten, ggf. zu Plumaster sp. gehörend, Bildbreite 4,2 mm, Schlämmprobe aus dem EPH.

Abb. 231: Ein weiteres Schüttungsbild mit Kleinfossilien/Mikrofossilien aus dem EPH (Schlämmprobe mit Gastropoden, Muscheln, Seeigelstacheln, Crinoidenteile, Scaphopoden, Statolithen u.a.m).

Abb. 232: Muschelkrebse (Ostracoda) findet man sehr häufig in kleineren Fraktionen von Schlämmproben. Sie sind ggf. wie in dieser Abbildung doppelklappig erhalten, durchschnittliche Schalengröße 0,8 mm, Schlämmprobe aus dem EPH.

Literaturempfehlung (Ostracoda):

Keupp, H., Schweigert, G. (2021) - Die Krebse (Crustacea) aus dem Amaltheenton von Buttenheim, in: Fossilien, Sonderheft 2021

Riegraf, W. (1985) - Mikrofauna, Biostratigraphie und Fazies im Unteren Toarcium Südwestdeutschlands und Vergleiche mit benachbarten Gebieten, Tübinger mikropaläontologische Mitteilungen, Nr. 3

Triebel, E., Bartenstein, H. (1938) - Die Ostracoden des deutschen Juras, 1. Monoceratina-Arten aus dem Lias und Dogger, Senckenbergiana, B. 20, Nr. 6

Waltschew, A. (2000) - Die Mikrofauna des fränkischen Carixiums (Unteres Pliensbachium, Lias), Erlanger geol. Abh., 132

Waltschew, A. (2001) - Foraminiferen, Ostracoden und Echinodermenreste aus dem Lias und dem tiefsten dogger (Oberes Sinemurium bis Aalenium) von Goslar, Ber. Naturhist. Ges. Hannover, 143

Abb. 233: Teilstück einer Kalkröhre (Kahn- bzw. Grabfüßer/Scaphopoda), ggf. Laevidentalium sp., 3.3 mm lang, Schlämmprobe EPH.

Literaturempfehlung (Scaphopoda): 

Keupp, H. (2021) - Von Ringelwürmern und Grabfüßern, in: Fossilien, Sonderheft 2021

Abb. 234 u. 235: Sog. "Gehörsteinchen" von Fischen (Otolithe) bzw. Belemniten (Statolithe): Links Otolith ggf. von Leptolepsis sp. (Innenseite), 2,2 mm; rechts Statolith, 2,0 mm, Schlämmprobe EPH

Literaturempfehlung (Otolithe u. Statolithe):

Clarke. M.R. (2003) - Potential of Statoloths for interpreting coleoid evolutiom: A brief review, Berl. Pal. Abh., 03

Keupp, H. (2021) - Kopffüßer dominierten das Nekton, in: Fossilien, Sonderheft 2021

Keupp, H. (2021) - Fische aus dem Amaltheenton, in: Fossilien, Sonderheft 2021

Keupp, H., Doppelstein, B. (2022) - Statolithe aus dem Amaltheenton von Buttenheim, Fossilien 2022, H. 6

Schwarzhans, W. (2018) - A review of Jurassic and Early Cretaceous otoliths and the devolopment of early morphological diversity in otoliths, N. Jb. Geol. Paläont., Abh. 287/1

Schwarzhans, W., Keupp, H. (2022) - Early teleost otolith morphogenesis observed in the Jurassic of Franconia, Bavaria, southern Germany, Zitteliana 96 

Abb. 236: Zahnelemente von haiartigen Fischen (ggf. Sphenodus sp.), Bildbreite 5,2 mm, Schlämmprobe EPH.

Literaturempfehlung (Fische):

Böttcher, R., Duffin, C.J. (2000) - The neoselachian shark Sphenodus from the Late Kimmeridgian (Late Jurassic) of Nusplingen and Egesheim (Baden-Württemberg, Germany), Stuttg. Beitr. Naturk., Ser. B, Nr. 283

Duffin, C.J. (1993) - New records of Late Jurassic sharks teeth from Southern Germany, Stuttg. Beitr. Naturk., Ser. B, Nr. 193

Keupp, H. (2021) - Fische aus dem Amaltheenton, in: Fossilien, Sonderheft 2011

Meisner, H. (2024) - Faszination Haie - Die Welt der fossilen und der lebenden Haie, Der Steinkern, H. 58

Thies, D., Leidner, A. (2011) - Sharks and guitarfishes (Elasmobranchii) from the Late Jurassic of Europe, Palaeodiversity, 4

Anmerkung:

In den Schlämmproben aus der Tongrube Buttenheim sind Schnecken- und Muschelfunde als Kleinfauna bzw. Mikrofauna sehr zahlreich anzutreffen. Diese werden separat vorgestellt und eine entsprechende Literaturempfehlung beigefügt.

Siehe auch unter Galerie: https://fossilien-steine.hpage.com/galerie.html


Abb. 237: Winterliche Stimmung in der Tongrube Buttenheim (Aufnahme von 11/2023)


Anhang 8: Pyrit aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont

In einer Schlämmprobe aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH) befanden sich auffallend viele "gut entwickelte" Pyrit-Kristalle. Dies stellt im Grunde genommen keine wesentliche Besonderheit dar, soll aber in diesem Sinne dennoch einmal thematisch dargestellt werden. Die etwa 10 kg schwere Probe wurde im April 2023 im südöstlichen Grubenbereich und genau auf Höhe des EPH entnommen und u.a. auch mit Wasserstoffperoxid aufgeschlämmt. 

Pyrit kann man im gesamten Grubenbereich der Tongrube Buttenheim finden. Bezogen auf den Amaltheenton (Ober-Pliensbachium) also von der Margaritatus-Zone (Gibbosus-Subzone/ Lias delta 1) bis zur Spinatum-Zone (Hawskerense-Subzone/ Lias delta 2b) bis einschließlich der Bollernbank. Allerdings ist die kristalline Ausprägung des Minerals oft sehr unterschiedlich. Meist sind die Kristalle sehr klein ausgeprägt, an und in Geoden gebunden als auch genetisch an und in Fossilien verankert. Bedeutsame historische Funde aus der Sammlung von Johann Schobert (Hirschaid) konnten dankenswerterweise angefügt werden. Sie stammen von 1998, also noch aus den Anfangsjahren der Grubenerschließung.

In der Herleitung des Namens Pyrit stößt man auf den Begriff Feuer (griechisch). Schlägt man eine Pyritknolle mit einen Feuerstein aneinander, so kommt es zur Funkenbildung. Dieser Effekt wurde bereits von unseren Vorfahren zur Feuerherstellung genutzt. Pyrit (FeS2) wird auch als Eisenkies oder Katzengold bezeichnet und gehört demnach zu den Sulfiden. Meist hat das Mineral einen messinggelben bzw. goldfarbenen Glanz, erscheint aber auch gelegentlich bunt angelaufenen in der Farbgebung. Pyrit hat eine kubische Kristallform und tritt meist als Würfel, Oktaeder oder Pentagondodekaeder sowie in zahlreichen Mischformen in Erscheinung. Auffallend ist dabei, dass die Kristallflächen sichtbare parallel verlaufende Streifen aufweisen, was man hingegen nur bei größeren Kristallen deutlich sehen kann. Genetisch kann man sowohl magmatische, sedimentäre als auch metamorphe Ursachen in Betracht ziehen. Bedauerlicherweise reagiert Pyrit auf Verwitterungsgegebenheiten sehr unschön. Der "aufblühende" Verfallsprozess führt schließlich zur Bildung von Schwefelsäure, Eisenoxiden sowie weißen Sulfaten. Bedeutende Fossilien, die genetisch mit Pyrit durchsetzt sind sollten deshalb stets auf Zersetzungen hin untersucht werden, sie zumindest aber einer sehr geringen Luftfeuchtigkeit aussetzen.

Das sehr ähnlich aussehende Mineral Markasit weist eine rhombische Kristallform auf und ist vom Gewicht her etwas leichter, demnach von Pyrit ggf. auch schwer zu unterscheiden. Siehe auch unter: https://fossilien-steine.hpage.com/artikel/markasit.html

Weitere Abbildungen zum Thema Fossilien und Pyrit in diesem Artikel: Abb. 89, 117 - 120, 133, 180, 196, 214, 220, 221, 223 u. 228.

Literaturempfehlung: 

Glas, M., Offermann, E. (1996) - Pyrit, der Formenkünstler, in: extraLapis No. 11

Hochleitner, R. (1996) - Was ist Pyrit? Was ist Markasit?, in: extraLapis No. 11

Hochleitner, R. (1996) - Mineral aus einer anderen Welt, in: extraLapis No. 11

Keupp, H. (2021) - Die Tongrube am Holzbachacker südlich Buttenheim, in: Fossilien, Sonderheft 2021 

Kolesar, P. (1996) - Konservierung von Pyrit und Markasit, in: extraLapis No. 11

Lentz, E. (2009) - Die "Verwunschenen" - eine Besonderheit Buttenheims, Der Steinkern, H. 2

Mayr, H. (1969) - Die Faszination der "Goldschneckli", in: extraLapis No. 11



Abb. 238: Schüttungsbild mit zahlreichen Pyritwürfeln, aus Schlämmprobe (EPH), Bildbreite 7,2 mm

Abb. 239: Kleine Zusammenballung verschiedener Pyritwürfel mit deutlicher Abschrägung der Würfelecken und Einkerbungen im Kantenbereich, Streifung auf der Kristallfläche andeutungsweise erkennbar, aus Schlämmprobe (EPH), Objektbreite 2,5 mm

Abb. 240: Verwachsungen kleiner Pyritkristalle, meist in würfeliger Form, eingebettet in einer noch feineren "Pyritmatrix", aus Schlämmprobe (EPH), Objektbreite 3,6 mm

Abb. 241: Würfelig ausgeprägte Pyritkristalle mit jeweils abgeschrägten Würfelecken und andeutungsweise erkennbarer Streifung auf den Kristallflächen, aus Schlämmprobe (EPH), Objektbreite 4,0 mm

Abb. 242 u. 243: Einzelner Pyritwürfel in zwei Ansichten, deutlich abgeschrägte Würfelecken, aus Schlämmprobe (EPH), Würfelbreite = 0,8 mm

Abb. 244: Lateralschild eines Schlangensterns, überkrustet mit sehr kleinen und fein verteilten Pyritkristallen, aus Schlämmprobe (EPH)

Abb. 245 u. 246: Zwei Stachelfragmente von Seeigeln mit feinen Pyritkristallen behaftet, aus Schlämmprobe (EPH)

Abb. 247 u. 248: Zwei Ansichten einer sog. Seestern-Endplatte von einem Armsegment, links Dorsalansicht, rechts Ventralansicht, mit sehr kleinen und feinen Pyritkristallen bestückt, aus Schlämmptobe (EPH)

Abb. 149: Mit kleinen Pyritkristallen behafteter Schlangensternwirbel, aus Schlämmprobe (EPH)

Abb. 250: Zwei fast vollständig mit Pyrit überkrustete Interambulakralplatten eines Seeigels, lediglich der obere Teil der durchbohrten Stachelwarzen ist noch erkennbar, aus Schlämmprobe (EPH)

Abb. 251: Hier sind gleich mehrere Seeigelplatten im Verbund nur leicht mit Pyrikristallen bedeckt worden, so dass alle Hauptwarzen sowie die darum gruppierten kleinen Granulen noch deutlich erkennbar sind, Schlämmprobe (EPH)

Abb. 252: Ein sog. "Verwunschener" Ammonit (nach E. LENTZ), der in diesem Fall vollständig mit einer Pyritummantelung ("Pyritwulst") nur noch andeutungsweise die Rippenstruktur des Ammoniten erkennen lässt, Schichtbereich des EPH, Objektbreite = 62 mm

Abb. 253 u. 254: Eine fast vollständig mit Pyrit durchsetzte Geode, randlich bereits stark angewittert, im Kern sichtbar ein median geschnittener Pleuroceras sp. (mit karbonatischer Ausfüllung), Schichtbereich des EPH, Objektbreite 76 mm

Abb. 255: Eine weitere geschnittene Pyrit-Geode, die während des Schneidens leider teilweise zerbrach, jedoch im Kern einen karbonatischen Ring bzw. einen zerrissenen Kalzitring zeigt. Im rechten Teil des Kernbereichs ist zudem auch noch ein angeschnittener Glendonit sichtbar, Schichtbereich des EPH, Objektbreite = 67 mm

Abb. 256: Ein traubig, wulstiges Pyritgebilde um eine karbonatische Geode gruppiert, Schichtbereich des EPH, Objektbreite = 82 mm

Abb. 257: Ebenfalls aus dem Schichtbereich des EPH stammt diese Pyrit-Knolle, oberflächlich ist sie mit sehr feinem Pyrit übersäht und mit wurmartigen Relikten bestückt, Objektbreite = 61 mm

Abb. 258: Detailansicht aus Abb. 257 mit sehr kleinen goldglänzenden Pyrit-Kristallen als sog. "Pyritrasen"

Pyritkristalle aus der Pyriterzbank:

Nachfolgende Funde stammen aus der Sammlung von Johann Schobert (Hirschaid), der diese 1998 aus dem Schichtprofil der "Pyriterzbank" geborgen hat und sie mir dankenswerterweise überließ. Nach persönlichen Mitteilungen soll es wohl nur in den sog. Anfangsjahren des Grubenausbaus, also vor mehr als 25 Jahren, zu Pyriterzfunden mit diesen Kristallgrößen gekommen sein. Zudem ist heute die Schicht der "Pyriterzbank" kaum noch zugänglich, da verschüttet und damit ggf. weitere Fundmöglichkeiten derzeit eingeschränkt.

Abb. 259: Kleiner "Tonblock" mit eingelagertem feinen Pyrit aus der "Pyriterzbank"

Abb. 260: Würfeliger Einzelkristall mit plättchenartiger Kristallfläche (kleine Pyritwürfel ineinander und miteinander zu einem größeren Würfel verwachsen), aus der "Pyriterzbank", Objektbreite = 12 mm

Anmerkung: Auch wenn diese Pyritkristalle bereits ihren damaligen goldgelben Glanz zum großen Teil verloren haben, so scheinen sie doch noch immer recht "stabil" zu sein. Eine Lagerung unter sehr geringen Luftfeuchtebedingungen ist dennoch weiterhin geboten.

Abb. 261 - 264: Vier weitere Pyritkristalle mit verschiedenartigen Formstrukturen, alle stammen aus der "Pyriterzbank" (ehem. Sammlung J. Schobert, 1998)

Abb. 265: Schüttungsbild von drei größeren Pyrikristallen aus der "Pyriterzbank" (Tongrube Buttenheim), Bildbreite 28 mm


Fundsituation in der Tongrube Buttenheim (April 2025):

Aktuell hat sich die Fundsituation in der Tongrube Buttenheim kaum verändert. Im Bereich der Grubensohle werden weiterhin "Fremdgesteine" zu größeren Haufen abgekippt, wobei nicht immer eindeutig die Herkunftsregion ermittelbar ist. So befand sich kurzzeitig auch Gesteinsmaterial aus dem Oberen Muschelkalk (Mo) vor Ort, aus dem schöne Ceratiten (z.B. C. dorsoplanus) ausgelesen werden konnten. Siehe hierzu unter "steinkern.de/forum". 

Die noch immer zugänglichen Abraumhalden, mit Gesteinen aus der "Bollernbank" und dem U. Toarcium, sind nunmehr wohl ausgiebig "durchgeklopft" worden. Hier findet man kaum noch geeignetes Fossilmaterial, zumindest scheint es bei oberflächlicher Betrachtung so zu sein.

Der im aktiven Abbau befindliche Hangbereich (Amaltheenton) ist auf Grund der oberflächlichen Bearbeitung stratigrafisch schwer einsehbar, denn es wurden größere Tonblöcke aus der Schichtenlage herausgerissen und hangabwärts verlagert. So ist es schwierig bedeutsame Schichten, wie z.B. die Spinatum-Hauptzone (SPH) oder den Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH), zu finden. 

Der obere Grubenbereich (U. Toarcium) wird wohl weiterhin aktiv von Sammlern bearbeitet, um so gezielt an das sog. "Bonebed" zu gelangen. Dazu werden etwa zwei Meter hangendes Schichtmaterial abgetragen und randlich verkippt. Somit ist es derzeit nicht möglich an die sog. anstehende "Bollernbank" zu gelangen. 

 

Abb. 266: Blick aus östlicher Richtung in die Tongrube Buttenheim

Abb. 267: Blick von der Grubensohle aus westlicher Richtung

Abb. 268: Abraumhalde am nördlichen Grubenrand

Abb. 269: Abraumhalde am südlichen Grubenrand

Abb. 270: Aufgeschlagener Block aus der "Bollernbank", südliche Abraumhalde

Abb. 271: Probenentnahme (Schlämmprobenmaterial) auf Höhe des Quellhorizontes (QUH), markierte Stelle

Abb. 272: Aufgerissene Stelle im Anstehenden mit deutlichem Wasseraustritt, Quellhorizont (QUH), ca. 10 m über der Grubensohle, Grenzschicht zwischen der Apyrenum-Subzone/Lias delta 2a und der Hawskerense-Subzone/Lias delta 2b

 

Abb. 273 u. 274: Probenentnahme für weitere Aufbereitungen (Schlämmprobenmaterial), Quellhorizont (QUH)

Abb. 275: Schichtflächige Ammonitenanreicherung in einem Tonblock, Quellhorizont (QUH)

Abb. 276: Ammonitenfragment mit ausgeprägten Septen-/Lobenlinien, ggf. Amaltheus sp., Fossilbreite = 4,3 cm, Quellhorizont (QUH)

Abb. 277: Aufgebrochener Hangbereich mit großen Tonblöcken, etwa auf Höhe der Spinatum-Hauptzone (SPH), Blick aus nordöstlicher Richtung

Abb. 278: Bereich einer aktiven Sammler-Grabung auf Höhe der Spinatum-Hauptzone (SPH)

 

Abb. 279 u. 280: Zwei Funde aus der Spinatum-Hauptzone (SPH), links aufgebrochene Geode (ca. 30 cm) mit ausgeprägter Septarienstruktur, rechts Ammonit (Pleuroceras sp., 7,0 cm) noch in der Matrix

Abb. 281: Bereich einer aktiven Sammler-Grabung auf Höhe des Echiniden-Pectiniden-Horizontes (EPH), geeignete Stelle für eine Probenentnahme (Schlämmprobenmaterialentnahme)

Abb. 282: In einer Tonschicht angereichertes Fossilmaterial, geeignetes Probenmaterial für eine Schlämmprobe, Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH)

Abb. 283: Oberer Grubenbereich, grabungsaktive Zone im Unteren Toarcium

Abb. 284: Massive Kalkblöcke/Kalkplatten aus dem Unteren Toarcium als Abraum am Schutthang liegend, oberflächlich mit zahlreichen Belemniten bestückt

 

 

Abb. 285 - 288: Vier Beispiele von Belemniten, wie man sie auf oben zu sehenden Kalkblöcken (Abb. 284) finden kann

Abb. 289: Ein Grabungsteam auf der Suche nach dem "Bonebed" (U.Toarcium)

 

Abb. 290 u. 291: Nach ca. 2 Meter Abraumbeseitigung, Schichthorizont des sog. "Bonebed" ("Knochenlager") mit ggf. zahlreichen und gut erhaltenen Funden (Hai- u. Fischzähne, Wirbeltierknochen z.B. Saurierknochen u. -Zähne)

Abb. 292: "Trümmerhafter Anblick" nach einer tagelangen, mühsamen und ggf. erfolgreichen Grabung 

 

Abb. 293: Sammelstelle für Wasser auf der Grubensohle, westlicher Bereich der Tongrube, ein kleines Biotop für so alle Hand "Kleingetier"

Abb. 294: Biotop im westlichen Teil der Tongrube Buttenheim, an dieser Stelle wurde im Jahre 1994 mit der Erschließung und mit dem Tonabbau aus dem Amaltheenton/Lias delta begonnen

...

 

Abb.295 u. 296: Ein vermutlich noch juveniler Belemnit (Passaloteuthis sp. nebst Phragmokon) auf einer Fundplatte: Rostrum 1,9 cm, Phragmokon 1,5/1,8 cm, TG Buttenheim, Amaltheenton, Lias delta 2b, ca. 2 m unter der Spinatum-Hauptzone, Geschenk von Johann Schobert (Hirschaid)


Anhang 9: Belemniten mit markanten Besonderheiten

Belemnitenfunde sind in der Tongrube Buttenheim keine Seltenheit, jedoch sollte man dies differenziert betrachten. In den Schichtlagen des "grauen" O. Pliensbachiums sind die Belemniten eher schlecht zu entdecken, da die äußere Rostrenfarbe der Farbe des Mergeltons fast gleicht. In der darüber liegenden "Bollernbank" (Aufarbeitungs- und Basishorizont des U. Toarciums) hingegen, liegen die Belemniten gelegentlich sogar massenhaft in harten Blöcken vor. Manchmal könnte man meinen, dass sie einer gerichteten "Einregelung" erlegen waren. In den darüber liegenden Schichten des U. Toarciums, welche eine helle Farbgebung aufweisen, sind Belemniten mitunter massenhaft anzutreffen. Siehe hierzu weiter oben "Anhang 5: Belemnitenanreicherung auf Kalkplatten (Toarcium)". Zwischen den Schichtkomplexen des O. Pliensbachiums und des U. Toarciums gibt es bezüglich der darin vorkommen Belemniten-Arten große Unterschiede, denn hier liegt ein deutlicher "Faunenschnitt" vor. Eine Übersicht über die Belemniten der Tongrube Buttenheim sind von C. Rode mehrfach publiziert worden und können diesbezüglich auch zur Fossilbestimmung bestens genutzt werden (siehe Literaturempfehlung). Zudem sind durch H. Keupp u. D. Fuchs zwei sehr kleine und auch sehr seltene Belemniten-Typen (Enigmabelus sp.) entdeckt und beschrieben worden. Diese stammen aus der Sammlung von B. Doppelstein (Berlin). 

Die hier vorgestellten Belemniten und die von mir dargestellten markanten Besonderheiten unterlagen einer sehr subjektiven Auswahl. Sie entstammen zumeist der "Bollernbank" und dem U. Toarcium. Das eigene Probenmaterial wurde durch zahlreiche Schenkungen von J. Schobert (Hirschaid) wesentlich erweitert. Belemniten-Fragmente wurden gespalten aber auch aufgesägt, in der Hoffnung eine Embryonalblase (Protoconch) in guter Erhaltung zu finden. Dabei sind auch Rostrenbereiche, wie Abschnitte der Alveole und Phragmokon-Strukturen, mit interessanten Einlagerungen sichtbar geworden. Belemnite mit einem ausgeprägten Epirostrum, wie z. B. bei Youngibelus, wurden bislang noch nicht weiter bearbeitet. Hier wäre es nötig, solche Belemniten in vollständiger Erhaltung oder auch als Fragment bis auf eine "Medianfläche" herunter zu schleifen. Anhand der sichtbaren Anwachslinien, wären dann gewiss Merkmalsstrukturen vom Orthorostrum und Epirostrum sowie deren Übergang sichtbar. Die Rostren, die mühsam von den massiven Kalkplatten aus dem Toarcium entfernt wurden, wurden zum Teil in eine Gipsmasse eingebettet und stabilisiert. Somit konnten sie anschließend wesentlich besser präpariert werden. Epifaunale Erscheinungen wurden bislang an eigenen Belemnitenfunden wenig wahrgenommen, jedoch liegen interessante Beispiele von J. Schobert vor, die hier mit aufgenommen wurden. Pathologische Phänomäne, wie sie gewiss selten an Belemniten-Rostren zu finden sind, wurden bislang noch nicht gefunden. Bruchdeformierte Rostren kann man hingegen des öfteren finden. Die mit Belemniten in Verbindung zu bringenden "Fanghäkchen" (Onychite) und Statolithe wurden in dieser Abhandlung nicht berücksichtigt und werden später gesondert dargestellt.


Literaturempfehlung:

Abel, O. (1916) - Paläobiologie der Cephalopoden aus der Gruppe der Dibranchiaten, Verl G. Fischer

Doyle, P. (1990) - The British Toarcian (Lower Jurassic) Belemnites, Part 1, Soc. Monogr., London

Fuchs, D. (2006) - Fossil erhaltungsfähige Merkmalskomplexe der Coleoidea (Cephalopoda) und ihre phylogenetische Bedeutung, Berl. Pal. Abh., Bd. 8

Hoffmann, R., Stevens, K. (2020) - The palaeobiology of Belemnites - foundation for the interpretation of rostrum geochemistry, Biol. Rev., 95

Jeletzky, J.A. (1966) - Comparative Morphology, Phylogeny and Classification of Fossil Coleoidea, The University of Kansas Paleontological Comtributions, Mollusca, Artikel 7

Keupp, H. (2002) - Pathologische Belemniten - Schein und Wirklichkeit, in: Fossilien 2002, H. 2

Keupp, H., Fuchs, D. (2020) - Enigmabelus n. gen. (Enigmabeilitidae n. f.), an Early Jurassic (Late Pliensbachian) belemnite with an outstanding rostrum morphology, N. Jb. Geol. Paläont., Abh.. 298 (1)

Keupp, H. (2021) - Kopffüßer dominierten das Nekton, in: Buttenheim - Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Sonderheft Fossilien 2021

Müller-Stoll, H. (1936) - Beiträge zur Anatomie der Belemnoidea, Nova Acta Leopoldina, Abh., NF, Bd. 4, N. 20

Naef, A. (1922) - Die fossilen Tintenfische, eine paläozoologische Monografie, Verl. G. Fischer

Nungesser, K. (2009) - Buttenheimer Belemnitenrostren - häufig!, Onlinemagazin Leitfossil

Richter, A.E. (2005) - Belemnitenschrott? Da machen wir was draus!, Onlinemagazin Leitfossil

Rode, C. (2007) - Bruch-Deformation an Belemnitenrostren, Onlinemagazin Steinkern

Rode, C., Weißmüller, M. (2008) - "Tintenfische" im  Lias epsilon von Altdorf, Onlinemagazin Steinkern

Rode, C. (2008) - Die Belemniten der Tongrube Buttenheim - Ergebnisse eines Tagesbesuches, Onlinemagazin Steinkern

Rode, C. (2012) - Belemniten der Tongrube Buttenheim, in: Die Tongrube Buttenheim, Der Steinkern, H. 2 (überarbeitete Neuauflage)

Rode, C. (2013) - Belemniten aus dem Toarcium einer Bauschuttdeponie bei Berg/Altdorf, Onlinemagazin Steinkern

Saelen, G. (1989) - Diagenesis and Construction of the Belemnit Rostrum, Palaeontology, 32, 4

Schins, W.J.H. (1981) - Silification phenomena in fossil Belemnite guards, in: Staringia 6, Nederlandse Geol. Vereniging

Schlegelmilch, R. (1998) - Die Belemniten des süddeutschen Jura, G. Fischer Verlag

Schwegler, E. (1962) - Revision der Belemniten des Schwäbischen Jura, Teil III, Palaeontographica, Abt. A

Stevens, K. (2017) - Calcit skeletons of recent and fossil Coleoidea: Biological, enviromental, or diagenetic control?, Dissertation, Ruhr-Universität Bochum

Zawischa, D. (1988) - Ein Belemnit, in dem die Spitze eines anderen steckt; Über das Verwachsen zweier Belemniten; Über den Aufbau von Belemnitenrostren, APH, 3

Siehe auch unter:

https://fossilien-steine.hpage.com/artikel/belemniten-sammlung.html

https://fossilien-steine.hpage.com/belemnitenfund-aus-der-grube-buttenheim.html

sowie diese Seite: Anhang 5 - Belemnitenanreicherung auf Kalkplatten (Toarcium)




Abb. 297: Der aktuelle Arbeitsplatz mit fragilen Belemniten, die zur "Stabilisierung" in eine Gipsmatrix eingegossen wurden. Sie wurden von den massiven Kalkplatten (Toarcium) m. H. eines Fugenmeißels vorsichtig entfernt. Mittig oben ist ein Block aus der "Bollernbank" zu sehen, der ebenfalls in einen Gipsblock zu Stabilisierung gegossen wurde. Anschließend wurden die Stücke formatisiert und weiterbearbeitet.


Abb. 298: Die wohl derzeit umfangreichste und mit allen Details versehende morphologische Terminologie der Belemniten, Quelle: Hoffmann, R. u. Stevens, K. (2020) - The palaeobiology of belemnites - foundation for the interpretation of rostrum geochemistry, Biol. Rev., 95, S. 109, Fig. 7 ... veränderte Darstellung mit roter Markierungen relevanter Termini!

 

 

Abb.299 - 302: Beispiele zum Präparationshergang: Die von Kalkblöcken abgeschlagenen Belemniten wurden in eine "eingefärbte" Gipsmasse eingegossen. Nach einer Formatisierung der getrockneten Gipsplatten wurden die Belemniten durch Stichelpräparation, Bürsten und einer kurzen Nachbehandlung mit Salzsäure (Entfernung kleiner unschöner Schlagspuren) freigelegt.

 

Abb. 303: Weitere Beispiele von Belemniten, die wie in Abb. 299-302 dargelegt, präpariert wurden.

Abb. 304: Gesteinsblock mit zahlreichen Belemnitenrostren in einer vermutlich eingeregelten Lage, Gesteinsblock aus der "Bollernbank" (südl. Abraumhalde), Fundzustand.

Abb. 305: Belemnitenrostren, die lose aus dem Toarcium (Schutthang) aufgelesen wurden, leg. Johann Schobert (Hirschaid).

Abb. 306: Aufgesägte Belemniten (meist Dactyloteuthis sp.) die lediglich mit Haarlack besprüht wurden. Hier sind bereits Besonderheiten im alveolaren Bereich und am Verlauf der Anwachslinien erkennbar (ggf. juvenile und adulte Rostren-Bereiche), UnteresToarcium, Schutthang, leg. J. Schobert.

Abb. 307: Eine vollständig erhaltene "Embryonalblase" (Protoconch) mit einem Durchmesser von 0,5 mm. Links davon sind verschwommen Kammern des Phragmocons erkennbar, die in ihrer Größe zunehmen.

Abb.308: Ein weiterer erhaltener Protoconch, der bereits im Randbereich erste Verwitterungserscheinungen zeigt, ca. 0,5 mm im Durchmesser. Nach einer Mitteilung von Bernd Doppelstein (Berlin) sind solche "Embryonalblasen" sogar in Schlämmproben entdeckt worden.


Abb.309: Bei diesem Belemnitenbruchstück wurde versucht die Embryonalblase mittels "Abschleifen" sichtbar zu machen. Leider ist in diesem Fall die Alveole mineralisch nicht vollständig ausgefüllt.

Abb. 310: Vergrößerung aus vorhergehendem Foto. In diesem Fall ist die Embryonalblase farblich dunkler abgesetzt und dadurch besser erkennbar.

Abb. 311 u. 312: Ob es sich hier ebenfalls um eine "Embryonalblase" (etwas ventralseitig gelegen) handelt kann nicht mit Sicherheit angenommen werden, hingegen ist diese Bruchstelle aber auch durch die ersichtlich radiale Struktur beeindruckend.

Abb. 313: Dieser Belemnit sitzt auf einer Geode auf und zeigt im Bereich der Alveole ein sehr gut erhaltenes und offen sichtbares Phrakmokon in Pyriterhaltung, Spinatum-Zone (Ob. Pliensbachium), Smlg. u. orig. Foto J. Schobert.

Abb. 314: Ausschnittvergrößerung: Dieser Bereich zeigt die ersten Kammern des Phragmokons, links davon sollte sich die sog. "Embryonalblase" des Belemniten befinden, die hier aber überdeckt ist, Smlg. u. orig. Foto J. Schobert.

Abb. 315: Belemnit (Passoloteuthis sp.) mit einem "Pyrit-Phrakmokon", Fund aus der oberen Spinatum-Zone (Ob. Pliensbachium),  Smlg. u. orig. Foto J. Schobert.

Abb. 316: Aufgebrochenes Belemnitenfragment und mit Kalzit ausgefüllte Alveole, "Bollernbank".

Abb. 317: Bruchfläche eines Belemnitenfragments im Bereich der Alveole mit eingelagertem Kalzit, "Bollernbank".

Abb. 318: Kalzitkristalle, die sich in einer Belemniten-Alveole herausgebildet haben, "Bollernbank".

Abb. 319: Solitär erhaltene Belemniten-Phragmokone aus verschiedenen Horizonten, Smlg. u. Foto H. Gradl, Quelle: Manuskripte über die Lias delta - Tongruben 1 & 2 (Profilaufnahme u. Fotodokumentation)

Abb. 320: Youngibelus cf. ohmdenensis, es fehlt lediglich ein kleines Stück von der hinteren "Spitze". Der morphologische Übergang zwischen dem Orthorostrum und dem Epirostrum kann nur vermutet werden, ist also kaum sichtbar, zudem scheint das Epirostrum "massiv" zu sein, wurde also tektonisch nicht eingedrückt bzw. deformiert. U. Toarcium.

 

Abb. 321: Altfund von 2003: Ggf. Pseudohastites longiformis, Pliensbachium, Apyrenum-Subzone, Lias delta 2a.

 

Abb. 322 u. 323: Detailaufnahmen von Abb. 321.

 

Abb. 324: Belemnitenfragment mit zerbrochener Alveole, z.T. mit pyritisierter "Ausfüllung", Lesefund, leg. J. Schobert.

 

Abb. 325 u. 326: Bruchstücke eines aufgebrochenen Belemnitenfragments, links Pragmokon mit Kalzit ausgefüllt und mit erkennbarer Kammerung, rechts Anschlussstück, Hawskerense-Subzone, Lias delta 2b, leg. J. Schobert.

 

Abb. 327: Ausschnitt von Abb. 326, der markierter Bereich zeigt die Ventralseite des Belemnitenfragments, weiße Bereiche könnten ggf. Überreste der Conothek sein, angedeutet die Lageposition des Siphos.

 

Abb. 328: Eine weitere Ansicht vom Bruchstück (Abb.325) mit erkennbarem Sipho in deutlicher Ventrallage.

 

Abb. 329 u. 330: Geschnittene Belemnitenfragmente, alveonaler Bereich, mit Sediment ausgefüllt und enthaltenen Mineralien (ggf. Granat), Lesefund U. Toarcium, leg. J. Schobert.

 

Abb. 331: Dendritenausbildung in einer mit Sediment ausgefüllten Alveole, Lesefund U. Toarcium, leg. Johann Schobert.

 

Abb. 332 u. 333: Aufgebrochenes Belemnitenfragment im Alveonalbereich, anstelle eines gekammerten Phragmokos haben sich hier "Gipsplättchen" herausgebildet, "Bollernbank", leg. J. Schobert.

 

Abb. 334 u. 335: Zwei gebrochene Belemnitenrostren im Bereich der Alveole, erkennbar sind Einlagerungen von anderen Belemnitenrostren, links eingelagertes Belemniten-Fragment in radialstrahliger Form (Rostrum solidum), rechts eingelagertes Belemnitenfragment in ringförmiger Gestalt (Rostrum cavum), "Bollernbank", leg. J. Schobert.

 

Abb. 336: Ein kleiner Belemnit mit einem "großen Fragezeichen". Ggf. handelt sich hierbei um einen Enigmabelus micros, Keupp u. Fuchs 2022, aus dem EPH, Gesamtlänge 13 mm. Andererseits zeigen juvenile Belemniten gelegentlich auch "keilförmige Ausbrechungen" im Bereich der Alveole und täuschen somit ein typisches Merkmal für Enigmabelus sp. vor. Sollte hier eine solche "morphologische Täuschung" vorliegen, dann wäre dies gewiss auch nicht schlimm.

 

Abb. 337: Markierte Areale, die typisch für Enigmabelus sind: Keilförmiger "Ausbruch" im ventralen Alveolenbereich sowie eine eingefurchte "Rille" auf die dahinter verlaufende Apikallinie des Rostrums solidum.


Abb. 338 u. 339: Lateralansicht (oben Ventralseite, unten Dorsalseite) sowie Blick auf den Alveolenbereich, der eine deutliche "Versetzung" zur Ventralseite hin zeigt. 


Abb. 340: Dactyloteuthis cf. irregularis mit arttypischem Apex und fingerförmiger Gestalt, Lesefund U. Toarcium.

 

Abb. 341 u. 342: Ggf. Dyctyloteuthis sp. mit "aufgesetzter Apexspitze", Lesefund U. Toarcium, leg. J. Schobert.

Abb. 343: Diese angewitterte Belemnitenspitze (Oberseite der Einbettung) zeigt sowohl innere Strukturen des Belemniten als auch einen rundlichem Apex, worauf hin dieser der Gattung Dactyloteutis zugerechnet werden kann. 

Abb. 344 u. 345: Eine gut erhaltene Belemnitenspitze (Apex) mit zwei erkennbaren kurzen Furchen. Insgesamt sind drei Furchen vorhanden (1 x ventral, 2 x dorso-lateral gelegen).

Abb. 346: Juveniles Belemnitenrostrum auf einer Kalkplatte, 12 mm, Lesefund von der Schutthalde (U. Toarcium). Dergleichen findet man aber auch in den Schlämmproben aus dem Pliensbachium.

Abb. 347: Ausschnitt von einer unpräparierten Kalkplatte mit mehreren Belemniten der Gattung Youngibelus. Diese versuchsweise von der Matrix zu trennen geht in den meisten Fällen nicht gut, da die langen Belemnitenrostren stets bei dieser Art von "Bergung" in kleine Teile zerbrechen. Ein "Heraussägen" aus einem Block mittels einer Steinsäge wäre eine machbare Option oder aber den sehr schweren Gesteinsblock im Ganzen zu bergen.



Abb. 348 - 350: Dieser Belemnitenblock aus dem U. Toarcium wurde bereits weiter oben vorgestellt (Abb. 159 - 162), soll aber nochmals gezeigt werden um deutlich zu machen, welche Größen bei Yongibelus sp. zu erwarten sind und welche Ausdehnungen bezüglich des Epirostrums, was in diesem Fall massiv erhalten vorliegt, möglich sind. 

Abb. 351: Das diagonal liegende Belemnitenfragment (ggf. Youngibelus sp.) zeigt in der oberen Hälfte ein hohles Epirostrum. Dies wurde durch den  "Sackungsdruck" über einen Passaloteuthis sp. liegend eingedrückt. Dadurch werden beide Bereiche des Rostrums (Orthorostrum u. Epirostrum) deutlich sichtbar. Vergl dazu auch Abb. 169 u. 170!

Abb. 352: Ausschnitt von einem Belemnitenfragment mit zahlreichen "Riefen", was ggf. dem "Übergangsbereich" zwischen dem Ortho - und Epirostrum zuzurechnen wäre. Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH), Smlg. u. orig. Foto J. Schobert.

Abb. 353: Passaloteuthis sp., zwei Exemplare, die aus einem Gesteinsblock der "Bollernbank" geborgen wurden. Der obere Belemnit ist nicht pathologisch verformt, sondern auf Grund tektonischer Gegebenheiten mehrfach gebrochen und postum "verheilt". Pathologisch geprägte Belemniten liegen mir derzeit aus der Tongrube Buttenheim nicht vor und sind mir auch diesbezüglich nicht bekannt.

Abb. 354: Das Foto zeigt sehr eindrucksvoll einen Belemnitenbefall mit dem Ichnofossil Talpina ramosa (Wohnbauten von sog. "Hufeisenwürmern"), Hawskerense-Subzone (Ob. Pliensbachium), Smlg. u. orig. Foto J. Schobert.  

Abb. 355 u. 356: Die hier zu sehenden Strukturen, die als "Verkrustungen" bzw. als relikthafte "Epifauna" an der Außenwandung dieses Belemnitenbruchstückes zu sehen sind, können leider derzeit noch nicht eindeutig zugeordnet werden, deuten aber auf einen epifaunalen Bewuchs hin.

Abb. 357: Die fossilen Rostren der Belemnitentiere (Tintenfische, Coleoidea bzw. Dibranchiata) bestehen aus Calciumcarbonat (CaCO3). Dies zeigt sich besonders deutlich an aufgebrochenen Rostren (Querbruch). Durch ausgeprägte Verwitterungserscheinungen sind hier die kreisförmig angeordneten Anwachsringe deutlich sichtbar. Etwas nach links versetzt (ventralseitig) bildet ein scheinbares "Loch" der Apikallinie ein gewisses Zentrum. Dactylioteuthis sp., U. Toarcium, aus Smlg. J. Schobert.

Abb. 358: Dactylioteuthis sp. mit Verwitterungserscheinungen (lateralseitig), U. Toarcium, aus Smlg. J. Schobert.

 

Abb. 359 u. 360: Ausschnitte aus Abb. 358 mit sichtbaren Verwitterungserscheinungen am Belemniten-Rostrum. Ggf. lagen hier bereits epifaunale "Strukturen" (kleine Hohlräume durch "bohrende Fauna" verursacht) im Rostrum vor, die eine weitere Verwitterung durch Säuren (meist Huminsäuren) möglich machten.

Abb. 361: Zwei weitere Rostren mit oberflächlichen Mineralstrukturen, ggf. Verwitterungserscheinungen mit postumer Mineralneubildung, U. Toarcium, aus Smlg. J. Schobert.

Abb. 362 - 365: Bildausschnitte aus Abb. 361: Hier liegen sowohl Prozesse der Verwitterung als auch Mineralneubildungen am und im Belemniten-Rostrum vor (kantig ausgeprägter Calcit in fast würfeliger Form).

Abb. 366: Abschließend ein noch nicht gelöstes Problematikum: Auf diesem Belemniten-Rostrum zeigt sich eine scheinbar "eingeprägte" Formenstruktur, die ggf. durch einen parasitären "Verursacher" entstanden ist. Hier wurde das Belemnitenrostrum wahrscheinlich als sog. "Hartboden" bzw. als "Lebensbasis" für eine nicht näher erkennbare Lebensform genutzt und dabei strukturell auch die Oberfläche des Rostrums bioerosiv verändert. Schobert (2023, in "Steinkern.de") bezeichnet diese Struktur als "Raspelung" und ordnet sie ggf. serpuliden Ursprungs zu. Smlg. u. orig. Foto J. Schobert.

 

Abb. 367: Ausblick: Belemnitenfragmente inmitten zahlreicher anderer Fossilien auf sog. "Erzplatten", Echiniden-Pectiniden-Horizont, Funde von April 2023. Über diese Thematik ("Erzplatten" aus dem EPH) wird demnächst berichtet.


Anhang 10: Fossilienfunde aus der "Bollernbank"

Es scheint so, als wäre die Schichtstruktur der "Bollernbank" aus dem Unterjura (Tongrube Buttenheim) bislang etwas "stiefmütterlich" in den wissenschaftlichen Abhandlungen präsent zu sein. Geologische Kausaldeutungen weisen hingegen stets auf einen Schichtkomplex am Ende des Pliensbachiums und basalen Toarcium hin. Auch der geologisch genetische Hinweis auf einen "Aufarbeitungshorizont" und einer damit verbundenen "Schichtlücke" scheint unzweifelhaft zu sein. Was bleibt ist die Frage nach fossilen Inhalten dieser "Bollernbank", die gelegentlich auch als "Bollernkalk" bezeichnet wird (siehe hierzu Bandel/Knittel, 1982). H. Keupp (2015, 2021) hat bereits einige wichtige Aspekte zur "Bollernbank" in seinen Publikationen dargelegt, jedoch das fossile Faunenspektrum noch nicht vollständig berücksichtigt. Dies käme gewiss einer monografischen Arbeit gleich, die zwar fehlt aber sicherlich von großem Interesse für Wissenschaftler und auch für viele Hobbypaläontologen sein würde.

Mit den hier vorgestellten persönlichen Wahrnehmungen und Entdeckungen bezüglich der "Bollernbank" aus der Tongrube Buttenheim, soll ein kleiner Beitrag zum  weiteren Verständnis dieser bedeutenden Grenzschicht (Aufarbeitungshorizont: Pliensbachium/Toarcium) aus dem Unterjura gegeben werden. Weitere Funde befinden sich noch in der Bearbeitung und werden später nachgereicht, auch in dem Wissen, dass das gesamte Faunenspektrum aus der "Bollernbank" noch eine Vielzahl von neuen Entdeckungen erbringen wird.

Siehe zu diesem Thema auch unter: Abb. 48 - 55, 90 - 92, 124, 270, 304, 316 - 318, 332 - 335 sowie 353.

Literaturempfehlung:

Bandel, K., Knitter, H. (1982) - Litho- und biofazielle Untersuchungen eines Posidonienschiefer-Profils in Oberfranken, Geol. Bl. NO-Bayern 32 (3/4)

Keupp, H., Schobert, J. (2015) - Schichtlücken im Amaltheenton von Buttenheim (Oberfranken), Fossilien 2015, H. 1

Keupp, H., Weber, B., Doppelstein, B. (2016) - Buttenheim: Geoden als Weide- und Laichgrund, Fossilien 2016, H. 5 

Keupp, H. (2021) - Die Tongrube am Holzbachacker südlich Buttenheim, in: Buttenheim - Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien, Sonderheft 2021

Keupp, H. (2021) - Hartgrund-Vergesellschaftung des "Echiniden-Pectiniden-Horizonts" (EPH), Fossilien, Sonderheft 2021

Merkel, A., Munnecke, A. (2023) - Glendonite-bearing concretions from the upper Pliensbachian (Lower Jurassuc) of South Germany: indicators for a massive cooling in the European epicontinental sea, Facies (2023) 69:10 

Munnecke, A., Merkel, A. (2021) - Mikrofazies der Hiatuskonkretionen im Amaltheenton von Buttenheim, Fossilien 2021, H. 6

Rita, P., De Baets, K., Schlott, M. (2018) - Rostrum size differences between Toarcian belemnite battlefields, Foss. Rec., 21

Röhl, H.-J., Schmid-Röhl, A. (2005) - Lower Toarcian (Upper Liassic) Black Shales of the central european epicontinental basin: a sequence stratigraphic case study from the SW German Posidonia Shale, SEPM Special Publication No. 82

Schobert, J. (2017) - Nautilus, "steinkern.de", Galerie

Schobert, J. (2020) - Cenoceras sp., "steinkern.de", Galerie

Simonsen, S. (2012) - Die Tongrube Buttenheim, Der Steinkern, H. 2 (überarbeitete Neuauflage)

Simonsen, S. (2013) - Die Unterjura-Tongrube bei Buttenheim im Mai 2013, "steinkern.de", Fundorte

Abb. 368: Oberer Grubenbereich mit den Schichtbereichen des O. Pliensbachiums (unten links) und des U. Toarciums (oben rechts), der rote Trennstrich befindet sich etwa auf Höhe der hier verschütteten "Bollernbank" (Aufnahme 04/2025).

Abb. 369: Stratigrafie mit markanten Schichthorizonten und markierter Lage der "Bollernbank", Quelle: Merkel, A., Munnecke, A. (2023) - Glendonite-bearing concretions from the upper Pliensbachian (Lower Jurassic) of South Germany: ..., Abb. 1 (veränderte Abbildung).

Abb. 370: Aufgeschlossener Schichtbereich der "Bollernbank", hier durch Grabungsaktivitäten freigelegt (rote Markierung), Aufnahme 04/2023.

Abb. 371: Weitere Grabungsaktivitäten auf Höhe der "Bollernbank" (markierter Bereich), max. Schichthöhe ca. 30 cm (Aufnahme 04/2023).

Abb. 372 u. 373: An diesen zwei Grabungsstelle innerhalb der "Bollernbank" wird deutlich, dass die Gesteinsschicht nicht immer kontinuierlich in der Schichthöhe vorliegt aber auch different in der sedimentären Diagenese anzutreffen ist. Hier sind z.T. sehr "mürbe" Schichtbereiche aber auch sehr stark zementierte Blöcke vorliegend (Aufnahme 04/2023).

Abb. 374: Ein massiver, stark zementierter Gesteinsblock aus der "Bollernbank", welcher als Abraum zusammen mit weiterem Gesteinsmaterial aus dem U. Toarcium/Lias epsilon/Posidonienschiefer auf eine südwestlich gelegene Abraumhalde innerhalb der Tongrube deponiert wurde (Aufnahme 04/2024).

Abb. 375 u. 376: Zwei aufgeschlagene massive Gesteinsblöcke aus der "Bollernbank", Abraumhalde, Aufnahme 04/2024.

Abb. 377: In den Gesteinsblöcken aus der "Bollernbank" befinden sich zumeist sehr zahlreich Kalkkonkretionen/Geoden (sog. "Boller(n)") aus dem O. Pliensbachium. Gelegentlich sind diese Geoden auch als eine "Hiatusform" ("Hiatus-Geoden") anzutreffen. Zudem sind gelegentlich Ammoniten (Pleuroceras sp.) in diesen Geoden eingebettet (südwestliche Abraumhalde, Aufnahme 04/2024).

Abb. 378 u. 379: Zwei weitere fragmentarische Ammonitenfunde aus der "Bollernbank".

Abb. 380: Aufgesägte Geode mit vollständig enthaltenem Ammoniten (Pleuroceras sp.) aus dem O. Pliensbachium (anstehende "Bollernbank", Aufnahme 04/2023).

Abb. 381: Farblich graue untere Schichtseite eines massiven Gesteinsblocks aus der "Bollernbank" mit zahlreichen fragmentarischen Belemnitenrostren. Diese sind scheinbar nicht durch Strömungsprozesse eingeregelt worden, sondern liegen ungeordnet auf dieser Schichtfläche auf (südwestliche Abraumhalde, Aufnahme 04/2024).

Abb. 382: Dieser massive Gesteinsblock aus der "Bollernbank" zeigt an einer randlichen Stelle eine scheinbare Einregelung zahlreicher Belemnitenrostren (ggf. Schichtunterseite). Es wurde versucht, dieses Fossil-Ensemble vom übrigen Gesteinsblock zu lösen, was schließlich auch gelang und später zur Stabilisierung in eine eingefärbte Gipsmatrix eingegossen (siehe hierzu Abb. 297 u. 304, Aufnahme 04/2024).

Abb. 383: Ein scheinbar deformierter/pathologischer Belemnit auf einem Block der "Bollernbank" aufliegend. Nach der Präparation zeigte er sich jedoch als ein gebrochenes  und postum "verheiltes Exemplar". Siehe hierzu Abb. 353 (oben), nordwestliche Abraumhalde (Aufnahme 04/2023).

Abb. 384: Aus einem Gesteinsblock der "Bollernbank" wurden zahlreiche Belemnitenrostren herausgebrochen, die zumeist bei der Bergung zerbrachen. Hier mussten alle Belemniten geklebt werden. Sie befinden sich noch in einem unpräparierten Zustand (Maßstabsleiste 18 cm, nordwestliche Abraumhalde, Aufnahme 04/2023).

Abb. 385 u. 386: Zwei Belemnitenrostren (Passaloteuthis bisulcata) in der Matrix eingebettet ("Bollernbank", Aufnahme 04/2023).

Abb. 387: Ein weiterer Belemnit (Passaloteuteuthis bisulcata) in der Matrix liegend ("Bollernbank"). Die Präparation der Belemniten erfolgte zumeist durch Kleben, Schaben, Sticheln und Bürsten. Fossilergänzungen wurden in der Regel nicht vorgenommen. Fragile Fossilobjekte wurden ggf. in eine stabilisierende Gipsmatrix eingegossen.

Abb. 388: Ein massiver und sehr harter Gesteinsblock aus der "Bollernbank", der wie viele andere Blöcke als Abraum auf eine Halde südwestlich der Tongube abgelagert wurde. Auf einer fast ebenen Schichtfläche zeigten sich auffällig Fossilstrukturen (ggf. Haftgrundstrukturen), die nicht eindeutig eine Bestimmung zuließen, ggf. aber Ostreiden zuzurechnen wären. Auch andere Ichnofossilien waren deutlich erkennbar (südwestliche Abraumhalde, Aufnahme 04/2024).

 

Abb. 389 - 392: Detailaufnahmen aus Abb. 388.

Abb. 393: Vergrößertes Fossil-Foto aus der Abb. 388. Oben vermutlich ein Relikt eines "Haftgrundes" eines nicht bekannten Fossils (ggf. Ostreide), unten die Schalen-Innenseite der Auster Harpax cf. spinosus (Bildbreite = 18 mm).

Abb. 394: Drei gerundete Kalkkonkretionen/Geoden mit zahlreichen "Anbohrungen" aus der anstehenden "Bollernbank" (Aufnahme 04/2023).

 

Abb. 395 u. 396: Detailaufnahmen zu den in Abb. 394 genannten Ichnofossilien/Spurenfossilien ("Anbohrungen"). Diese sind meist durch sog. Bohrmuscheln (lithophage Muscheln) verursacht, die in diesem Fall nicht fossil erhalten geblieben sind.

Abb. 397: Ein schon rein äußerlich sehr "mürbe" erscheinender und somit leicht aufzuarbeitender Gesteinsblock aus der "Bollenbank". Hier wurde gezielt Material für eine Schlämmprobenanalyse entnommen (südwestliche Abraumhalde Aufnahme 04/2024).

Abb. 398: Ein Reststück/Randstück von einer Probe, welche für eine Schlämmprobenanalyse aus der "Bollernbank" genutzt wurde. Die Oberseite des plattigen Probenstücks zeigt eine deutlich bräunliche Farbgebung (Kennzeichen für eine Zuordnung zum U. Toarcium). Unmittelbar darunter sieht man bereits eine graue Gesteinsmatrix als Indiz für das O. Pliensbachium (nordwestliche Abraumhalde, Aufnahme 04/2023).

Abb. 399 u. 400: Details vom Beprobungsstück, Unterseite, siehe Abb. 401.

Abb. 401: Die vermutliche Unterseite des Beprobungsstücks von Abb. 398 mit einer deutlichen dunkelgrauen Farbgebung, was für den Schichtkomplex des O. Pliensbachiums typisch ist.

 

Abb. 402 u. 403: Zwei kleine Gesteinsstücke aus einer Schlämmprobe (Breite jeweils 18 mm), mit zahlreichen Fossilfragmenten in einer eher lockeren Matrix verbacken (aus Gesteinsstück Abb. 397).

 

Abb. 404 u. 405: Zwei Schüttungsbilder aus zwei unterschiedlichen Schlämmproben (Bildbreite jeweils 8 mm), mit zahlreichen Kleinfossilien (Ossikel von Echinodermen, Foraminiferen u.a.) sowie Pyritkristalle. Links Probe aus dem Anstehenden der "Bollernbank", rechts Probe aus dem Block Abb. 397.

 

Abb. 406: Innenansicht einer seltenen Brachiopode, ggf. Gibbitgyris sp., aus einer Schlämmprobe der "Bollernbank" (aus Block Abb. 397).

 

Abb. 407: Fragmentarisch erhaltene Muschelschale (Auster Harpax spinosus), gewonnen aus einer Schlämmprobe (Block Abb. 397).

 

Abb. 408: Ein Seelilien-Ossikel (Stielglied/Columnalia) aus einer Schlämmprobe (Block 397), ggf. Hispidocrinus sp. oder Balanocrinus sp..

 

Abb. 409: Drei zusammenhängende Interambulakral-Platten des regulären Seeigels Procidaris edwardsii, die hier mit feinen Pyrit-Kristallen überzogen sind (aus Schlämmprobe, Block Abb. 397).

 

Abb. 410: Gelegentlich findet man in Schlämmproben aus der "Bollernbank" auch kleine Haifischzähnchen. Eine genaue Bestimmung ist meist nicht möglich, da die Zahnwurzeln oft fehlen, welche für eine genaue Bestimmung nötig wären. Ggf. handelt es sich aber hierbei um Zähne vom Typ "Sphenodus" (aus Block Abb. 398 - 401).

1. Nachtrag:

Abb. 411 u. 412: Zwei Ansichten eines Nautiliden (ggf. Cenoceras sp., 80 mm) aus dem Grenzbereich zwischen dem O. Pliensbachium und dem U. Toarcium. Gefunden unmittelbar auf der "Bollernbank" liegend und somit dem U. Toarcium zuzuordnen.  Smlg. u. Fotos J. Schobert (Hirschaid), publiziert in "steinkern.de/Galerie" (2017). 

 

Abb. 413 u. 414: Ein weiterer Fund eines Nautiliden (ggf. aus der "Bollernbank"), Fundmitteilung durch Johann Schobert im "steinkern.de/Galerie" (2020): "Nautilus Cenoceras sp., Durchmesser 15 cm, Breite 8 cm. Lesefund .. Möglicherweise stammt das Stück, auch der Erhaltung nach zu urteilen, aus der Bollernbank, einer zu Beginn des Unteren Toarcium entstandenen Aufarbeitungsschicht, die zahlreiche Fossilien des Oberen Pliensbachiums enthält. Nautiliden sind sowohl im Unteren Toarcium als auch im Oberen Toarcium Frankens Raritäten". Smlg u. Fotos J. Schobert. 

2. Nachtrag:

 

Abb. 415: Gesteinsblock aus der anstehenden "Bollernbank" (Fund von 04/2023), Seitenansicht einer Bruchfläche mit mittig eingelagerter Kalkkonkretion/Geode. Der untere Schichtbereich ist farblich grau (Sedimente aus dem O. Pliensbachium, Spinatum-Zone/Hawskerense-Subzone) sowie der oberer Schichtbereich farblich braun (U. Toarcium, Tenuicostatum-Zone/Semicelatum-Subzone).

 

Abb. 416 u. 417: Ober- und Unterseite des Blockes (Maße: 24 x 19 x 15 cm) mit deutlichen Farbunterschieden (siehe Abb. 415) sowie eingelagerten Belemnitenrostren. 

 

Abb. 418: Eine weitere Seitenansicht des Gesteinsblocks zeigt ebenfalls die in Abb. 415 - 417 dargestellten typischen Gesteinsmerkmale/Schichtstrukturen der "Bollernbank" (Maßstab = 18 cm).

3. Nachtrag:

Der Gesteinsblock aus den Abb. 415 - 418 wurde der Länge nach geschnitten, um so innere Strukturen und sonstige Gegebenheiten, die für Blöcke aus der "Bollernbank" typisch sind, aufzuzeigen. Die Schnittflächen selbst wurden bislang noch nicht geschliffen und poliert, was hingegen später noch durchgeführt werden soll. Andererseits sind aber auch jetzt schon markante Erscheinungen, wie z.B. Geodenanbohrungen und Schilllagen sowie Belemnitenfragmente deutlich erkennbar. Erstaunlicherweise wurden bislang noch keine Geoden aus der "Bollernbank" gesichtet, die mehrphasige Wachstumsstrukturen ("Hiatus-Konkretionen") aufweisen (siehe hierzu Anhang 6: "Geoden aus dem Pliensbachium").

 

Abb. 419: Geschnittener Gesteinsblock aus der "Bollernbank" (Abb. 415 - 418, max. Breite 24 cm). Deutlich sichtbar sind eingelagerte schwarze und graue karbonatische Geoden, die z.T. angebohrt wurden, angeschnittene Belemnitenfragmente sowie flächenhaft verteilt und "nestartig" eingelagerte Schilllagen mit Bruchstücken von verschiedenen Schalentieren.

 

Abb. 420: Markierung 1 - Rot: randlich ausgefüllte Wohnbauten von Bohrmuscheln, Grün: eingelagerte unbekannte Fossilkörper mit Sedimentausfüllung in einer dunkelgrauen karbonatischen Geode.

 

Abb. 421: Markierung 2 - Ggf. randlich verursachte "Bohrlöcher" von Bohrmuscheln in einer Geode.

 

Abb. 422: Markierung 3 - Rot: ggf. ein fossiler Wohnbau (Domichnia) von einer Bohrmuschel verursacht in einer kleineren eher hellen Geode. Gelb: ggf. ein mit Sediment verfüllter "Spannungsriss" in einer hellgrauen Geode.


Abb. 423 u. 424: Markierungen 4 u. 5 - Nestartig eingelagerte Schillanhäufungen in der Gesteinsmatrix von unbekannten schalentragenden Lebensformen.

Abb. 425 u. 426: Markierungen 6 u. 7 - Angeschnittene und gebrochene Belemnitenfragmente in einer deutlich ungeordneten Lage innerhalb der Gesteinsmatrix.


Anhang 11: "Mikro-Onychiten" aus dem Posidonienschiefer

Fossilfunde von "Mikro-Onychiten" bzw. "Mega-Onychiten" (Fanghäkchen/Fanghaken der Belemnitentiere) aus der Tongrube Buttenheim sind derzeit wenig belegt. Lediglich im Forum und in der Galerie von "steinkern.de" sind einige Fundbeispiele mehrfach dokumentiert, wobei Abbildungen von großen Onychiten überwiegen. Die hier abgebildeten "Mikro-Onychiten" wurden sowohl auf einer schiefrigen Platte, als auch aus Rückständen von Schlämmproben aus dem U. Toarcium entdeckt und geborgen. Auf Grund des sehr filigranen Fossilzustandes der "Mikro-Onychiten" (hohle Erhaltungsform, stark bruchgefährdet) ist es nicht verwunderlich, dass Funde diesbezüglich selten erkannt und in vollständiger Erhaltung zudem selten geborgen werden. Mechanische Gegebenheiten beim Anfertigen von Schlämmprobenmaterial sind in diesem Fall auch stets problematisch, wenn es um die Erhaltung der feinen und sehr zerbrechlichen "Mikro-Onychiten" geht.    

Mit "Die Arme und ihre Haken" betitelt Rudolf Schlegelmilch einen bedeutenden Abschnitt seiner Publikation über die Belemniten des süddeutschen Jura (Gustav Fischer Verlag, 1998). Daraus einige fachliche Details:

- Belemnitentiere verfügten über 10 Arme (davon sind gelegentlich zwei Arme besonders ausgeprägt u. ggf. mit großen Haken versehen (Onychiten); ggf. sollen Differenzen in der Länge zwischen ventral und dorsal gelegenen Armen bestehen)

- die Fanghäkchen befinden sich in Doppelreihe auf den Armen angeordnet

- Aufstellung verschiedener "Formgattungen" der Haken (nach RIEGRAF ca. 35 "Formarten")

- eine Zuordnung der Haken zu den Belemnitentieren ist nur selten möglich

- nach ENGESER (1988) werden Kleinhaken als "Mikro-Onychiten" und Großhaken als "Onychiten" bzw. "Mega-Onychiten" bezeichnet ... hier liegt ggf. eine Geschlechtsspezifik vor 

- die Belemniten-Haken sind hohl und deshalb oft eingedrückt vorliegend

- die Größe der Haken ist auf den Armen variabel (Größenzunahme zur Mitte hin) 

Eine weitere sehr umfangreich dargelegte Abhandlung über "Onychiten" ist in der Publikation (Dissertationsschrift) von Dirk Fuchs (2006) zu finden (siehe unter Literaturempfehlung).

Literaturempfehlung:

Abel, O. (1916) - Paläobiologie der Cephalopoden aus der Gruppe der Dibranchiaten, Gustav Fischer Verlag

Engeser, T. (1987) - Belemnoid arm hooks (onychites) from the Swabian Jurassic - a review, N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 176

Engeser, T. (1987) - Neubearbeitung der von F.A. QUENSTEDT aus dem Schwäbischen Jura beschriebenen Belemniten-Großhaken (Mega-Onychiten), Berl. geowiss. Abh., A, 86

Engeser, T. (1988) - Ein neuer Mikro-Onychit aus dem Unter-Toarcium von Wolfsburg, Mitt. geol.-paläont. Inst. Univ. Hamburg, H. 67

Fuchs, D. (2006) - Fossil erhaltungsfähige Merkmalskomplexe der Coleoidea (Cephalopoda) und ihre phylogenetische Bedeutung, Berl. paläob. Abh., Bd. 8, Selbstverl. Fachr. Paläont., Inst. Geol. Wiss. FU Berlin

Fuchs, D., Hoffmann, R. (2017) - Arm Armature in Belemnoid Coleoids, Treatise Online Number 91, Part M, Chapter 10, Univ. Kansas, Pal. Inst.

Jaeckel, S. (1957) - Kopffüsser (Tintenfische), Neue Brehm Bücherei, Ziemsen Verlag

Klug, C., Schweigert, G., Fuchs, D., Dietl, G. (2009) - First record of a belemnite preserved with beaks, arms and ink sac from the Nusplingen Lithographic Limestone (Kimmeridgian, SW Germany), Lethaia, 10.1111/j.1502-3931.2009.00203.x 

Naef, A. (1922) - Die fossilen Tintenfische, Gustav Fischer Verlag

Reich, M., Frenzel, P. (1997) - Onychiten/Cephalopoda, Coleoidea) aus der Schreibkreide (Unter-Maastrichtium) der Insel Rügen (Ostsee), Greifswalder Geow. Beitr., 4

Reitner, J., Urlichs, M. (1983) - Echte Weichteilbelemniten aus dem Unter-Toarcium SW-Deutschlands, N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 165

Richter, A.E. (2011) - Belemniten-Haken, Onlinemagazin Leitfossil

Riegraf, W., Hauff, R.B. (1983) - Belemnitenfund mit Weichkörper, Fangarmen und Gladius aus dem Untertoarcium und Unteraalenium von Südwestdeutschland, N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 165/3

Riegraf, W. (1996) - Belemniten-Fanghäkchen aus der Psilonotenbank (Hettangium) von Süddeutschland, Stuttg. Beitr. Naturk., Ser. B, Nr. 239

Rolke, H. (1989) - Onychiten - Armbewaffnung der Belemniten, APH, 4/89 

Schlegelmilch, R. (1998) - Die Belemniten des süddeutschen Jura, Gustav Fischer Verlag


 

Abb. 427: "Mikro-Onychit" inmitten von zerbrochenem Schalenteilen und anderem fossilen Schill auf einer Fossilplatte aus dem U. Toarcium (Posidonienschiefer), Fund von 04.2025

 

Abb. 428 u. 429: Kleine Fossilplatte aus dem Posidonienschiefer mit markierter Stelle und Lageposition des "Mikro-Onychiten"/Fanghäkchen zu Abb. 427 u. 431, diagonale Breite = 67 mm

 

Abb. 430: Lage und Position der "Mikro-Onychiten" in einer Rekonstruktionszeichnung eines Belemnitentieres (markierter Bereich), veränderte Abbildung aus: Schlegelmilch, R. (1998) - Die Belemniten des süddeutschen Jura, Gustav Fischer Verlag.

 

Abb. 431: Fanghäkchen/"Mikro-Onychit", vergrößerte Abbildung aus Abb. 427, der Form nach dem Belemniten Passaloteuthis bisulcata zuzuordnen, siehe Abb. 432/b2, Häkchenlänge = 3,2 mm

 

Abb. 432: Darstellung verschiedener Hakenformen mit Zugehörigkeit zu Belemnitentieren, markierter Bereich: b1 = Passaloteuthis bisulcata, Armmitte; b2 = Passaloteuthis bisulcata, Armspitze; e1 = Acrocoelites "raui", Armbasis, veränderte Darstellung aus Schlegelmilch, R. (1998) - Die Belemniten des süddeutschen Jura, Gustav Fischer Verlag.

 

Abb. 433: Ein Fanghäkchen aus einer Schlämmprobe, U. Toarcium (Posidonienschiefer), ggf. Zuordnung zu Acrocoelites sp., siehe Abb. 432/e1, Häkchenlänge = 1,3 mm

 

Abb. 434: dgl. wie Abb. 433

 

Abb. 435: Fossile Schilllage mit unbekannten Fossilresten, Bildausschnitt von einer weiteren Platte aus dem Posidonienschiefer (U. Toarcium) aus der Tongrube Buttenheim, Bildbreite = 18 mm.

Ergänzung:

Abb. 436: Das hier abgebildete "Fanghäkchen" wurde bereits in "steinkern.de" ("Mikrofossilien aus Buttenheim"/Forum, 05.01.24) von Gunnar Kircher vorgestellt. Es entstammt einer Schlämmprobe aus dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (O.Pliensbachium/Lias delta 2b, Hawskerense-Subzone) und wurde von Johann Schobert (Hirschaid) zur Verfügung gestellt. Das Foto von diesem "Mikro-Onychit" ist in der Ansicht etwas vergrößert und mehrfach gedreht worden, um eine bessere Vergleichbarkeit zu den Formentypen in Abb. 432 zu erleichtern. Leider fehlt an diesem Belemniten-Fossil die "Basis" (siehe hierzu Fanghäkchen "a" in Abb. 432), kann aber dennoch einem Passaloteuthis sp. zugeordnet werden. Diagonale Fossillänge ca. 0,6 mm, Orig. Foto und Smlg. G. Kircher.


Fundsituation in der Tongrube Buttenheim (Oktober 2025):

Die nachfolgende Fotos entstanden Ende Oktober 2025 und zeigen den zeitlichen Grubenzustand. 

Abb. 437: Grubenansicht aus südwestlicher Richtung, etwa auf Höhe der südlichen Abraumhalde aufgenommen.

Abb. 438: Eine Panorama-Ansicht von der Tongrube Buttenheim, von SW nach NO blickend (Standort südliche Abraumhalde).

Abb. 439: Oberer Grubenbereich mit Schichten des U. Toarciums (links, größtenteils durch Abraum verschüttet) und des O. Pliensbachiums (rechts, grauer Tonmergel, Amaltheenton).

 

Abb. 440 u. 441: Links grabungsaktiver Bereich im U. Toarcium mit ausgeprägt schiefrigen Schichten des Posidoninenschiefers und aufliegendem massiven Kalkgesteinen; rechts fossile Schichtfläche (Schilllage) aus dem Posidonienschiefer. 

 

Abb. 442 u. 443: Aufgebrochenes massives Kalkgestein aus dem Posidonienschiefer mit "Monotis" (Meleagrinella substriata, ehem. Pseudomonotis substriata); Leithorizont, für die TG Buttenheim schwankend ausgeprägt.

 

Abb. 444: Eine weitere grabungsaktive Stelle im U. Toarcium mit viel "Auswurf" (Papierschiefer des Posidonienschiefers im Vordergrund).

 

Abb. 445 u. 446: Detailansicht der Grabung von Abb. 444 (horizontale Schicht des s.g. "Bonebed").

 

Abb. 447: Massiver Block aus der "Bollernbank" mit deutlich sichtbar eingelagerten Geoden ("Bollern"), Fund von der südlichen Abraumhalde, siehe hierzu auch Anhang 10: "Fossilien aus der "Bollernbank"".

 

Abb. 448 u. 449: Ein weiterer Fund von der Abraumhalde, ebenfalls Material aus der "Bollernbank" in einem stark angewitterten Zustand.

 

Abb. 450: Große und kleine Geoden zeigen häufig mineralische Strukturen in bizarrer Form im "Inneren" (Septarien). Hier eine aufgeschlagene Geode (max. Breite 42 cm), Fundort zwischen der Spinatum-Hauptzone (SPH) und dem Echiniden-Pectiniden-Horizont (EPH), Ober-Pliensbachium/Spinatum-Zone/Hawkerense-Subzone/Lias delta 2b (siehe Tab. 01).

 

Abb. 451: Oberer Grubenbereich, gute Fundmöglichkeiten für kleine und große Geoden. 

 

Abb. 452: Aufgegrubberte Tonmergelschichten etwa auf Höhe der Spinatum-Hauptzone (SPH) und des Echiniden-Pectiniden-Horizonts (EPH). Meist ist in diesen Aufschluss-Gegebenheiten eine exakte Schichtbestimmung nicht möglich, da das Gestein nach Unten hin "verschleppt" vorliegt, hingegen sind aber Fossilfunde oberflächlich oft sichtbar.

 

Abb. 453: Blick auf die südwestlich gelegene Abraumhalde. Hier sind zumeist Gesteine aus dem U. Toarcium (Posidonienschiefer) und aus der "Bollernbank" verkippt worden.

 

Abb. 454 u. 455: Gesteins- und Fossilmaterial aus dem U. Toarcium, Posidonenschiefer (Papierschiefer) mit einer fossilen Schillanreicherung auf der Spaltfläche, südliche Abraumhalde.

 

Abb. 456 u. 457: Weitere Bespiele von Funden aus dem Posidonienschiefer, die zu "Hauf" auf der südlichen Abraumhalde aufgelesen werden können. Ggf. sind auf solchen Flächen (mit viel Glück) Belemnitenelemente, wie Fanghäkchen zu finden (siehe Abb. 427 - 434).

 

Abb. 458: "Grubenblick" aus nordöstlicher Richtung.

 

Abb. 459: Nächtliche "Ruhe" in der Tongrube Buttenheim, eine Aufnahme, die am 16.10.2025 gegen 20:00 Uhr entstand.

... W i n t e r p a u s e ...

Abb. 460: Die Tongrube Buttenheim in einem "winterlichen Kleid" verhüllt. Die stimmungsvolle Aufnahme entstand am 03.01.2026 (Foto: Johann Schobert, Hirschaid).


Anhang 12: Kotpillen in Ammoniten-Gehäusen

Vorab: Alle zu diesem Thema vorgestellten Fotos stammen original von Johann Schobert (Hirschaid), der auch Eigentümer dieser Sammlungsstücke ist und mir dankenswerterweise die Genehmigung zur Abbildung für meine Homepage gab. Dabei wurden einige Fotos von mir nachträglich bearbeitet und mit zusätzlichen Markierungen versehen. Alle Medianschnitte der Ammoniten wurden von Frau Leipner-Mata (GZN-Erlangen) durchgeführt, die nachträglichen Anschliffe fertigte postum J. Schobert mittels Schleifpapier an.

Im "Anhang 6: Geoden aus dem Pliensbachium, Abb. 181 -183" wurde bereits auf eine Einlagerung von Kotpillen in einem aufgeschnittenen Ammonitengehäuse hingewiesen. Generell sind aus meiner Sicht dergleichen im Fossilbericht eher selten vermerkt worden. 

Kotpillen, die als Ausscheidungen z.B. von Schnecken, Muscheln, Krebsen, Stachelhäutern, Würmern u.a. in Sedimentgesteinen gefunden werden, sind den Lebensspuren zuzuordnen. Sie zerfallen sehr schnell nach der "tierischen Ablegung", so dass fast immer keine fossile Erhaltung gegeben ist. Zudem wirken verschiedene erodierende Gegebenheiten maßgeblich. Die hier vorgestellten "Sonderformen" der fossilen Erhaltung solcher Mikrokoprolithe sind eher die Ausnahme. H. KEUPP (2022) führt im Besonderen zwei wesentliche Faktoren bezüglich einer Fossilerhaltung von Kotpillen/Mikrokoprolithen an: 1. Ablagerung der Kotpillen in "geschützten Hohlräumen/Sedimentfallen" und 2. eine notwendige schnelle Zementation bezugnehmend auf die sog. Redoxgrenze.

Die hier gezeigten medianen Ammonitenschnitte von Pleuroceraten zeigen deutlich sichtbare Einlagerungen von Kotpillen/Mikrokoprolithen. Sie befinden sich in einst leeren Ammonitengehäusen der Wohnkammer aber auch in offenene/beschädigte Kammerbereichen ("Hohlräumen/Sedimentfallen"). Die äußere Form ist jeweils länglich oval und in der Fossilgröße durchschnittlich ein Millimeter groß. Außerhalb der Ammonitengehäuse wurden nach den Fotobetrachtungen keine weiteren Kotpillen/Mikrokoprolithe gesichtet, im "ungeschichteten" Sediment der Tongrube Buttenheim als "durchwühltes" Meeressediment wohl auch nicht zu erwarten.

Literaturempfehlung:

Keupp, H., Weber, B., Doppelstein, B. (2016) - Buttenheim: Geoden als Weide- und Laichgrund, Fossilien 2016, H. 5

Keupp, H., Doppelstein, B., Schobert, J. (2018) - Lebensspuren aus dem fränkischen Amaltheenton: Podichnus und Bactryllium, Fossilien 2018, H. 1

Keupp, H. (2022) - Kotpillen-Erhaltung in Sedimentfallen des Amaltheentons (Unterjura), Fossilien 2022, H. 2

Munnecke, A., Merkel, A. (2021) - Mikrofazies der Hiatuskonkretionen im Amaltheenton von Buttenheim, Fossilien 2021, H. 6

 

Abb. 461: Zwei median geschnittene Pleuroceraten mit Einlagerungen von Kotpillen.

 

Abb. 462 u. 463: dgl. mit sichtbaren Außenseiten der Ammoniten.

 

Abb. 464: Ausschnitt von Abb. 461 (linker Ammonit), KP = Kotpillen.

 

Abb. 465: Ausschnitt von Abb. 464 mit deutlich sichtbar eingelagerten Kotpillen/Mikrokoprolithen.

 

Abb. 466: Einzelaufnahme vom rechten Ammoniten aus Abb. 461 mit eingelagerten Kotpillen.

 

Abb. 467: Ausschnitt von Abb. 466 mit oval geformten "Lebensspuren".

 

Abb. 468: Ein drittes Beispiel zeigt eine Kotpilleneinlagerung im Wohnkammerbereich eines Pleuroceraten aber auch in sich anschließenden Kammern des Ammoniten-Phragmokons. 

 

Abb. 469: Bildausschnitt von Abb. 468 mit hier sichtbar eingelagerten Mikrokoprolithen in zwei Kammern des Phragmokons.

 

Abb. 470: Beispiel vier zeigt auf eine Schnittfläche eines Ammoniten und eingelagerte Kotpillen im Wohnkammerbereich.

 

Abb. 471: Bildvergrößerung von Abb. 470.

 

Abb. 472: Beide Hälften eines stark mit Pyrit durchsetzten Pleuroceraten und eingelagerte Mikrokoprolithen im Wohnkammerbreich des Ammoniten.

 

Abb. 473: Ausschnittvergrößerung von Abb. 472.

 

Abb. 474: In einer geringen Anzahl und nur schwach sichtbar eingelagerte Kotpillen in einer Kammer eines Ammoniten-Phragmokons.


Anhang 13: Fossilienfunde aus dem Toarcium

Die hier gezeigten Fossilfunde stammen aus dem Lias epsilon (Unter-Toarcium). Die basal auftretende "Bollernbank" beinhaltet Fossilmaterial aus dem Ober-Pliensbachium (Spinatum-Zone/Hawkerense_Subzone/Lias delta 2b) und aus dem Unter-Toarcium (Aufarbeitungshorizont), ca. 36 Meter über der Grubensohle beginnend.

Seit der umfangreichen Grubenerweiterung von 2013 ist das U. Toarcium auch flächenhaft aufgeschlossen. Es fand seitdem auch eine getrennt sortierte Ablagerung von Gesteinsmaterial aus dem O. Pliensbachium und dem U. Toarcium statt. Zunächst wurde das "Abraummaterial" (U. Toarcium) am nördlichen, später am südlichen Grubenrand (jeweils mittig) verkippt.

Auf dieser Artikelseite wurden bereits ca. 135 Fotos (Grubenansichten und Fossilabbildungen) zum Thema "Toarcium" dokumentiert, wobei typische Gegebenheiten des Lias epsilon deutlich gemacht wurden. So sind auch markante Wechselfolgen in den Schichtstrukturen mit Kalksteinen (auch sog. Laibsteine) und Kalkmergeln zu sehen. In den sedimentären Ablagerungen, die auch als Papierschiefer (Posidonienschiefer) bezeichnet werden sind häufig schillartige Ablagerungen verschiedener Fauna enthalten (Muscheln, Gastropoden, Ammoniten Belemniten, Echinodermen ... vertebrate Fauna). An dieser Stelle werden bewusst Fossilreste aus dem U. Toarcium gezeigt, die so manch Sammler eher als "Beifang" bezeichnen würde, die aber andeutungsweise eine größere Breite möglicher Fossilfindungen andeuten soll. Die Gastropoden-Fauna Coelodiscus sp. wird später separat in einem weiteren Anhang vorgestellt.

Literaturempfehlung:

Die hier aufgelistete Literatur geht über die thematische  Zuordnung zur Tongrube Buttenheim weit hinaus, soll aber "Querverbindungen" sowie weitere Anregungen vermitteln. Ggf. wird dieser Abschnitt noch erweitert. 

Arp, G. u.a. (2021) – Biostratigraphy and sequence stratigraphy of the Toarcian Ludwigskanal section (Franconian Alb, Southern Germany), Zitteliana, 95

Bandel, K., Knitter, H. (1983) – Litho- und biofazielle Untersuchung eines Posidonienschieferprofils in Oberfranken, Geol. Bl. NO-Bayern, Bd. 32, H. 3-4

Bandel, K., Knitter, H. (1986) – On the Origin and Diagenesis of the Bituminous Posidonia Shale (Toarcian) of Southern Germany, mitt. Geol. Paläont. Inst. Univ. Hamburg, SCOPE/UNEP Sonderband, H. 60

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Keupp, H., Karapunar, B., Kutscher, M., Nützel, A., Reich, M., Schweigert, G., Werner, W. (2021) – Buttenheim, Ein Fenster in die frühe Jurazeit, Fossilien, Sonderheft 2021

Kutscher, M. (1992) – Ophiomusium geisingense n. sp. – eine neue Ophiurenart aus dem Lias Epsilon (Unteres Toarcium) von Bachhausen/Bayern, Archaeopteryx, 10

Kutscher, M. (1996) – Echinodermata aus dem Ober-Toarcium und Aalenium Deutschlands, II. Ophiuroidea, Stuttg. Beitr. Naturk., Ser. B, Nr.242 

Kutscher, M., Viller, L. (2003) – Ophiuroid remains from the Toarcian of Sainte-Verge (Deux-Sevres, France): paleobiological perspectives, Auszug/Manuskript … + Geobios, Vol. 36 (2)

Rieber, H. (1975) – Der Posidonienschiefer (oberer Lias) von Holzmaden und die Grenzbitumenzone (mittlere Trias) des Monte San Giorgio (Kt. Tessin, Schweiz) – Ein Vergleich zweier Lagerstätten fossiler Wirbeltiere, Jahresh. Ges. Naturk. Württemberg, 130

Riegraf, W., Werner, G., Lörcher, F. (1984) – Der Posidonienschiefer – Biostratigraphie, Fauna und Fazies des südwestdeutschen Untertoarciums (Lias epsilon), Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 1984

Riegraf, W. (1985) – Mikrofauna, Biostratigraphie und Fazies im Unteren Toarcium Südwestdeutschlands und Vergleiche mit benachbarten Gebieten, Tübinger Mikropaläontologische Mitteilungen, Nr. 3

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Schlegelmilch, R. (1992) – Die Ammoniten des süddeutschen Lias, Gustav Fischer Verlag

Schlegelmilch, R. (1998) – Die Belemniten des süddeutschen Jura, Gustav Fischer Verlag

Schmid-Röhl, A., Röhl, H.-J. (2003) – Overgrowth on Ammonite Conchs: Environmental Implications for the Lower Toarcian Posidonia Shale, Palaeontology, Vol. 46, Part 2 

Schmid-Röhl, A. (2015) – Einblicke in die Erdgeschichte: Der Posidonienschiefer von Dotternhausen und Dormettingen, in: Der GeoPark Schwäbische Alb, Fossilien, Sonderheft 2015 

Schmid-Röhl, A. (2021) – The Lower Jurassic Posidonia Shale in the Swabian Alb Geopark – Geoducation in an Industrial Environment, Geoconservation Research 2021

Simonsen, S. (2012) – Die Tongrube Buttenheim, Der Steinkern, H. 2, überarb. Neuaufl.

Simonsen, S. (2012) – Fossilien aus dem Lias Epsilon von Buttenheim, in: Der Steinkern, H. 2, überarb. Neuaufl.

Steinkern.de (2020) – Die (Pseudo-) Monotisbank im Toarcium Frankens, steinkern.de/forum

Teichert, S., Nützel, A. (2014) – Early Jurassic anoxia triggered the evolution oft he oldest holoplanktonic gastropod Coelodiscus minutus by means of heterochrony, Acta Polaeontologica Polonica XX (X): …


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